27.03.2017
Landessynode

Synodenpräsidentin warnt vor Depression nach Jubiläumsjahr 2017

Die Präsidentin der bayerischen Landessynode, Annekathrin Preidel, hat bei der Frühjahrstagung in Coburg dazu aufgerufen, sich Ziele für die Zeit nach dem Jubiläumsjahr zu setzen - und wagt einen Ausblick auf das 550. Reformationsjubiläum im Jahr 2067.
Synodenpräsidentin Annekathrin Preidel hält in Coburg ihren Bericht vor dem evangelischen Kirchenparlament.

Das Jahr 2017 mit dem 500. Reformationsjubiläum ist für die evangelische Kirche laut Synodenpräsidentin Annekathrin Preidel kein endgültiges Ziel. »Allenfalls kann es ein Zwischenziel sein. Hinterm Horizont geht's weiter«, sagte die Präsidentin des bayerischen evangelischen Kirchenparlaments in ihrem Bericht am Montag vor der Synode in Coburg. »Und weil nur diejenige Kirche eine Zukunft hat, die Horizonte immer wieder weitet und wieder überschreitet, müssen wir - beinahe hätte ich gesagt: höllisch - aufpassen, dass auf 2017 nicht die große Depression folgt.«

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Ausblick auf 550. Reformationsjubiläum

Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Frühjahrstagung sind die Beratungen und der Beschluss über den Reformprozess »Profil und Konzentration« (PuK). Mit ihm will die Landeskirche ihre Angebote besser auf die Bedürfnisse der Menschen und deren Lebenswirklichkeit ausrichten. Preidel sagte, sie sei froh, dass der PuK-Prozess die Kirche über 2017 hinaus auf Trab halten, anspornen und inspirieren werde - »damit wir nicht träge und illusionslos werden, damit wir nicht unseren Enthusiasmus verlieren und damit nicht die Falle der Inspirationslosigkeit zuschnappt«.

Annekathrin Preidel wagte dazu einen Blick ins Jahr 2067, dem Jahr des 550. Reformationsjubiläums: Die Kirche werde dann zwar weniger Mitglieder haben, »aber sie ist geistesgegenwärtig und vital«, weniger schwerfällig und weniger bürokratisch, mit einer verständlicheren Sprache. Spirituelle Inhalte zeugten von einem neuen Geist in der Kirche. Von alten Strukturen werde man loslassen, um neu aufzubrechen. Man werde sich in flexiblen Keimzellen organisieren und neue und junge Gottesdienstformen erproben mit dem Mut, zur Profilkirche zu werden - etwa zur Jugendkirche, zur Vesperkirche, zur Meditationskirche oder zur Kirche der »fresh expressions«, sagte Preidel.

Stichwort Landessynode

Mit weitreichenden Kompetenzen und Befugnissen bestimmt die Landessynode, die zu ihrer Frühjahrstagung in Coburg zusammenkommt, den Kurs der evangelischen Kirche. Zusammen mit dem Landesbischof und dem Landeskirchenrat bildet die Synode die Kirchenleitung der rund 2,5 Millionen bayerischer Protestanten. Die 108 Synodalen, in der Mehrzahl Laien, beschließen den Haushalt, verabschieden die Kirchengesetze und wählen den Landesbischof. Das griechische Wort »Synode« bedeutet »gemeinsamer Weg«oder »Versammlung zur Beratung«.

Die Landessynode kommt zweimal im Jahr in unterschiedlichen bayerischen Städten zusammen. Während die Herbsttagungen dem kirchlichen Haushalt gewidmet sind, stehen bei den Frühjahrstagungen inhaltliche Fragen auf dem Programm. In Coburg werden sich die Synodalen beispielsweise mit dem kirchlichen Reformprozess »Profil und Konzentration« befassen.

Die Synodalen werden von den rund 13.000 bayerischen Kirchenvorstehern gewählt. Die Zusammensetzung der Synode spiegelt den evangelischen Grundsatz eines »Priestertums aller Getauften«: Die Mehrzahl der Synodalen sind Laien. Neben ihnen sitzen gewählte Vertreter aus der Pfarrerschaft, den theologischen Fakultäten, Jugenddelegierte und berufene Mitglieder, darunter Finanzminister Markus Söder (CSU) und SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher.

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