12.11.2018
Kirchenfinanzen

Bayerische Landessynode soll "Besonderes Kirchgeld" kippen

Die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern (ELKB) will künftig auf das "besondere Kirchgeld" verzichten. Das betrifft Ehepaare, die steuerlich gemeinsam erfasst sind, obwohl ein Teil nicht der Kirche angehört. Eine entsprechende Gesetzesvorlage soll die Landessynode auf ihrer Herbsttagung in Garmisch-Partenkirchen vom 25. bis 29. November verabschieden.
Der Finanzchef der ELKB Erich Barzen erklärt den Nachtragshaushalt 2018 und spricht über die Idee, das "besondere Kirchgeld" abzuschaffen

Das "besondere Kirchgeld" ist eine Kirchensteuer, die es seit 2004 gibt. Allerdings hat die Einführung zu viel Unmut unter den Steuerzahlern geführt. Viele sind aus der Kirche ausgetreten. Weil es in 14 Jahren nicht gelungen ist, den Sinn dieser Steuer zu vermitteln, soll sie jetzt wieder abgeschafft werden. Derzeit liegen die Einnahmen durch das "besondere Kirchgeld" der ELKB bei 13,4 Millionen Euro pro Jahr. Von der geplanten Neuerung unberührt bleibt das "allgemeine Kirchgeld", das bayerische Kirchengemeinden jährlich von all ihren Mitgliedern erheben, um lokale Projekte zu finanzieren.

Gemeinsam veranlagte Ehepaare werden entlastet

Betroffen vom "besonderen Kirchgeld" sind ausschließlich Ehepaare, die steuerlich gemeinsam veranlagt sind. Gehört der Hauptverdiener keiner steuerpflichtigen Religionsgemeinschaft an, wird für den Partner mit Kirchenmitgliedschaft ein Steuerbetrag von 96 bis 3.600 Euro pro Jahr fällig. Was also beim Gesamteinkommen für Steuerersparnis sorgt, kann beim "besonderen Kirchgeld" zu einem Mehraufwand führen, der häufig als ungerechtfertigt empfunden wird.

Über die Vorlage zur Gesetzesänderung soll die Landessynode auf ihrer Herbsttagung in Garmisch-Partenkirchen entscheiden. Wird das Gesetz verabschiedet, tritt es rückwirkend zum 1.1.2018 in Kraft. Bereits bezahlte Beiträge würden zurückerstattet.

Nachtragshaushalt 2018

Dank höherer Einnahmen kann die Landessynode auch über einen Nachtragshaushalt für das Jahr 2018 bestimmen. Es stehen 15 Millionen Euro für die Bereiche Gemeinde, Pflege und Flüchtlingshilfe zur Verfügung. Über die genaue Verteilung muss noch abschließend beraten werden. Einen Beschluss dazu soll es ebenfalls auf der Herbsttagung geben.

Dossier

Landessynode: Die Herbsttagung in Garmisch-Partenkirchen

Landessynode Garmisch-Partenkirchen

Die bayerische evangelische Landessynode tagt vom 25. bis 29. November 2018 in Garmisch-Partenkirchen. Unser Dossier mit allen Artikeln, Hintergrundinformationen und Infografiken zur Landessynode, finden Sie hier: sonntagsblatt.de/landessynode!

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Für evangelische Christen war Würzburg nicht immer ein gutes Pflaster. Erst das sogenannte Toleranzedikt im Jahr 1803 schuf die Grundlage für eine Gleichberechtigung der Konfessionen in der früheren Residenzstadt der katholischen Fürstbischöfe. Sie konnten nun Bürgerrechte erwerben und waren den Katholiken gleichberechtigt. Die Protestanten blieben in Würzburg stets in der Minderheit - und trotzdem spielt das evangelische Würzburg für die Gründung der heutigen bayerischen Landeskirche eine wichtige Rolle. Entscheidende Impulse für die moderne Kirchenstruktur kamen von dort, die Stadt gilt daher als "Keimzelle" der Landeskirche.
efa