4.07.2017
ZEITZEICHEN

Alles wird immer schneller, immer aufgeregter, immer hektischer. Nicht gut für Körper und Seele. Entschleunigung ist angesagt – auch in der Kirche. Doch wie können Körper und Geist entspannen? Zum Beispiel durch Schaukeln!
»Himmelsschaukel« - Pfarrer Stephan Kreutz und Reformationsbotschafterin Maria Esfandiari in der Bremer Innenstadtkirche Unser Lieben Frauen.
Stephan Kreutz ist evangelischer Pfarrer, Maria Esfandiari ist ehrenamtliche »Reformationsbotschafterin« in der historischen Bremer Innenstadtkirche Unser Lieben Frauen. Die beiden testen eine »Himmelsschaukel«, die Kreutz gleich hinter dem Altar der alten Ratskirche hat aufhängen lassen. An 14 Meter langen Seilen hängt das mit weiß-blauem Tüll geschmückte Nest. Kirchenbesucher sollen es sich in Ruhe und Gelassenheit darin bequem machen und schwerelos schwingen, geborgen wie in Abrahams Schoß.

Schaukeln macht glücklich! Das können ab sofort die Gäste der evangelischen Kirche »Unser Lieben Frauen« in Bremen erfahren. Gemeindepastor Stephan Kreutz (55) hat im Chorraum gleich hinter dem Altar der alten Ratskirche an 14 Meter langen Seilen eine »Himmelsschaukel« aufhängen lassen.

Ihm sei wichtig, dass Besucher der Kirche es sich darin in einer Atmosphäre der Ruhe und Gelassenheit bequem machen könnten, sagt der Theologe. Wer wolle, schwinge hier fast schwerelos und sei »gehalten und geborgen wie in Abrahams Schoß«.

Himmel, was für ein beschwingtes Projekt! Bremens erste Anti-Sorgen-Schaukel. Das langsame Schwingen an so langen Seilen habe etwas sehr Beruhigendes, fast Meditatives, sagt Pfarrer Kreutz. »Ich wünsche mir, dass die Menschen hier die Seele baumeln lassen können und das Schwere, was sie belastet, loslassen.« Viele würden glücklich aussehen, wenn sie von der Schaukel steigen.

Die Reformationsbotschafterin der Bremischen Evangelischen Kirche, Maria Esfandiari, probierte die Glücksschaukel gleich aus. Sie sei ein tolles Symbol dafür, »dass es im Leben auf und ab geht, ich mich manchmal schwer fühle und dann wieder leicht und beschwingt«, sagte die 24-Jährige.

Esfandiari verbindet auch eine reformatorische Botschaft mit der Schaukel: »Kein Mensch kann mir den Zugang zum Himmelreich verschaffen oder verweigern, egal, wie es im Leben kommt. In der befreienden Liebe Gottes bin ich aufgehoben.« Also: Schaukeln macht glücklich – und frei!

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