23.03.2018
Reformprozess

PUK-Arbeitsgruppe "Vernetztes Arbeiten": Hanna Wirth berichtet

Vernetzung muss einen Mehrwert haben - wie das Aussehen kann, untersucht die Arbeitsgruppe "Vernetzte Kirche".
PUK AG Vernetztes Arbeiten

Dekanin Hannah Wirth leitet die Arbeitsgruppe "Vernetztes Arbeiten" innerhalb des Reformprozesses "Profil & Konzentration" (PuK). Insgesamt gibt es sechs Arbeitsgruppen mit jeweils rund zehn Mitgliedern. Wir haben nachgefragt, wie die AGs arbeiten und welche Themen besonders wichtig sind.

Wie sind wir vorgegangen in der Arbeitsgruppe?

Das Thema vernetztes Arbeiten hat uns zunächst in enge Kooperation mit dem Prozess "Miteinander der Berufsgruppen" gebracht, die wir weiter eng pflegen. Wir haben  uns mit dem Thema Vernetzung intensiv befasst haben und uns einen Überblick verschafft, welche Besonderheiten vernetztes Arbeiten hat. Wichtig wurde uns dabei, dass Vernetzung einen Mehrwert haben muss, etwa Erweiterung der Möglichkeiten, Qualitätsverbesserung oder auch finanzielle Auswirkung. Derzeit sind wir dabei, herauszufinden, was kirchliche Vernetzung im besonderen ausmacht.

 

Wichtige Themen für den PuK-Prozess

Wir gehen derzeit von dem Kirchenbild Bonhoeffers aus, dass Kirche keine eigene Welt ist, sondern mitten in der Welt steht und die Aufgabe hat, von Jesus Christus und der Versöhnung mit Gott zu zeugen und dem zu dienen. Unsere Aufgabe ist also nicht, eine fromme Gemeinschaft zu formen, sondern Zeugen Jesu Christi in der Welt zu sein. Unser Auftrag ist nicht, die Kirche zu retten, sondern uns für das "Heil der Welt" (Bonhoeffer) einzusetzen.  

Aus dieser Position, auf die wir uns in der AG einigen konnten, folgt eine Haltung, mit der wir unser Profil deutlich machen und gleichzeitig die Arbeit, die wir tun, daran immer wieder prüfen und ggfs. konzentrieren. An diesem Thema arbeiten wir derzeit.

 

Was sind die größten Herausforderungen im PuK-Prozess?

Dazu haben wir keine gemeinsame Antwort. Aus unseren Diskussionen heraus möchte ich es so formulieren: Es wird darauf ankommen, ob wir eine gemeinsame Sprache finden und ob wir die Freiheit bewahren, den Auftrag der Kirche in aller Vielfalt zu realisieren. Unsere Landeskirche ist groß und vielfältig, die Menschen sind es ohnehin. Hier bedarf es einer großen Freiheit und keine neuen Gesetzlichkeit.

Eine zweite Herausforderung ist aus meiner Sicht die, dass wir auf Veränderungen zu gehen, und Veränderungen bringen auch Unsicherheit mit sich. Wie finden wir hier die nötige Freiheit und Gelassenheit?

Kirchlicher Reformprozess: »Profil & Konzentration« (PUK)

Die bayerische Landeskirche hat 2016 mit einem umfassenden Reformprozess begonnen. Unter dem Titel »Profil und Konzentration« soll bis 2022 die Kirche grundlegend umstrukturiert werden. Das Sonntagsblatt begleitet den Prozess mit einer Artikelserie. Verlinken Sie uns: Alle Artikel zum Thema »Profil & Konzentration« finden Sie unter www.sonntagsblatt.de/puk

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zum Reformprozess: online@epv.de

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Zukunft der Kirche

Die bayerische Landeskirche verändert sich. Allein 2016 hat sie rund 48.500 Mitglieder verloren. Gründe dafür sind die demografische Entwicklung, aber auch die fortschreitende Säkularisierung der Gesellschaft. Andererseits gehören in Bayern immer noch rund 2,4 Millionen Menschen der evangelischen Kirche an – so viele wie im Jahr 1970. Während die Kirche damals nur 1.400 Pfarrerinnen und Pfarrer zählte, ist die Zahl inzwischen auf rund 2.400 angewachsen. Der Reformprozess "Profil und Konzentration" untersucht diesen Wandel – und möchte Anstoß geben für Veränderungen.

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