22.12.2016
ZEITZEICHEN

Was der Anschlag von Berlin mit dem "Star Wars"-Epos zu tun hat

Tatooine und die dunkle Seite der Macht. Ein Kommentar von Markus Springer.

"Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis ..." – So begann 1977 das "Krieg der Sterne"-Kino­epos. Mit inzwischen sieben Filmen (zwei weitere sind im Entstehen) und unzähligen Ablegern hat "Star Wars" die Popkultur geprägt.

Die Saga begann damals auf dem Wüstenplaneten Tatooine. Tatooine hat Helden hervorgebracht wie die Rettergestalt Luke Skywalker – aber auch Menschen, die zu mörderischen Finsterlingen mutierten wie Anakin Skywalker alias Darth Vader ("Ich bin dein Vater!").

Nun scheint die Welt es mit einem neuen Finsterling von dort zu tun zu haben.

Denn seinen Namen hat ­Tatooine vom Drehort Tataouine im Süden Tunesiens. Die dort typischen Erdhöhlen und uralten kuppelförmigen Speicherburgen aus Lehm ("ksour") hatten Regisseur George Lucas inspiriert. Tataouine wurde zur Pilgerstätte für "Star Wars"-Fans.

15 Jahre nach den Dreharbeiten in der Wüste wurde dort Anis Amri, der (zu Redaktionsschluss noch mutmaßliche) religiös verblendete Killer vom Berliner Breitscheidplatz, geboren.

Der Film zeichnet Tatooine als Zufluchtsort für Schmuggler, Verbrecher und Leute, die nicht gefunden werden wollen. Nicht weit weg von der heutigen Realität in Tataouine, das als Hochburg von Schmugglern, Salafisten und Anhängern des Islamischen Staats gilt, der in der Wüste im nahen Libyen regiert.

Den Krieg der Sterne gegen den Finsterling aus Tatooine und das Imperium seiner Gleichgesinnten hat die Republik übrigens gewonnen. Mit Entschlossenheit – aber sie hat sich nicht selbst der "dunklen Seite der Macht" hingegeben. Denn die Macht – "Star Wars"-Kenner wissen das – ist mit den Friedfertigen.

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