28.11.2018
Landessynode

Reformprozess "Profil & Konzentration" (PuK): Bericht vor der Landessynode in Garmisch

Die Zwischenbilanz zum PuK-Reformprozess fällt positiv aus. Wir erklären, wie es jetzt weitergeht.
Annekathrin Preidel erklärt im Video-Interview, wie der Reformprozess Profil und Konzentration bis Ende 2019 fortgesetzt werden soll.

Kirche darf nicht ängstlich um ihr eigenes Überleben kreisen, sondern muss "den Himmel über den Menschen offen halten": An diesem Auftrag solle sich der Reformprozess "Profil und Konzentration" (PuK) orientieren, wie Kirchenrat Thomas Prieto Peral in seinem Zwischenbericht bei der Tagung der Landessynode in Garmisch-Partenkirchen am Dienstag sagte. Zentrale Aufgabe von Kirche sei, Menschen ihre Ängste zu nehmen; dazu gehöre etwa, ihnen neue geistliche Erfahrungsräume zu öffnen und auch die Gottesferne zur Sprache zu bringen.

Spiritualität und Gottesdienst müssten im Leben der Kirche und in der Ausbildung einen "deutlich höheren Stellenwert" erhalten, führte Prieto Peral aus. Bei den Kasualien - etwa Taufen, Trauungen, Beerdigungen - müsse Kirche über ihre Organisation nachdenken: Die "oft wenig serviceorientierte Amtsstruktur" von Kirche und Gemeinden sei ein Aspekt, warum Menschen sich zunehmend eher Agenturen anvertrauten. Die Zahl der Kasualien nimmt seit den 70er-Jahren ab, auch unter den Kirchenmitgliedern.

Reformprozess wünscht radikale Transformation

Eine weitere Kernaufgabe ist laut Prieto Peral, kirchliche Arbeitsweisen "radikal zu transformieren" angesichts des digitalen Raums, in dem bestehende Grenzziehungen - etwa zwischen Gemeinden und Dekanaten - an Bedeutung verlören. Für die Erschließung dieses entgrenzten Raums brauche es eine theologische Reflexion von Digitalität: Dem Optimierungsversprechen der digitalen Welt müsse die Liebe Gottes zu den Menschen in ihrer Zerbrechlichkeit entgegengestellt werden.

Der Reformprozess "Profil und Konzentration" (PuK), an dem seit 2017 in der Fläche gearbeitet wird, sei "gut in Schwung gekommen" und "die Skepsis einem breiten Engagement gewichen", berichtete Oberkirchenrat Nikolaus Blum. Viele Beteiligte hätten angeregt, dass auch eine "behutsame Weiterentwicklung" der amtskirchlichen Struktur geboten sei, sagte Kirchenrechtsdirektor Florian Baier. Kirchliche Arbeit soll künftig in "Handlungsräumen" organisiert werden; dabei sollen etwa die Dekanatsbezirke mehr Entscheidungskompetenzen erhalten.

Baier zufolge werden die Vorschläge von allen kirchlichen Ebenen nun gesammelt und zu einem Gesamtbericht verdichtet, der der Landessynode im Frühjahr vorgelegt werden soll.


Sie möchten mehr wissen? Eine Auswahl von 15 Ideen, die auf der Landessynode präsentiert wurden, finden Sie hier.

Dossier Profil & Konzentration

Alle Meldungen, Hintergrundberichte und Artikel zum Reformprozess Profil & Konzentration (PuK) auf einen Blick: www.sonntagsblatt.de/puk

Die Infografik zum Reformprozess "Profil & Konzentration" können Sie kostenlos in Ihrem Gemeindebrief abdrucken! Hier finden Sie das Material.

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