13.04.2018
Weltkulturerbe

Markgräfliches Opernhaus in Bayreuth wiedereröffnet

Nach sechs Jahren aufwändiger Restaurierung und Sanierung wird das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth feierlich wiedereröffnet.

Die Investitionssumme des Freistaates Bayern betrug den Angaben zufolge 29,6 Millionen. Mit einem Feuerwerk an Konzerten und Sonderveranstaltungen feiert die Bayerische Schlösserverwaltung das außergewöhnliche Kulturdenkmal, das im Jahr 2012 als weltweit einzigartiges Barocktheater in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen wurde.

Eröffnung mit Oper "Artaserse"

Den Veranstaltungsreigen eröffnet die Oper "Artaserse" von Johann Adolf Hasse, die auch zur Einweihung des Opernhauses 1748 anlässlich der Hochzeit von Markgräfin Wilhelmines einziger Tochter Elisabeth Friederike Sophie erklang. Weitere Höhepunkte sind zahlreiche Vorträge und die Präsentation der Rekonstruktion eines barocken Theaterkostüms im Rahmen der Bayreuther Residenztage vom 17. bis zum 29. April. Dabei handelt es sich um das Kleid von Penelope, das auf der Grundlage einer graphischen Darstellung im Kostümbuch des Bayreuther Rüstkämmerers Johann Meßelreuther rekonstruiert wurde.
Seit 2012 arbeitete ein Expertenteam unter der Fachaufsicht der Bayerischen Schlösserverwaltung und des Staatlichen Bauamtes Bayreuth an der Sanierung und Erhaltung des Markgräflichen Opernhauses. Oberstes Gebot der Restaurierung war dabei den Angaben zufolge in erster Linie die Bewahrung der Originalsubstanz. Spätere Malschichten der zu dunkel geratenen Restaurierung des 20. Jahrhunderts sowie Reste von öligen Insektenschutzmitteln wurden entfernt, so dass sich das Logenhaus wie zur Zeit Wilhelmines wesentlich lichter und heller präsentiert. Zudem gibt nun die Wiederherstellung der originalen Größe der Bühnenöffnung aus dem 18. Jahrhundert den Blick auf ein rekonstruiertes Bühnenbild der Eröffnungsoper von 1748 nach einem Entwurf von Carlo Bibena, Bühnenmaler des Bühnenservices Berlin, frei.

Aufwändige Sanierungen

Weitere Sanierungsarbeiten konzentrierten sich auf Reparaturen an der Konstruktion, auf die Installation einer Hochdrucknebelanlage als Brandschutz und auf den Einbau einer modernen Bühnentechnik, die das Opernhaus auch in heutiger Zeit als Theater nutzbar macht. Dazu gehören reversible Scheinwerfer-Stative im historischen Zuschauerraum, eine Sprinkleranlage, ein Eiserner Vorhang im Bühnenbereich sowie eine Klimaanlage, die für ein stabiles Raumklima sorgen soll. In naher Zukunft soll zudem ein Welterbe-Informationszentrum mit Besucherservice-Einrichtung entstehen.

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