31.08.2018
Kirchenpartnerschaft

Reformprozess PuK: Bayern will von Mecklenburg lernen

Bei zwei Veranstaltungen im September wollen sich Vertreter der evangelischen Kirchen aus Bayern und Mecklenburg über den Strukturwandel in ihren Regionen austauschen und voneinander lernen.
PuK Bayern Mecklenburg Reformprozess

Zum einen soll im September eine Konsultation bayerischer Pfarrer stattfinden, die in der Nach-Wende-Zeit ab 1992 für ein paar Jahre nach Mecklenburg "ausgeliehen" wurden, teilte Frank Zelinsky, Leiter des Pastoralkollegs der bayerischen Landeskirche in Neuendettelsau mit. Vom 5. bis 10. September werde ein Dutzend bayerischer Pfarrer nach Kühlungsborn in Mecklenburg fahren. Dort sollen mit Blick auf die Veränderungsprozesse unter anderem "Perspektiven für die Zukunft" entwickelt werden.

Vom 15. bis 23. September stehe zudem ein Kurs des Pastoralkollegs in Güstrow an. Unter dem Motto "Veränderungen gestalten" gehe es um die Frage, welche Erfahrungen die Mecklenburger Evangelischen in übergemeindlichen, regionalen und sozialräumlichen Kooperationen machen "und inwieweit die für uns in Bayern inspirierend sein können", sagte Zelinsky.

Die Kirche in Mecklenburg habe schon vor Jahren den Prozess "Stadt. Land. Kirche" gestartet, der dem Prozess "Profil und Konzentration" (PuK) in Bayern sehr ähnlich sei. "Während bei uns vieles eher theoretisch und verkopft läuft, sind die Mecklenburger mutiger und experimenteller. Das wollen wir uns einmal vor Ort anschauen."

Die Partnerschaft zwischen Bayern und Mecklenburg besteht seit 1948, also seit nunmehr 70 Jahren. Seit Jahrzehnten arbeiteten bayerische Theologen in Mecklenburg, ein mecklenburgischer Pastor wechselte auf eine Stelle nach Bayern. Heute sind mehr als 30 Kirchengemeinden in Bayern und in Mecklenburg partnerschaftlich miteinander verbunden. Diese Zahl lag vor dem Fall der Mauer deutlich höher: Nach 1961 hatte fast jede mecklenburgische Kirchengemeinde eine Partnergemeinde in Bayern. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs ist im Jahr 2012 in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland aufgegangen.

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Zukunft der Kirche

Die bayerische Landeskirche verändert sich. Allein 2016 hat sie rund 48.500 Mitglieder verloren. Gründe dafür sind die demografische Entwicklung, aber auch die fortschreitende Säkularisierung der Gesellschaft. Andererseits gehören in Bayern immer noch rund 2,4 Millionen Menschen der evangelischen Kirche an – so viele wie im Jahr 1970. Während die Kirche damals nur 1.400 Pfarrerinnen und Pfarrer zählte, ist die Zahl inzwischen auf rund 2.400 angewachsen. Der Reformprozess "Profil und Konzentration" untersucht diesen Wandel – und möchte Anstoß geben für Veränderungen.

Reformprozesses "Profil und Konzentration"

Martin Brons und Annette Lichtenfeld
Autor
Während sich vielerorts Kirchengemeinden und Geistliche in Bayern fragen, wie man die "Strategischen Leitsätze" des im März 2017 auf der Landessynode in Coburg angestoßenen kirchlichen Reformprozesses "Profil und Konzentration" (PuK) in die Tat umsetzt, bleibt man in Nürnberg gelassen: Vier Gemeinden der Innenstadt setzen schon seit rund zehn Jahren gemeinsame Konzepte in die Tat um.