15.12.2015
Buddhismus

Was Buddhisten glauben

Die zahlreichen Traditionen und Strömungen des Buddhismus haben die Lehre des Siddharta Gautama als verbindendes Element gemeinsam. Sie besagt, dass das Leben ein leidvoller Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt ist, der jedoch überwunden werden kann.
Religionsstifter Buddha ist zentrale Figur im Buddhismus.
Religionsstifter Buddha ist zentrale Figur im Buddhismus.

Der Buddhismus ist die einzige der fünf großen Weltreligionen, die keinen Schöpfergott kennt. Die Wurzeln des Buddhismus liegen im indischen Hinduismus begründet und reichen rund zweieinhalbtausend Jahre zurück. Der Buddhismus besteht aus vielen verschiedenen Strömungen, alle teilen jedoch die Lehre des Stifters Siddhartha Gautama. Er betrachtete die Menschen in einem ewigen leidvollen Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt, der erst durch das richtige Verhalten und Meditation durchbrochen werden kann.

Der Legende nach lebte Siddhartha Gautama im 7. Jahrhundert vor Christus am Fuße des Himalajas. Als Sohn eines indischen Fürsten wuchs er sehr behütet auf, bis er eines Tages einem Greis, einem Kranken, einem Toten und einem Bettelmönch begegnete. Die ersten drei Begegnungen führten ihm die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz vor Augen, die letzte ließ ihn den Ausweg daraus erkennen. Durch tiefe Meditation gelangte er zur vollkommenen Erleuchtung, dem Nirvana. Seither wurde er Buddha genannt, was »der Erwachte« bedeutet.

Buddhisten glauben an Kraft der Meditation

In der ersten Lehrrede vor seinen Anhängern sprach Buddha von den vier edlen Weisheiten und setzte so das Rad der Lehre in Gang. Seine Erkenntnis war, dass das Leben mit Leid verbunden ist. Die Ursache dieses Leids ist das Begehren. Werden die Begierden des Menschen aufgehoben, wird auch das Leid des Menschen beendet.

Die Menschen sollen sich sittlich verhalten und durch Meditation zur vollkommenen geistigen Ruhe gelangen. Dadurch erkennen sie, dass sich alles verändert und sie daher auch keine unsterbliche Seele haben. Wenn ein Mensch weder Gier noch Hass oder Verblendung empfindet, kann er sich aus den irdischen Verstrickungen lösen und als Erleuchteter das Nirvana erreichen.

Rund 250.000 Buddhisten in Deutschland

Schon zu Lebzeiten hatte Buddha viele Anhänger, die seine Lehre im Norden Indiens verbreiteten. Die Ausdehnung auf fernere Regionen wurde aber erst durch die Niederschrift der Sutras, der Lehr- und Predigttexte, möglich. Buddha lehnte es ab, einen Nachfolger zu bestimmen. Daher ist es bis heute eine offene Frage, wem die geistliche Autorität in Lehrfragen zukommt. In Tibet hat sich aus dem Buddhismus die Form des Lamaismus entwickelt. Dort ist der Dalai Lama als Lehrer die absolute Autorität für die Schüler.

In Deutschland bekennen sich rund 250.000 Menschen zum Buddhismus. Etwa die Hälfte dieser Personen stammt aus dem asiatischen Raum. Die andere Hälfte sind Deutsche, die zum Buddhismus konvertiert sind. Die Anhänger der verschiedenen Strömungen teilen die Lehre des Religionsstifters Siddhartha Gautama. Er betrachtete die Menschen in einem ewigen leidvollen Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt, der erst durch ethisches Verhalten und Meditation durchbrochen werden und zu Erleuchtung führen kann.

Schopenhauser machte Buddhismus bekannt

Der Buddhismus in Deutschland zeichnet sich durch eine große Vielfalt aus. Die asiatischen Einwanderer - seien es Flüchtlinge aus Vietnam und Kambodscha oder japanische Geschäftsleute - pflegen ihre buddhistischen Traditionen als Teil ihrer kulturellen Identität. Daneben haben sich neue, westliche Formen entwickelt. Da Buddhismus eine Sache der Haltung ist und weniger der formalen Kirchenzugehörigkeit, lassen sich genaue Anhängerzahlen nur schwer schätzen.

Hierzulande bekannt wurde der Buddhismus Ende des 19. Jahrhunderts unter anderem durch den Philosophen Arthur Schopenhauer. Dessen Vorträge und Texte regten dazu an, buddhistische Schriften ins Deutsche zu übersetzen. Dies öffnete die Religion für eine breitere Bevölkerungsschicht. Dennoch beschränkte sich die Auseinandersetzung mit dem Buddhismus auf die akademische Ebene.

Buddhismus als alternatives Lebenskonzept

Mit den Studentenunruhen der 1960er Jahre kam es schließlich zu einem Wertewandel und zu einem gesellschaftlichen Umbruch, bei der viele Menschen nach alternativen Lebenskonzepten suchten und den Buddhismus für sich entdeckten. Sie schätzten vor allem die Dogmenlosigkeit und radikale Selbstverantwortung sowie Friedfertigkeit und Toleranz dieser Religion.

In den vergangenen Jahren ist erneut ein Boom des Buddhismus zu beobachten. Überall in Deutschland entstehen buddhistische Zentren und kleinere Organisationen. Als Dachverband fungiert die Deutsche Buddhistische Union (DBU) mit Sitz in München.

 

»Kreativwettbewerb Weltreligionen«: Der Buddhismus

Beim »Kreativwettbewerb Weltreligionen« erhielt der Evangelische Presseverband für Bayern 2015 mehr als 500 Einsendungen. In der folgenden Bildergalerie sehen Sie eine Auswahl der Einsendungen für die Kategorie Buddhismus:

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