27.03.2017
Landessynode

Bedford-Strohm: Kirchenasyl ist eine humanitäre Tradition

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat bei der Frühjahrstagung des bayerischen Kirchenparlaments die Organisatoren von Kirchenasylen in Schutz genommen. Sie zeigten hohen persönlichen Einsatz und viel Empathie für die Geflüchteten.
Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hält in Coburg seinen Bericht vor dem bayerischen evangelischen Kirchenparlament.

Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat ein flexibleres Bleiberecht für Asylbewerber gefordert und die Praxis des Kirchenasyls entschieden verteidigt. Die langen Asylverfahren in der Vergangenheit hätten dazu geführt, dass Asylbewerber mit ihren Familien in Deutschland heimisch geworden sind, sagte der Bischof am Montag in seinem Bericht vor der in Coburg tagenden Landessynode.

Viele dieser Flüchtlinge lebten deshalb bereits seit mehreren Jahren in Deutschland und seien gut integriert. Eine Abschiebung dieser Menschen sei widersinnig. Deshalb sollten für diese Flüchtlinge Bleibemöglichkeiten geschaffen werden, forderte der Bischof, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. Das sei »eine humane und eine kluge politische Maßnahme«.

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Das Kirchenasyl bezeichnete der Bischof als eine »alte humanitäre Tradition«, mit der die Gemeinden verantwortungsvoll umgingen. Diese Kirchenasyle wollten dem Rechtsstaat helfen, seinen Verpflichtungen zum Schutz von Leben und Würde geflüchteter Menschen nachzukommen. Die Organisatoren eines Kirchenasyls gingen mit hohem persönlichen Einsatz und »viel Empathie für Geflüchtete in extremen Härtesituationen« zu Werke. »Deswegen habe ich mich ausdrücklich vor sie gestellt«, betonte Bedford-Strohm.

In der Diskussion um die politische Rolle der Kirche führte der Bischof aus, dass sich die Kirche nicht in tagespolitische oder parteipolitische Auseinandersetzungen einmischen solle. Vor allen Dingen in einem Wahlkampfjahr sei es für die Kirche besonders wichtig, mit politischen Aussagen sorgsam umzugehen. Allerdings werde sich die Kirche auch in Zukunft mit aller Deutlichkeit in die öffentlichen Debatten einbringen, wenn es um die Grundorientierungen des christlichen Glaubens gehe. Die Menschen bräuchten Botschaften der Kraft, der Zuversicht und der Orientierung in einer Zeit, in der vieles so unsicher zu sein scheint.

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