30.11.2020
+++ Newsticker Coronavirus +++

Corona-News: Mehr Firmen schicken Beschäftigte in Kurzarbeit

Aktuelle Nachrichten zum Coronavirus und dessen Auswirkungen auf Kirche und Gesellschaft lesen Sie hier im Sonntagsblatt.de-Newsticker.
Dossier Corona Virus Coronavirus

Mehr Firmen schicken Beschäftigte in Kurzarbeit

Montag, 30. November, 14.47 Uhr: Mit der Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen zu Monatsbeginn hat sich auch der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit erhöht. Er stieg auf 28 Prozent, nach 24,8 Prozent im Oktober, wie Umfragen des Münchner ifo Instituts ergaben. Wie die Wirtschaftsforscher am Montag mitteilten, stieg die Quote besonders stark bei Hotels von 62,9 auf 91 Prozent der Unternehmen. In der Gastronomie erhöhte sich der Anteil von 53,4 auf 71,7 Prozent, bei Reisebüros und Reiseveranstaltern von 88 auf 91,1 Prozent.

Der Anstieg betrifft nach Angaben des ifo Instituts fast alle großen Wirtschaftszweige. Bei den Dienstleistern stieg die Kurzarbeit von 24 auf 30,6 Prozent der Unternehmen, im Handel von 18,8 auf 20,7 Prozent und auf dem Bau von 7,4 auf 9 Prozent. Nur in der Industrie sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen gewesen, von 31,9 auf 30,5 Prozent.

Einzelne Branchen meldeten in den Umfragen auch kräftige Rückgänge gegen den Trend, so die Autobranche von 50 auf 36,7 Prozent, das Verlagswesen von 42 auf 34,7 Prozent sowie die Firmen zur Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften von 64,2 auf 52,5 Prozent.

Die Ergebnisse beruhen auf einer Zusatzfrage nach der aktuellen Kurzarbeit in der monatlichen Konjunkturumfrage des ifo Instituts. Hierzu gingen Meldungen von rund 7.000 Unternehmen ein. Der Gesetzgeber hat infolge der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie die Hürden für Kurzarbeit gesenkt und das Kurzarbeitergeld aufgestockt.

Hohes Infektionsrisiko in Deutschland zu Weihnachten

Sonntag, 29. November, 18,53 Uhr. Der Virologe Alexander Kekulé hat das Infektionsrisiko zu Weihnachten in Deutschland mit jenem in Norditalien im Frühjahr verglichen. "Wir Deutschen haben an Weihnachten die Tradition, über Generationen hinweg mit der Familie zu feiern", sagte der Mediziner aus Halle den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Und deshalb sind wir jetzt in einem ähnlichen Risiko, das die Menschen in Norditalien im Frühjahr hatten." Dort hatte die Corona-Pandemie besonders stark gewütet.

Die Norditaliener lebten das ganze Jahr über ein Multigenerationen-Leben, sagte Kekulé. "Bei uns dagegen gibt es speziell an Weihnachten die ernstzunehmende besondere Gefahr, dass sich viele Menschen infizieren, die über 70 Jahre alt sind." Und diese hätten, wenn sie sich infizierten, ein Sterberisiko von fast zehn Prozent.

Dennoch zeigte sich der Virologe angesichts der beschlossenen Kontaktbeschränkungen optimistisch: "Ich denke, dass wir dieses Risiko steuern können." Die Maßnahmen beinhalteten die Möglichkeit, dass bis Weihnachten die Infektionszahlen deutlich weiter unten seien, wenn ein Großteil der Bevölkerung sich daran halte, erklärte Kekulé: "Und da kommt es tatsächlich auf jeden einzelnen an."

Corona: Skiwanderer sollen Rücksicht nehmen auf Wildtiere

Sonntag, 29. November, 07.01 Uhr. Der Bayerische Jagdverband (BJV) fordert von Skiwanderern und Skilangläufern Rücksicht gegenüber den Wildtieren. Bei allem Verständnis für die Anliegen der Erholungssuchenden bitte man diese, "sich nicht abseits der bekannten Pisten und Routen zu bewegen", teilte der BJV mit. Ein Schneeschuhwanderer oder Tourengeher könne fernab der ausgewiesenen Routen und Pisten ohne es zu bemerken das Wild aufschrecken. Dies führe zu panikartigen Fluchtreaktionen.

Weil viele Tiere im Winter ihren Stoffwechsel auf die "Notzeit Winter" umgestellt haben, bräuchten sie Ruhe, um unbeschadet durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Würden sie aufgeschreckt, könne dies im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Wildtiere den Winter nicht überleben. Der BJV befürchtet, dass es Bayerns Wintersportler wegen der coronabedingten Sperrung von Skiliften und Bergbahnen trotzdem in die winterliche Natur zieht - und dann eben abseits der ausgewiesenen Routen und Pisten.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte erklärt, dass Bayerns Bergbahnen und Skilifte wegen der hohen Corona-Infektionszahlen bis Ende Dezember geschlossen bleiben. Ausnahmen seien nur dann möglich, wenn in einer Region der Inzidenzwert dauerhaft sieben Tage unter dem Wert von 50 liege. Nur in diesem Bereich seien Lockerungen denkbar. Laut Medienberichten wollen Österreich und die Schweiz ihre Skigebiete allerdings nicht schließen.

Länderweit werden Impfzentren aufgebaut

Samstag, 28. November 2020, 7.30 Uhr. Die Bundesländer haben damit begonnen, Zentren für bevorstehende Massen-Impfungen mit einem Corona-Impfstoff aufzubauen. In den meisten Ländern sollen nach einer bundesweiten Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) die Impfzentren ab Mitte Dezember einsatzbereit sein. Offen ist allerdings, ob das Serum, mit dem die Pandemie bekämpft werden soll, bis dahin bereits zugelassen und verfügbar ist. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte, der tatsächliche Impfbeginn hänge von vielen Faktoren ab. Es gebe zwar vielversprechende Präparate, dies lasse hoffen, "aber auf den genauen Zeitpunkt haben wir keinen Einfluss".

Vereinbart ist, dass der Bund den Impfstoff beschafft. Nach Umfragen sind etwa 70 Prozent der Bevölkerung bereit, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Klar ist, dass die Mengen an Impfstoff zunächst bei weitem nicht ausreichen werden, um in wenigen Wochen knapp 60 Millionen Menschen zu impfen. Deshalb sollen die in den Zentren tätigen Ärzte zunächst mit dem Impfen von Risikogruppen beginnen. Das sind vor allem ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen. An zweiter Stelle steht das Personal von Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Die bundesweit flächendeckend einzurichtenden Zentren haben eine Brückenfunktion. Sie sollen so lange die Massenimpfung übernehmen, bis die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland diese Aufgabe weiterführen können. Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) nannte die geplante Durchimpfung "eine gemeinsame Kraftanstrengung".

Der epd-Umfrage zufolge wird in der Regel pro Landkreis beziehungsweise kreisfreier Stadt ein Impfzentrum errichtet. Ausnahmen sind Großstädte: Dort wird es mehr als ein Zentrum geben, der Berliner Senat etwa plant in der Millionenstadt sechs solcher Einrichtungen. Zusätzlich zu den stationären Zentren würden mobile Teams bewegungseingeschränkte Menschen in Betreuungseinrichtungen oder auch zu Hause aufsuchen, um sie zu impfen, hieß es.

In Bayern sollen bis Mitte Dezember mindestens 96 Corona-Impfzentren in allen Landkreisen und kreisfreien Städten einsatzbereit sein. Im Freistaat werden die Landkreise und kreisfreien Städte die Impfzentren in Eigenregie betreiben und sich auch um Personal kümmern. Der Betrieb oder einzelne Leistungen könnten aber auch an externe Dienstleister vergeben werden, erläuterte Ministerin Huml.

In Nordrhein-Westfalen soll es mindestens 53 Impfzentren geben - pro Kreis oder kreisfreier Stadt mindestens eins. Die Städte und Kreise müssen geeignete Räume zur Verfügung stellen und ausstatten, außerdem stellen sie nichtmedizinisches Personal wie Wachleute und Personal für die Anmeldungen. In Niedersachsen sollen nach den Plänen des Gesundheitsministeriums bis zum 15. Dezember 60 Impfzentren einsatzbereit sein. Im Schnitt steht damit ein Impfzentrum für 150.000 Einwohner zur Verfügung.

In Hessen sollen die Impfzentren an sieben Tagen der Woche täglich rund 1.000 Impfungen vornehmen. Laut Umfragen sind in Hessen etwa zwei Drittel der Bevölkerung impfwillig. Ziel der baden-württembergischen Landesregierung ist es, dass pro Regierungsbezirk zwei bis drei sogenannte "Zentrale Impfzentren" ab 15. Dezember so weit aufgebaut sind, dass Impfungen stattfinden könnten. Für sie ist eine Betriebsbereitschaft ab dem 15. Januar geplant.

In Thüringen sollen die Impfzentren bis Mitte Dezember einsatzbereit sein. Nach Anlieferung des Impfstoffs wird es nach Einschätzung des Sozialministeriums noch zwei Wochen dauern, bis mit den Impfungen auch tatsächlich begonnen werden kann. "Wir werden bereit sein, sobald ein Covid-19-Impfstoff verfügbar ist", sagte Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Als Orientierungswert gilt, dass ein Impfzentrum pro rund 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern entstehen soll.

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Glawe strebt mindestens 5.000 Impfungen pro Impftag an. Glawe sagte: "Wir brauchen eine gemeinsame Kraftanstrengung. In Berlin werden nach Angaben des Senats sechs Impfzentren in verschiedenen Bezirken eingerichtet. Der Senat geht von 450.000 Impflingen aus, die zwei Mal erscheinen müssen. Für Hamburg wird nur ein zentrales Impfzentrum errichtet, das in der Spitze eine Kapazität von über 7.000 Impfungen pro Tag vorhalten wird.

Internationale Coronahilfe soll ausgebaut werden

Freitag, 27. November, 06.12 Uhr. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will mit seinem neuen Etat die internationalen Coronahilfen ausbauen. Die Pandemie habe "längst zu einer Hunger- und Armutspandemie geführt" und treffe die ärmsten menschen in der Welt am härtesten, sagte Müller der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). Mit dem vom Haushaltsausschuss des Bundestags abgesegneten Entwicklungsetat von 12,4 Milliarden Euro soll das weltweite Corona-Sofortprogramm weiter vorangetrieben werden: "Wir können damit eine globale Impfkampagne vorbereiten."

Mit Geld aus dem Etat würden zudem Flucht- und Krisenregionen unterstützt, sagte Müller. Zudem werde die Notversorgung über das Welternährungsprogramm ausgebaut. Der Minister kritisierte in diesem Zusammenhang Großbritannien, das "mitten in der Krise" seine Entwicklungsausgaben um fast sechs Milliarden Euro kürzen will. Dies sei "das falsche Signal", sagte der bayerische Politiker weiter: "Diese Länder brauchen mehr Unterstützung, nicht weniger." Die Corona-Pandemie besiege man nämlich "nur weltweit oder gar nicht".

Corona-Beschlüsse der Politik stoßen bei Kirchen auf geteiltes Echo

Donnerstag, 26. November, 08.28 Uhr: Die von Bund und Ländern beschlossenen Kontaktbeschränkungen auch über Weihnachten stoßen bei den großen Kirchen auf ein geteiltes Echo. Evangelische und katholische Kirche begrüßten zwar die Beschlüsse im Grundsatz. Die Bedeutung des Weihnachtsfests werde gewürdigt, erklärte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm nach den Beschlüssen am späten Mittwochabend. Gleichzeitig betonte er, man wolle Weihnachten feiern "in unseren Gotteshäusern ebenso wie an allen anderen Orten". Die katholische Kirche dringt auf ein Mindestmaß an Kontaktmöglichkeiten für Alte und Schwache.

Man hoffe "in diese Zeit eine Botschaft des Lichts, der Zuversicht und Hoffnung zu senden", sagte der Sprecher der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp. Das gelte besonders für ein Mindestmaß an sozialen Kontakten und Seelsorge bei Menschen in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Hospizen und Behinderteneinrichtungen, ergänzte Kopp. "Das Coronavirus darf Einsamkeit nicht befördern", betonte er.

Die christliche Weihnachtsbotschaft sende gerade jetzt ein Hoffnungslicht in eine verunsicherte Welt und gebe Halt, erklärte Bedford-Strohm. "Die Erfahrungen aus den vergangenen Monaten machen mich zuversichtlich, dass wir an Weihnachten kraftvolle Gottesdienste feiern werden", sagte der bayerische Landesbischof.

Die frohe Botschaft von Jesu Geburt "lässt sich auch in diesem Jahr nicht aufhalten".

Die Regierungschefs von Bund und Ländern hatten am Mittwoch eine Verlängerung und Verschärfung der Kontaktbeschränkungen bis mindestens 20. Dezember beschlossen. Bis dahin sollen sich privat nur fünf Menschen treffen dürfen. Über Weihnachten soll es aber Lockerungen geben, um Treffen im Kreis von Familie und Freunden möglich zu machen. Dann soll die bisherige Obergrenze von zehn Personen gelten.

Zudem wollen Bund und Länder mit den Kirchen über Veranstaltungen zu Weihnachten sprechen. "Religiöse Zusammenkünfte mit Großveranstaltungscharakter müssen vermieden werden", heißt es im Beschluss.

Beide Kirchen signalisierten Gesprächsbereitschaft, verwiesen aber auch auf ihre bestehenden Konzepte. "Bereits seit Monaten gibt es in den Bistümern und den Pfarrgemeinden umfangreiche und genau beachtete Hygienekonzepte für Gottesdienste, zu denen Abstandsregelungen ebenso zählen wie die Beschränkung von Personenzahlen in Kirchengebäuden", sagte Kopp. Bedford-Strohm sagte, man werde alles tun, um Gefährdungen der Gesundheit auszuschließen. Das sei "eine klare Konsequenz des christlichen Nächstenliebegebots". 

Erste Kliniken in Bayern geraten wegen Corona an ihre Grenzen

Mittwoch, 25. November, 12.52 Uhr: Immer mehr Kliniken in Bayern geraten laut Bayerischer Krankenhausgesellschaft wegen der Corona-Pandemie an ihre Belastungsgrenzen und sind auf die Zusammenarbeit mit anderen Häusern angewiesen. "Einige Kliniken sind bereits an ihren Grenzen", sagte Siegfried Hasenbein, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch). Doch er sei zuversichtlich und gehe davon aus, dass die bayerischen Krankenhäuser auch diese zweite Welle bewältigen werden. Wie im Frühjahr arbeiteten die Kliniken wieder untereinander zusammen. Dies sei nötig und werde auch in den kommenden Wochen so bleiben.

"Wenn man über ganz Bayern blickt, haben die Krankenhäuser ihre Grenzen noch nicht erreicht", sagte der Klinikvertreter. Sie unterstützten sich gegenseitig, indem sie sich etwa mit Personal aushülfen und Patienten verlegten. Die entscheidende Maßnahme in den kommenden Wochen werde sein, nicht notwendige Operationen zu verschieben: Gemäß der aktuellen Allgemeinverfügung solle über diese Eingriffe regional entschieden werden, so Hasenbein. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass den Krankenhäusern mit dem Wegfall verschiebbarer Operationen auch viel Geld verloren gehe. Die beschlossenen Ausgleichszahlungen für Krankenhäuser kritisierte er als "extrem bürokratisch".

Weihnachtsferien in Bayern beginnen früher als geplant

Dienstag, 24. November, 08.23 Uhr: In Bayern beginnen die Weihnachtsferien in diesem Jahr früher als geplant. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte dem Bayerischen Rundfunk (BR) am Dienstag, der Ferienbeginn werde vom 23. auf den 21. Dezember vorgezogen, der letzte Schultag sei damit der 18. Dezember. Grund hierfür sei, dass sich durch den früheren Ferienbeginn der Abstand zwischen Unterricht und Weihnachten vergrößere, sagte Söder: Das Infektionsrisiko werde durch diese fast eine Woche zwischen Schule und Weihnachten "erheblich gesenkt". Familien könnten so unbeschwerter feiern.

Söder hat mit seinem Vorstoß seinem Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) öffentlich widersprochen. Piazolo hatte sich noch vor kurzem dagegen ausgesprochen, die Weihnachtsferien vorzuziehen. Diskussionen um Verlängerungen oder Verkürzungen der Ferien würden nur Unruhe verursachen. Vor einigen Tagen hatte bereits Nordrhein-Westfalen erklärt, die Weihnachtsferien früher beginnen zu lassen. In vielen anderen Bundesländern beginnen sie ohnehin schon am 21. Dezember.

Mediziner: Lage auf Intensivstationen spitzt sich zu

15.02 Uhr: Intensivmediziner warnen vor einer Überlastung der Krankenhäuser in der Corona-Pandemie. "Die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich zu", sagte Uwe Janssens, Präsident der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Montag). Der Verband hat seinen Sitz in München.

Die Politik habe seit September zu viel Zeit verschenkt. "Noch immer gibt es keine klaren Anweisungen an die Krankenhäuser, dass sie planbare Eingriffe und medizinisch unkritische Operationen verschieben sollen", kritisierte Janssens. Diese Anweisung sei jetzt zwingend notwendig, damit die Krankenhäuser handlungsfähig bleiben und gleichzeitig unbürokratisch und schnellstmöglich finanzielle Kompensationen für Einnahmeverluste bereitgestellt werden. "Es darf nicht dazu kommen, dass wir Notfälle wegen überlasteter Corona-Stationen abweisen müssen", warnte Janssens.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) indes sagte dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Montag): "Das Gesundheitswesen hat ausreichend Kapazitäten, um unter Anstrengungen mit den aktuellen Infektionszahlen klarzukommen." Es dürften nur nicht viel mehr Fälle werden, fügte er hinzu.

Beckstein: Kompletter Verzicht an Weihnachten ist "keine Option"

Montag, 23. November, 08.55 Uhr: Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat die Politik dazu aufgefordert, Pläne für Weihnachten in der Corona-Pandemie zu entwickeln. Es gehe um Kompromisse zwischen Hygienevorschriften und erwünschter Nähe, sagte Beckstein, der viele Jahre Mitglied der bayerischen und der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war, dem "Spiegel". "Ein kompletter Verzicht ist keine Option", sagte er.

An "sehr harte Vorgaben" würden sich die Menschen nicht halten. Die Politik müsse Güter abwägen. "Das Infektionsschutzgesetz stellt den Schutz des Lebens an die allerhöchste Stelle und ordnet alles andere unter", sagte er. Dafür gebe es in einem vernunftorientierten, aufgeklärten Glauben gute Gründe. Aber auch der Schutz der Familie und die menschliche Nähe insgesamt seien überragend wichtig, sagte Beckstein. Zudem sei ihm wichtig, dass möglichst viele Menschen einen Gottesdienst besuchen können.

Insbesondere an Heiligabend sind die Kirchen in Deutschland viel voller als sonst. Wegen der Corona-Pandemie haben sich Kirchen vielerorts andere Ideen überlegt. Viele wollen Gottesdienste oder Andachten im Freien anbieten oder planen insgesamt mehr Feiern, um die Besucherzahl begrenzen zu können.

Am Mittwoch berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer über das weitere Vorgehen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. In der vergangenen Woche hatten sie dabei eine Strategie für den gesamten Winter, also auch über Weihnachten, in Aussicht gestellt.

Evangelische Kirche will Opfer der Corona-Pandemie gedenken

Freitag, 20. November, 15.19 Uhr: Die evangelische Kirche will am bevorstehenden Totensonntag die Opfer der Corona-Pandemie mit ins Zentrum des Gedenkens stellen. Die Angehörigen "vermissen die Lieben, deren irdisches Leben zu Ende gegangen ist und die einfach überall fehlen", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, am Freitag in Hannover. Sie sehnten sich danach, "dass sie getröstet werden, dass die Wunden heilen, dass sich Neues öffnet".

Am Ewigkeits- oder Totensonntag gedenken evangelische Christen der Verstorbenen. Mit dem letzten Sonntag vor dem ersten Advent endet das Kirchenjahr. Am Totensonntag sollen Angehörige getröstet und zu einem bewussteren Umgang mit der Lebenszeit ermuntert werden. Im Zentrum steht dabei auch der christliche Glaube an das ewige Leben über den irdischen Tod hinaus.

Bedford-Strohm zitierte aus der Offenbarungsgeschichte der Bibel, in der es unter anderem heißt: "Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen." Diese Zusage sei "so etwas wie ein Schaufenster in die Ewigkeit", sagte der bayerische Landesbischof.

Das Gedenken an die Verstorbenen während der Corona-Pandemie steht auch im Zentrum einer ökumenischen Aktion in Hildesheim. Der evangelische Bischof Ralf Meister und der katholische Bischof Heiner Wilmer wollen am Sonntag gemeinsam Kerzen im Hildesheimer Dom entzünden und rufen Menschen dazu auf, es ihnen gleichzutun und Fotos unter dem Hashtag #NiemandBleibtAllein in sozialen Netzwerken zu teilen.

Söder: Gefahr durch "Querdenker" nicht unterschätzen

Donnerstag, 19. November, 16.53 Uhr: Die "Querdenker"-Bewegung entwickelt sich nach Einschätzung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) "zunehmend sektenartig". Die Bewegung schotte sich von Argumenten ab und radikalisiere sich in ihrer Filterblase, sagte Söder dem "Münchner Merkur":

"Es entwickelt sich ein wachsendes Konglomerat von Rechtsextremen, Reichsbürgern, Antisemiten und absurden Verschwörungstheoretikern, die der Politik sogar Satanismus vorwerfen."

Jeder müsse genau hinsehen, mit wem er demonstriere. Söder sagte, auch der Verfassungsschutz müsse genau hinschauen, was sich da entwickelt: "Denn viele dieser Gruppen wollen einen anderen Staat." Der CSU-Chef stellte aber auch klar, dass das Landesamt für Verfassungsschutz "selbstständig und ohne Auftrag" handle.

"Wir haben in Deutschland anfangs die Reichsbürger unterschätzt", sagte Söder. Dies sollte nicht noch mal passieren, diese hätten sich zur ernsthaften Gefahr entwickelt: "Ich habe ein ungutes Gefühl, dass sich bei einem Teil der 'Querdenker' Ähnliches anbahnt."

Münchner Virologin Ulrike Protzer hält Aufschub schärferer Corona-Regeln für vertretbar

Mittwoch, 18. November, 12.20 Uhr: Die Münchner Virologin Ulrike Protzer hält den Aufschub schärferer Corona-Regeln aktuell für vertretbar. Man könne noch ein paar Tage abwarten, ehe man über mögliche weitere Einschränkungen für das öffentliche Leben entscheide, sagte die Professorin der Technischen Universität München und Direktorin des dortigen Instituts für Virologie dem Radiosender B5 aktuell am Dienstag.

Wenn sich jetzt alle an die geltenden Einschränkungen hielten, gebe es eine "gute Chance", dass die Zahl der Neuinfektionen sinke. Auch ein Weihnachtsfest mit Familie und Freunden hält sie grundsätzlich für möglich - auch wenn es für die Teilnehmer durchaus mit einem Risiko verbunden sein wird.

Die Regierungschefs der Länder hatten am Montag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stundenlang über weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie beraten und sich ohne konkrete Ergebnisse vertagt. Am kommenden Mittwoch (25. November) wollen sich die Regierungschef dann zu einer weiteren Videokonferenz zusammenschalten und Entscheidungen treffen.

Folge der Corona-Pandemie: Aktion gegen Verschwörungsmythen startet

Dienstag, 17. November, 12.11 Uhr: Das bayerische Sozialministerium startet als Reaktion auf die steigende Zahl von Falschmeldungen und Verschwörungstheorien im Zuge der Corona-Pandemie eine Aufklärungskampagne im Netz. Extremisten aller Couleur versuchten bei etlichen Menschen, durch Covid-19 ausgelösten Ängste und Unsicherheiten für ihre Ziele zu missbrauchen, heißt es in einer Mitteilung vom Montag. In den nächsten Wochen und Monaten werde man deshalb viele Initiativen und Maßnahmen von Präventions-Projekten verschiedener Träger aus ganz Bayern vorgestellt.

Ministerin Carolina Trautner (CSU) sagte laut Mitteilung, die "Grundpfeiler unserer demokratischen, freiheitlichen Gesellschaft dürfen nicht ins Wanken" geraten. Die Corona-Krise und ihre Folgen zeigten, dass es noch viel zu tun gebe, um Falschinformationen und Verschwörungsmythen aus der Gesellschaft zu verbannen. 

 

Söder gegen Lockerungen: "Bin für härteren Corona-Kurs"

Montag, 16. November, 09.30 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist gegen eine Lockerung der aktuellen Corona-Maßnahmen. Vor der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder am Montagnachmittag sagte Söder dem Bayerischen Rundfunk (BR): "Ich bin ja ohnehin für einen klareren und härteren Kurs." Die entscheidende Frage ist laut CSU-Chef nicht, ob die Gegenmaßnahmen wirkten, "sondern wie nachhaltig". Man müsse "auf die berühmte Zahl 50 der Inzidenzwerte" hinkommen, nur so lasse sich Corona auf Dauer eindämmen und durch die Gesundheitsbehörden nachverfolgen.

Der Ministerpräsident sprach sich mit Blick auf die Schulen für "alternative Unterrichtsformen" aus, um die Infektionen auch an den Schulen einzudämmen. Bund und Länder müssten sich diese Woche darauf einigen neben reinen Präsenz- auch möglicherweise mehr Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht für ältere Schülerinnen und Schüler umzusetzen. Zugleich lobte Söder die Disziplin der Schüler. Diese machten ihre Sache "wirklich gut", nun müsse die Politik helfen und ihnen "den Leistungsdruck nehmen". Konkret forderte Söder, Lehrpläne und Prüfungen an die Pandemie-Lage anzupassen.

Bereits am Sonntag hatte Söder in der Talkshow "Die richtigen Fragen" bei "Bild live" gesagt, beim Thema Schulen müsse "noch mal intensiv" nachgearbeitet werden: "Wenn es denn zu Wechselunterricht käme, vor allem für ältere Schüler, dann geht es um die Frage: Wie können wir dann das Digitalformat weiter gestalten?", fügte Söder hinzu.

Theologin Breit-Keßler: Covid-Maßnahmen sind angemessen

Sonntag, 15. November, 9.29 Uhr: Die frühere Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler hält die bislang ergriffenen Corona-Maßnahmen für angemessen. Insgesamt leiste jeder, der sich an die Beschränkungen halte, einen Dienst an der Allgemeinheit und der Gesundheit der Menschen, sagte die Vorsitzende des Dreierrates Grundrechtsschutz im Interview der Woche auf B5 aktuell. Die Diskussion über die Corona-Maßnahmen sei aber unabdingbar. Zugleich zeigte sie sich skeptisch, dass der sogenannte Teil-Lockdown, der den ganzen November über gilt, am 1. Dezember wieder vollständig zurückgenommen werde.  Den gesellschaftlichen Zusammenhalt sieht Breit-Keßler durch die Corona-Maßnahmen zwar nicht gefährdet. Die evangelische Theologin wies aber darauf hin, dass einzelne Gruppen durch die Corona-Krise stark belastet würden. Mit Blick auf die schwierige Situation in der Kulturbranche sagte sie, dass Kulturschaffende in Gottesdienste eingebunden werden könnten. Zum Beispiel könnten Schauspieler im Rahmen von Gottesdiensten Texte vorlesen. Der "Dreierrat Grundrechtsschutz" ist ein beratendes Gremium, das die Maßnahmen der Staatsregierung in der Corona-Krise überprüft und sowohl juristisch als auch ethisch bewertet.

27 Teilnehmer von kirchlicher Reisegruppe mit Coronavirus infiziert

Samstag, 14. November, 11.18 Uhr: Eine kirchliche Reisegruppe aus dem katholischen Bistum Mainz, die noch im Oktober trotz Corona-Pandemie nach Italien gefahren war, hat sich nahezu komplett mit dem Virus infiziert. Das Bistum bestätigte am Freitag, dass 27 der 28 Teilnehmer nach der Rückkehr aus der Toskana positiv getestet worden seien. Eine Frau sei schwer erkrankt und befinde sich aktuell im Krankenhaus. Zwei weitere Teilnehmer der Fahrt seien ebenfalls in eine Klinik eingewiesen worden, hätten diese aber mittlerweile wieder verlassen können. Bei der folgenschweren zweiwöchigen Reise, über die zuerst die Mainzer "Allgemeine Zeitung" berichtet hatte, handelte es sich um ein Angebot der Behindertenseelsorge.

Die Fahrt für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen sei vom zuständigen Seelsorgeamt "nach sorgfältiger Abwägung der Risiken und Prüfung des Hygienekonzeptes genehmigt worden", teilte Bistumssprecher Tobias Blum mit. "Tragischerweise wurde deutlich, dass sich selbst nach bester Abwägung aller Risiken eine hundertprozentige Sicherheit nicht erreichen lässt. Dies bedauern wir zutiefst." Die Reisegruppe sei am 18. Oktober mit einem Bus nach Italien gefahren, dort in einem "abgelegenen Hotel" untergekommen, von wo aus sie Tagesausflüge unternommen habe.

Bereits Mitte Oktober wiesen viele italienische Regionen, darunter auch die Toskana, deutlich erhöhte Fallzahlen bei den Corona-Neuinfektionen auf, die vielfach weit über denen in Deutschland lagen. Zum Zeitpunkt der Fahrt hatten die italienischen Behörden eine Maskenpflicht für alle Aufenthalte im Freien angeordnet, es bestand aber noch keine landesweite Reisewarnung. Das Robert-Koch-Institut stuft ganz Italien seit dem 8. November als Risikogebiet ein.

Sternekoch-Azubis kochen im Corona-Lockdown in Schulmensa

13.32 Uhr: Ungewöhnliche Liaison am Matthias-Grünewald-Gymnasium in Würzburg: Weil auch Sternekoch Bernhard Reiser während der aktuellen Corona-Einschränkungen sein Restaurant "Reisers am Stein" zusperren muss, kochen zwei seiner Auszubildenden den November über in der Schulmensa des musischen und sprachlichen Gymnasiums, wie Schulleiter Martin Sachse-Weinert mitteilte. Die beiden Nachwuchs-Gastronomen erhielten so die Chance, auch während der Gastronomie-Schließung ihre Ausbildung sinnvoll fortzusetzen. Auch der Sternekoch selbst will Ende des Monats in der Schule mitkochen.

Schulleiter Sachse-Weinert sagte, die beiden Auszubildenden würden "die üblichen Arbeiten in der Küche unterstützen", selbst kreative Ideen mit einbringen und neue Rezepte für die Schülerinnen und Schüler im Gepäck haben. Sternekoch Reiser habe zugesagt, nötiges Equipment, das in Schulkantinen für den normalen Mensabetrieb nicht benötigt wird, auszuleihen - etwa, um Kartoffel-Muffins, hausgemachte Spätzle oder selbst gemachtes Eis herzustellen. "Ich bin wirklich gespannt, wie das klappt, wenn in unserer Mensa ein Stern aufgeht", erläuterte der Schulleiter.

Evangelischer Kita-Verband kritisiert neue Corona-Vorgaben

Freitag, 13. November, 11.22 Uhr: Der evangelische Kita-Verband Bayern kritisiert die neuen Vorgaben des bayerischen Sozialministeriums für Kindertagesstätten in der Corona-Pandemie als realitätsfremd. Grundsätzlich begrüße man zwar den Willen der Politik, die Kitas so lange wie möglich offen zuhalten, sagte Verbandsvorständin Christiane Münderlein am Donnerstag in Nürnberg. Doch der plötzliche Wechsel der Vorgaben von einem auf den anderen Tag sei für die Träger und Einrichtungsleitungen völlig überraschend gekommen. In einem Newsletter an die Kitas hatte das Ministerium am Mittwoch neue Vorgaben für den Kita-Betrieb im Freistaat gemacht.

Demnach ist der sogenannte Drei-Stufen-Plan nach dem bekannten Corona-Ampel-System bis mindestens zum 30. November außer Kraft gesetzt - also so lange, wie der "Lockdown light" dauern soll. Dies habe das Ministerium angeordnet, damit die Kitas trotz der Infektionslage weiter grundsätzlich geöffnet bleiben können. Nach dieser Vorgabe müssten nun feste Gruppen gebildet werden - auch, wenn Personal wegen einer Erkrankung oder einem Corona-Verdachtsfall ausfällt. Dennoch sollen die Kitas die vereinbarten Betreuungszeiten unbedingt einhalten. Dies sei schlichtweg nicht zu leisten, beklagte Münderlein.

Wenn man den Kita-Betrieb so lange wie möglich aufrecht erhalten will, brauche man den Rückhalt der Politik. Notfalls müsse der Umfang der angebotenen Betreuungszeiten bei Personalknappheit eingeschränkt werden dürfen - ohne, dass die jeweilige Einrichtung um die staatliche Förderung bangen muss. Zudem fordert der evangelische Kita-Verband eine bessere finanzielle Ausstattung, mehr Personal und Unterstützung von Politik und Behörden. Münderlein zeigte sich außerdem über den Kommunikationsstil empört, der die "Lage vor Ort" völlig ignoriere.

Bericht: Mehr als 250 Schulen in Bayern nicht mehr im Regelbetrieb

Donnerstag, 12. November, 10.35 Uhr: Wegen steigender Infektionszahlen bei Schülern und Lehrern wird einem Bericht zufolge an mindestens 3.240 Schulen in Deutschland nicht mehr im Regelbetrieb unterrichtet. Das gehe aus Zahlen aus 14 Bundesländern hervor, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Allein in Nordrhein-Westfalen befänden sich Schülerinnen und Schüler an 552 Schulen auf Anordnung der Gesundheitsbehörden in Quarantäne und würden digital unterrichtet, hieß es unter Berufung auf das Kultusministerium in Düsseldorf. Inn Bayern finde der Präsenzunterricht an 255 und in Baden-Württemberg an 273 Schulen nicht mehr regulär statt.

In Niedersachsen wurden laut dem Bericht an 347 Schulen einzelne Klassen oder Jahrgänge vorübergehend aus dem Präsenzunterricht genommen und ins Homeschooling geschickt. 221 Schulen in dem Bundesland unterrichteten im sogenannten Wechselmodell mit geteilten Klassen, bei dem ein Teil zum Unterricht in die Schule kommt und ein Teil zu Hause lernt. In Hamburg seien 213 Schulen nicht mehr im vollständigen Regelbetrieb.

Nach Angaben aus den jeweiligen Landesregierungen sind in Thüringen derzeit 109 Schulen von Quarantäne-Maßnahmen betroffen, in Rheinland-Pfalz 216, in Brandenburg 170 und in Sachsen-Anhalt 120, wie es weiter hieß. In Mecklenburg-Vorpommern finde an 30 Einrichtungen der Schulbetrieb nur noch eingeschränkt in Präsenz statt, in Schleswig-Holstein seien 71, im Saarland 128 und in Sachsen 170 Schulen betroffen. In Berlin seien 365 Lerngruppen geschlossen worden. Hessen und Bremen hätten keine Angaben gemacht, wie viele Schulen teilweise oder vollständig per Distanzunterricht lehren.

Anders als im Frühjahr sind die Schulen vom Teil-Shutdown im November ausgenommen und sollen den Regelbetrieb mit Präsenzunterricht aufrechterhalten.

Studierendenvertreter fordern Nachbesserung bei Corona-Hilfen

Mittwoch, 11. November, 08.30 Uhr: Die Studierendenvertretungen aus Bayern, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg fordern von der Politik wegen der Corona-Einschränkungen Hilfen für Studierende. Mit dem "Lockdown light" seit Anfang November kehrten für die Studierenden viele Probleme des Sommers wieder, teilten die Studierendenvertreter am Dienstag gemeinsam mit.

Man benötige finanzielle Unterstützung, die den jungen Menschen wirklich helfe - anders als die "Überbrückungshilfe" des Bundesforschungsministeriums. Die maximale Zuschusshöhe von 500 Euro, die je nach Kontostand in der Praxis noch niedriger ausfalle, sei "weit entfernt von der Lebensrealität der Studierenden".

Die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben von Studierenden lägen bei etwa 819 Euro. Außerdem würden die Hilfen auch nicht pauschal ausgezahlt, sondern direkt mit der Höhe des Kontostands verrechnet. Studierende mit mehr als 500 Euro würden zudem als nicht bedürftig angesehen.

Ein "überbürokratisierter Antragsprozess" und mangelnde technische Umsetzung der Online-Antragsstellung sorgten dafür, "dass fast 40 Prozent der Anträge nicht genehmigt wurden", beklagen die Studierendenvertreter. Vor allem für Studierende, die im November ihren Nebenjob verloren haben, sei diese Situation ein Problem, die Neuauflage der "Überbrückungshilfen" sei nur eine Alibi-Lösung.

Die Studierendenvertreter fordern, dass die Hilfen zum einen für das gesamte Wintersemester 2020/21 zur Verfügung stehen. Die Höhe der Zuschüsse müsse wie die Bedürftigkeitsgrenze deutlich angehoben werden, um mehr Studierende zu erreichen.

Neben der Unterstützung in finanziellen Notlagen müsse außerdem sichergestellt werden, dass pandemiebedingte Nachteile im Studium verhindert werden. Dazu gehöre etwa die Verlängerung aller Prüfungs- sowie Studienfristen. Andernfalls werde wie im Sommersemester für viele Studierende nur ein Studienabbruch übrigbleiben, hieß es.

Kritik an bayerischer Corona-Schulpolitik reißt nicht ab

Dienstag, 10. November, 15.45 Uhr: Auch nach dem virtuellen Schulgipfel von vergangener Woche reißt die Kritik an der bayerischen Schulpolitik nicht ab. In einem gemeinsamen Positionspapier fordern Eltern, Lehrer und Direktoren der bayerischen Realschulen Klarheit und einheitliche Vorgehensweisen.

Um dauerhaft Präsenzunterreicht während der Corona-Pandemie gewährleisten zu können, müsse es eine Differenzierung zwischen den Altersgruppen der Schülerinnen und Schüler geben. Ein Hybridunterricht mit Präsenz- und Distanzelementen wäre für höhere Jahrgangsstufen "die richtige Lösung, um Abstandsregeln besser einhalten zu können".

Zudem fordern der Bayerische Realschullehrerverband (brlv), der Landeselternverband Bayerischer Realschulen (LEV-BR) sowie die Vereinigung Bayerischer Realschuldirektoren (VBR), dass "alle technischen und organisatorischen Möglichkeiten" für den Schutz der Gesundheit der Schüler und Lehrer ausgeschöpft werden.

Hierzu gehörten Raumlüfter, Luftreiniger, Schutzwände und FFP2-Masken. Um übervolle Bussen und Bahnen zu entlasten, sollte lokal auch über versetzte Unterrichtszeiten nachgedacht werden. Die Lehrpläne und Inhalte der Abschlussprüfungen sollten angepasst werden.

Vergangenen Mittwoch hatte die bayerische Staatsregierung zu einem Schulgipfel eingeladen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte die Erwartungen an das "Arbeitstreffen" aber schon im Vorfeld gedämpft, konkrete Ergebnisse wollte er im Anschluss nicht mitteilen.

Am Montag vergangener Woche hatten Elternverbände Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) in einem offenen Brief scharf kritisiert. Dieser wies die Kritik zurück und bezeichnete das Schreiben solcher Briefe gerade in Krisenzeiten als "befremdlich"

Söder will an bayerischer Corona-Teststrategie festhalten

Dienstag, 10. November, 09.53 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) lehnt eine Änderung der bayerischen Corona-Teststrategie ab. Würde etwa die vom Robert Koch-Institut (RKI) angedachte Teststrategie umgesetzt, fielen etwa drei Viertel der aktuell gemachten Tests einfach weg, sagte der CSU-Chef am Montag in München vor Beginn der virtuellen Sitzung des Parteivorstandes.

Wenn aber jeder, der nur ein Corona-typisches Symptom habe, eine Woche zu Hause bleiben müsse, statt sich testen lassen zu können, habe dies eine "komplette Lähmung der Wirtschaft" zur Folge. Genau dies wolle man im Freistaat vermeiden, sagte er.

Söder sagte, die Staatsregierung halte an den kostenlosen und für alle Bürgerinnen und Bürger verfügbaren Testungen fest. Nicht alle Labore im Freistaat seien überlastet, sagte Söder. Es gebe in Bayern aus Sicht der Regierung ausreichend Laborkapazitäten, um die derzeitige Breite des Testsangebots aufrecht zu erhalten.

Zugleich sagte er, man werde an einigen Stellen womöglich "nachjustieren" müssen, weil es immer häufiger Klagen über missbräuchlich genutzte Testangebote gebe. Ihm seien solche Fälle bisher zwar nicht bekannt, das Kabinett soll in seiner Sitzung am Dienstag aber über eine Strategie dagegen beraten.

SPD fordert 500 Euro Corona-Bonus für alle Kita-Beschäftigten

13.28 Uhr: Die Sozialausschuss-Vorsitzende des bayerischen Landtags, Doris Rauscher (SPD), fordert einen Corona-Bonus für Kita-Beschäftigte analog zur angekündigten Corona-Leistungsprämie für Lehrer. Den Schulleitungen verspreche Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Prämie von bis zu 500 Euro, "aber die Arbeit in den Kitas weiß er wohl nicht zu schätzen", kritisierte Rauscher die bayerische Staatsregierung. Dabei würden Kita-Beschäftigte Enormes leisten, "damit Eltern Familie und Beruf überhaupt miteinander vereinbaren können und - wie auch in den Schulen - das Kinderrecht auf Bildung umgesetzt wird".

Rauscher forderte für alle Kita-Beschäftigten eine Prämie von 500 Euro. Die Beschäftigten hätten "mehr verdient als nur warme Dankesworte". Sie arbeiteten "trotz der Gefahren für ihre eigene Gesundheit und die ihrer Familien" oftmals bis an die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit und trügen "einen erheblichen Anteil dazu bei", dass die Kinderbetreuung im Freistaat auch seit Ausbruch der Corona-Pandemie funktioniere. Der Bonus soll Rauscher zufolge aus dem staatlichen Sonderfonds Corona finanziert werden. Keinesfalls dürfe die Staatsregierung diese Aufgabe wegen bürokratischer Argumente "an die Kommunen abschieben".

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hatte Ende Oktober Leistungsprämien für Lehrkräfte und Schulleitungen an gekündigt. Dieses "starke Signal der Wertschätzung" sei für all jene Lehrer und Schulleitungen gedacht, die sich durch besondere Leistungen vor allem im Bereich der Digitalisierung des Unterrichts ausgezeichnet hätten. Söder sagte damals mit Blick auf die stark gestiegenen Corona-Inzidenzwerte, dass trotzdem die Schulen und Kitas im Freistaat "die letzten" Einrichtungen sein würden, die zur Pandemie-Bekämpfung geschlossen werden. 

Bedford-Strohm: Kirche kann in Corona-Krise Vertrauen und Trost geben

Montag, 9. November, 10.05 Uhr: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sieht seine Kirche in der Pflicht, den Menschen in der Corona-Pandemie Vertrauen und Trost zu geben. "Nach acht Monaten Pandemie brauchen wir als Gesellschaft in der öffentlichen Kommunikation neben dem richtigen Handeln auch stärkende Worte", sagte der bayerische Landesbischof in seinem Bericht vor der EKD-Synode am Sonntag. Religiöse Ressourcen spielten eine wichtige Rolle für das, worauf es jetzt ankomme.

Der oberste Repräsentant von knapp 21 Millionen Protestanten in Deutschland verwies auf den Korintherbrief in der Bibel mit den Worten Glaube, Liebe und Hoffnung. Sie seien jetzt von zentraler Bedeutung, sagte Bedford-Strohm. Zudem sei Vertrauen das, was in der gegenwärtigen Situation am meisten gebraucht werde. "Denn wir sind in diesen Tagen eine verwundete Gesellschaft", sagte der Theologe.

Bedford-Strohm sprach von einem Gefühl der Ohnmacht, das die ganze Gesellschaft und auch die Kirche aushalten müsse. Dabei erinnerte er vor allem an die Menschen, die in der Pandemie gestorben sind, "ohne dass jemand bei ihnen war, obwohl sie sich das so sehr gewünscht hätten". Dabei legte der Ratsvorsitzende eine Schweigeminute in seinem Bericht ein.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechnet mit Erfolg des Lockdowns

Samstag, 7. November 2020, 20:21 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechnet mit einem Erfolg der verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. "Der Lockdown light wird wirken", sagte er der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstag). "Ich hoffe, die Dosis reicht." Es brauche aber zwei Wochen, um den Erfolg der Maßnahmen bewerten zu können. Mit Blick auf Weihnachten äußerte Söder die Hoffnung, "dass man wieder mehr mit Freunden und Familie feiern kann".

Soziale Kontakte müssten jetzt massiv reduziert werden, betonte der bayerische Regierungschef. Zugleich brauche es gesellschaftliche und politische Akzeptanz für die Schutzmaßnahmen: "Wir können nicht nur technokratisch entscheiden, sondern müssen behutsam und sensibel erklären und argumentieren." Dankenswerterweise unterstütze "die große Mehrheit der Bürger die Corona-Maßnahmen".

Laut einer Forsa-Umfrage bestimmt die Corona-Pandemie massiv die Gedanken der Menschen: Insgesamt 86 Prozent der Deutschen beschäftigen sich häufig oder fast immer mit dem Corona-Virus und seinen Folgen, wie aus der im Oktober erfolgten Umfrage im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht, die der Zeitung vorliegt.

In den vergangenen Monaten wuchs die Angst der Bürger, dass sie selbst mit dem Virus in Kontakt kommen und erkranken könnten: Im Juni waren der Umfrage zufolge 8 Prozent sehr und 58 Prozent etwas besorgt, sich selbst zu infizieren. Im Oktober waren 18 Prozent sehr und 67 Prozent etwas besorgt.

Tropenmediziner befürchtet unfaire Corona-Impfstoff-Verteilung

Freitag, 6. November, 11:05 Uhr: Der Münchner Tropenmediziner Günther Fröschl zweifelt die faire weltweite Verteilung von künftigen Corona-Impfstoffen an.

Zwar gebe es Pläne, dass Gesundheitspersonal, Menschen in Schlüsselberufen und Risikopatienten bevorzugt Impfungen erhalten sollen, sagte Fröschl dem "missio Magazin", das beim internationalen katholischen Hilfswerk missio München erscheint. "Wie das aber zwischen verschiedenen Ländern aussieht", fragte Fröschl, der am Tropeninstitut der Ludwig-Maximilians-Universität München arbeitet.

Er habe "große Zweifel", dass man für einzelne besonders betroffene Länder eine Vorzugsbehandlung erreiche: "Da sind dann doch zu sehr die marktwirtschaftlichen und politischen Interessen im Vordergrund."

Wegen Corona: Patienten sollen besser auf Kliniken verteilt werden

Donnerstag, 5. November, 09.24 Uhr: Die Patientenströme an bayerischen Krankenhäusern sollen in der Corona-Pandemie wieder stärker gesteuert werden. "Es ist wichtig, die Bettenbelegung noch effizienter zu lenken und auch damit die Kliniken zu unterstützen", erklärte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch laut Mitteilung. Dafür greife man auf ein "bewährtes Instrument" aus der ersten Pandemie-Phase zurück: den "Ärztlichen Leiter Krankenhauskoordinierung".

Staatssekretär Klaus Holetschek (CSU) erläuterte, dass diese Ärztlichen Leiter ein Bindeglied zwischen den Krankenhäusern seien mit weitreichenden Entscheidungsbefugnissen. Sie sollen die Verteilung der Patienten auf Kliniken und Reha-Einrichtungen koordinieren. Dafür können sie etwa Patienten verlegen lassen oder Covid-19-Schwerpunktkrankenhäuser bestimmen. Die Ärztlichen Leiter sollen in allen 26 Rettungsleitstellen in Bayern zum Einsatz kommen und werden vom Landrat oder Oberbürgermeister bestimmt.

Ziel der Maßnahme sei, im Frühjahr eine Überlastung der Krankenhäuser durch Corona-Erkrankte zu verhindern und die reguläre Versorgung aufrechtzuerhalten, ergänzte Huml. Damals habe sich gezeigt, wie wichtig steuerende Strukturen sind. Sollte es die Lage erfordern, könnten auch weiter Maßnahmen ergriffen werden, wie zum Beispiel wieder Kapazitäten für Corona-Erkrankte freizuhalten. 

In diesem Schuljahr in Bayern: Mehr als 40.000 Schüler mussten bereits in Corona-Quarantäne

15.57 Uhr: Mehr als 40.000 Schüler in Bayern sind seit Beginn des neuen Schuljahres im September schon in Corona-Quarantäne gewesen. Das ergab eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion an die Staatsregierung, wie die Sozialdemokraten am Mittwoch mitteilten. Damit konnten bereits in den ersten sieben Schulwochen umgerechnet knapp 2,5 Prozent der Schüler nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Nur 0,11 Prozent von ihnen seien letztlich positiv auf Corona getestet worden.

"Das Schuljahr hat gerade erst begonnen - und schon können Zehntausende von Schülerinnen und Schülern nicht am Präsenzunterricht teilnehmen", sagte der Fraktionsvorsitzende Horst Arnold.

Umso wichtiger sei es, dass die Kinder im Homeschooling nicht abgehängt würden, sondern auch zuhause guten digitalen Unterricht wahrnehmen könnten. Arnold forderte angesichts der Zahlen, dass für das Homeschooling ausreichend digitale Endgeräte, Tablets oder Laptops zur Verfügung stehen müssten.

Die klassen- oder stufenweise Quarantäne von Schülern hält Arnold für vertretbar, solange sie dem Anspruch der Verhältnismäßigkeit und der Zielgenauigkeit gerecht werde. Generelle Schulschließungen dagegen sieht er kritisch. "Ein Lockdown für die Jüngsten kann immer nur die Ultima Ratio sein."

Neuer bayerischer Corona-Forschungsverbund gegründet

Mittwoch, 4. November, 09.50 Uhr: Das Wissenschaftsministerium hat wegen der Corona-Pandemie den bayerischen Forschungsverbund "FOR-COVID" eingerichtet und mit 800.000 Euro für dieses und nächstes Jahr ausgestattet. Ziel dieses neuen Verbunds ist, "möglichst zügig zu weiteren wissenschaftlichen Erkenntnissen" zur Eindämmung, Behandlung und Erforschung des Coronavirus zu gelangen, teilte das Ministerium am Montag mit.

Der Forschungsverbund soll durch eine "bayernweite, interdisziplinäre" Kooperation dazu beitragen, die aktuelle Pandemie beherrschbarer zu machen und für ähnliche Krisen in Zukunft besser gerüstet zu sein. Beteiligt sind die Unis Erlangen-Nürnberg, Würzburg, Regensburg sowie beide Münchner Universitäten und das Bundeswehr-Institut für Mikrobiologie, hieß es. 

Hohe Infektionszahlen: Kliniken in Tschechien brauchen jetzt Hilfe von außen

Dienstag, 3. November, 14:10 Uhr: Tschechien gehört jetzt im Herbst zu den am schwersten vom Corona-Virus betroffenen Regionen in Europa. Zuletzt kamen täglich rund 16.000 neue Fälle dazu. Auf deutsche Verhältnisse umgerechnet, würde das rund 130.000 Neuinfizierte bedeuten, Tag für Tag. Die Dramatik der Lage zeigt eine andere Zahl: Rund 80 Prozent aller bisherigen Covid-19-Patienten in Tschechien infizierten sich im Oktober.

Tschechien hat zwar im europäischen Vergleich viele Intensivbetten, aber die Kapazitäten kommen schon jetzt an ihre Grenzen. Erste Krankenhäuser müssen Covid-Patienten wegen akuter Überlastung in andere Regionen verlegen. Und vor allem: Viele hundert Ärzte und Pfleger sind ebenfalls infiziert. Die tschechische Regierung hat zur Sicherheit schon in den benachbarten deutschen Bundesländern Bayern und Sachsen vorgefühlt, ob die dortigen Kliniken im schlimmsten Fall auch tschechische Patienten mitversorgen könnten.

Viele Tschechen fühlen sich inzwischen von der Politik im Stich gelassen. Besonders verheerend: Seit sich die Lage im Herbst zuspitzte, ist jetzt schon der dritte Gesundheitsminister im Amt. Der erste trat angesichts der steigenden Infektionszahlen zurück, der zweite wurde nach rund einem Monat im Amt von Fotografen erwischt, wie er um Mitternacht aus einem Restaurant kam, nachdem er kurz zuvor angeordnet hatte, dass sämtliche Restaurants für einige Wochen schließen müssen. Der dritte Gesundheitsminister, der Medizin-Professor Jan Blatny, ist seit wenigen Tagen im Amt und soll nun zum Gesicht der tschechischen Corona-Politik werden.

Bericht: Covid-Patienten sollen deutschlandweit verteilt werden - Bayern bildet eigene Großregionen

Montag, 2. November, 09.25 Uhr:  Bei einem weiteren starken Anstieg der Zahlen der mit Covid-19 erkrankten Intensivpatienten plant die Bundesregierung offenbar eine bundesweite Verteilung. "Entwickelt sich eine Lage, die eine Verlegung über die Nachbarländer beziehungsweise angrenzende Regionen hinaus erforderlich macht, findet ein sogenanntes Kleeblattprinzip Anwendung", heißt es im Konzept des Bundesinnenministeriums, aus dem die Zeitungen Funke Mediengruppe (Samstag) zitierten.

Deutschland soll demnach in fünf Großregionen aufgeteilt werden, die sich gegenseitig bei der Übernahme von Patienten per Rettungswagen oder Hubschrauber unterstützen sollen

Im Norden hätten sich dem Konzept zufolge Hamburg, Bremen, Niedersachen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zusammengeschlossen, hieß es. Im Osten seien es Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Südwesten sollen sich Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland gegenseitig unterstützen.

Die bevölkerungsreichsten Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern bildeten demnach eigene Großregionen. Bund und Länder seien in der Lage, das Konzept jederzeit zu starten, zitieren die Zeitungen einen Sprecher des Bundesinnenministeriums.

Es sei sinnvoll und notwendig, sich aufgrund der stark steigenden Fallzahlen in den Kliniken auf eine Überforderung vorzubereiten, sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), den Funke-Zeitungen. Das hätten die Länder und der Bund mit dem sogenannten Kleeblatt-Konzept getan, das noch vor einer Überlastung der klinischen Versorgungskapazitäten eingreife.

Sollte sich in einem Bundesland oder einer Region eine starke Beanspruchung abzeichnen, werde über zentral eingerichtete Stellen in den Regionen der überregionale Patiententransport in aufnahmefähige Regionen organisiert. So würden Patienten auch bei einer starken Belastung der Kliniken die bestmögliche medizinische Versorgung erhalten.

Bayern übernimmt Kontaktbeschränkungen "eins zu eins"

Freitag, 30. Oktober, 10.02 Uhr: Die neuen bundesweiten Corona-Beschränkungen übernimmt die Staatsregierung laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) "eins zu eins". Demnach gelte ab kommendem Montag (2.11.) auch in Bayern ein "Lockdown light" bis 30. November, so wie es die Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch beschlossen hatte, sagte Söder am Donnerstag in München. Das öffentliche Leben werde "deutlich milder" heruntergefahren als im Frühjahr, da diesmal Schulen, Kitas, Hochschulen, Wirtschaftsleben und Einzelhandel weitestgehend offenbleiben sollen. Um jedoch die "unzähligen Kontakte" in Schule und Kita zu kompensieren, müsse der Schwerpunkt der Beschränkungen woanders gesetzt werden, nämlich "im Freizeitbereich".

Damit verteidigte der CSU-Chef die Maßnahmen gegen Kritik an der Schließung von Gastronomie und Kultureinrichtungen. Diese hätten sich "unglaublich viel Mühe gegeben" mit Hygienekonzepten, sagte er. Aber um die Schulen offenzuhalten, müssten auch Restaurants und Theater schließen. Er verwies auf das zehn Milliarden Euro schwere Ausgleichspaket der Bundesregierung, mit dem kleinere Betriebe drei Viertel ihres Umsatzes vom November 2019 als Entschädigung für die Schließung ausgezahlt bekommen sollen.

Mit mehr als 3.000 Neuinfizierten am Donnerstag habe Bayern einen neuen Höhepunkt erreicht, sagte Söder. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz liege bei 107 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. 13 Landkreise befänden sich über dem 50er-Grenzwert, mehrere über der 200er-Marke. Die Belegung der Intensivbetten in den Kliniken habe sich binnen neun Tagen verdoppelt. Söder kündigte an, in den kommenden Tagen den Katastrophenfall auszurufen; dies ermögliche eine optimale Verteilung der Erkrankten im Land.

Treffen dürfen sich ab Montag maximal zehn Personen aus höchstens zwei Haushalten, also beispielsweise ein Kind mit einem Freund und nicht mit mehreren. Sport darf allein und in der Familie getrieben werden. Kulturelle Veranstaltungen fallen aus, Freizeiteinrichtungen wie etwa Schwimmbäder und Kinos werden geschlossen. Die Beschränkungen sollen nach zwei Wochen evaluiert werden.

Den führenden wissenschaftlichen Organisationen zufolge müssten 75 Prozent der Kontakte heruntergefahren werden, um die Entwicklung zu stoppen. Natürlich gehöre das Sterben zum Leben dazu, sagte Söder. Doch es sei "unsere Aufgabe, jedes Leben zu schützen und zu retten". Laut Robert-Koch-Institut kann bei 80 Prozent der Infektionen der Entstehungsort nicht nachgewiesen werden. Doch dies bringe keine Entlastung für einzelne gesellschaftliche Bereiche, sondern zeige im Gegenteil, dass das Infektionsrisiko "so breit gestreut ist, dass Ansteckung überall möglich ist".

Bund und Länder beschließen massive Corona-Einschränkungen

Donnerstag, 29. Oktober, 09.14 Uhr: Auch Deutschland will der Corona-Pandemie erneut mit drastischen Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens Einhalt gebieten. Bund und Länder beschlossen am Mittwoch in Berlin ein Paket mit Maßnahmen, die denen im Frühjahr ähneln. Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sollen schließen. Den Bürgern werden Kontaktbeschränkungen auferlegt. Es sei "ein schwerer Tag", weil alle wüssten, "was wir den Menschen zumuten", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach den Beratungen. Schulen und Kindertagesstätten sowie der Einzelhandel sollen diesmal aber geöffnet bleiben.

Jetzt müsse gehandelt werden, um eine "akute nationale Gesundheitsnotlage" zu vermeiden, zitierte Merkel aus dem Beschlusspapier. Die Kurve der Infektionszahlen müsse wieder abflachen.Die Maßnahmen sollen schon ab kommenden Montag (2. November) gelten und für die Dauer des ganzen Monats Bestand haben. In der Zeit dürfen dann den Verabredungen zufolge nur noch Angehörige des eigenen Hausstandes und eines weiteren privat oder in der Öffentlichkeit zusammenkommen, maximal aber zehn Personen. Auf nicht unbedingt notwendige Reisen soll verzichtet werden. Übernachtungen würden nur noch für notwendige und nicht für touristische Aufenthalte angeboten.

Eine "außerordentliche Wirtschaftshilfe" soll betroffenen Betrieben durch die Krise helfen. Die einzelnen Beschränkungen müssen die Bundesländer jeweils einzeln umsetzen. Thüringen gab bei der Ministerpräsidentenkonferenz zu Protokoll, dass dort der Landtag in die Entscheidung eingebunden werden soll.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, die Einschränkungen für Gastronomie und den Freizeitbereich seien auch nötig, um Schulen und Kitas geöffnet zu halten. Um dies beizubehalten werde man "alles tun". Während der Schließung von Betreuungseinrichtungen im Frühjahr seien Gewaltübergriffe gegen Frauen und Kinder dramatisch nach oben gegangen. Dies dürfe nicht wieder passieren.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) unterstrich, dass angesichts der dramatisch gestiegenen Zahlen jetzt gehandelt werden müsse. "Je länger wir warten, desto schwieriger wird es", sagte er. Das Robert Koch-Institut meldete am Mittwoch einen neuen Rekordwert täglicher Neuinfektionen. Er lag bei knapp 15.000. Vielerorts wird die Grenze von 50 Neuinfektionen in einer Woche pro 100.000 Einwohner überschritten. Ab dieser Grenze können Gesundheitsämter nicht mehr alle Infektionsketten nachverfolgen, und es droht die Gefahr, dass sich das Virus unkontrolliert ausbreitet.

Das Beschlusspapier unterstreicht zudem, dass die harten Maßnahmen jetzt dabei helfen sollen, dass in der Weihnachtszeit "keine weitreichenden Beschränkungen im Hinblick auf persönliche Kontakte und wirtschaftliche Tätigkeit erforderlich sind". Familien und Freunde sollen sich dann auch unter Corona-Bedingungen wieder treffen können.

Die Maßnahmen sehen keine Verschärfung der Auflagen für Gottesdienste vor, die die Religionsgemeinschaften im Frühjahr mit den zuständigen Regierungen und Behörden vereinbart hatten. Merkel sagte, die Hygieneregeln müssten weiter eingehalten werden. Ein Verbot von Gottesdiensten sei den Regierungschefs aber nicht angemessen erschienen. Am Donnerstag wird die Kanzlerin im Bundestag eine Regierungserklärung zu den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie abhalten.

Staatsregierung hat kaum Informationen über typische Infektionsherde

Mittwoch, 28. Oktober, 08.23 Uhr: Die bayerische Staatsregierung hat nach eigener Auskunft kaum gesicherte Informationen über typische Corona-Ansteckungsorte. "Eine eindeutige Aufklärung der eigenen Infektionsumstände ist für viele Einzelfälle nicht möglich", teilte das Gesundheitsministerium auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion mit, wie die "Augsburger Allgemeine" (Mittwoch) unter Berufung auf das Schreiben berichtete. Demnach würden keine Daten systematisch ausgewertet, ob sich Infizierte in einem der Bereiche Gastronomie, Nachtleben, Arbeitsplatz, Schule, Kultur, Kita, private Feiern oder Sport angesteckt haben.

Prinzipiell würden die Daten zwar erfasst: "Der wahrscheinliche Infektionsort wird erhoben und in die Meldesoftware eingegeben", heißt es in der Antwort. Allerdings übermittelten die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes lediglich Infektionen in bestimmten Einrichtungen, darunter Gemeinschafts- und medizinische Einrichtungen, Heime oder Gemeinschaftsunterkünfte. Bislang könne die Einrichtungsart nicht differenziert werden, so das Ministerium. Es sei "ein Update der Meldesoftware geplant, das eine genauere Differenzierung der Einrichtungen in Kürze möglich machen soll". Da zudem in rund der Hälfte der Fälle Angaben fehlten, sei vorsichtig zu interpretieren, welche Anteile die "Fälle mit einer Betreuung, Unterbringung oder Tätigkeit in den einzelnen Einrichtungen" hätten.

Berühmter Nürnberger Christkindlesmarkt jetzt abgesagt

Dienstag, 27. Oktober, 08.56 Uhr: Nürnberg sagt nun doch seinen weltbekannten Christkindlesmarkt wegen der Corona-Pandemie ab. Angesichts der schnell steigenden Corona-Fallzahlen habe man diese Entscheidung getroffen, teilte die Stadt am Montag mit. Es sei davon auszugehen, dass noch in nächster Zeit in Nürnberg der Sieben-Tage-Schwellenwert auf über 100 steige und die Corona-Ampel auf dunkelrot umspringe, erklärte Oberbürgermeister Marcus König (CSU). "Vor diesem Hintergrund halten wir es für das falsche Signal, den Christkindlesmarkt zu veranstalten." Man könne eine zusätzliche Ansammlung von vielen Tausend Menschen in der Innenstadt nicht verantworten.

Das Marktamt hatte zuvor mit den Schaustellerverbänden und den Marktkaufleuten einen dezentralen Christkindlesmarkt mit einem strengen Hygiene-Konzept für die Corona-Zeit entwickelt. Der Markt hätte auf insgesamt vier Plätzen in der Altstadt stattfinden sollen. "Lieber jetzt die Notbremse ziehen, als erst ein paar Tage vor Beginn", sagte Wirtschaftsreferent Michael Fraas laut Mitteilung.

"Uns fällt diese Entscheidung sehr schwer", sagte Oberbürgermeister Marcus König (CSU). Eine Adventszeit ohne den Prolog des Christkinds und ohne das "Städtlein aus Holz und Tuch" auf dem Hauptmarkt sei für die Nürnberger und ihre Besucher nur schwer vorstellbar. Die Stadt Nürnberg überlege nun, welche Rolle das Christkind als Botschafter der Stadt in der Adventszeit übernehmen könne, hieß es.

Der Nürnberger Christkindlesmarkt mit seinen mehr als 180 Buden mit ihren rot-weißen Stoffdächern gehört zu den ältesten Weihnachtsmärkten in Deutschland. 1628 wurde er als "Kindles-Marck" erstmals schriftlich erwähnt. In den vergangenen Jahren zog der Markt im Advent über zwei Millionen Besucher an. 

Politiker halten Kontaktverbote an Heiligabend für möglich

Montag, 26. Oktober, 09.23 Uhr: Sollten die Corona-Infektionszahlen weiter ansteigen, werden Familien an Heiligabend wohl nicht wie gewohnt zusammen feiern können. Davor warnen Politiker aus Bund und Ländern, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) berichtet. Das Fest werde sich in diesem Fall "in einem engeren Rahmen abspielen müssen", sagte der hessische Staatskanzleichef Axel Wintermeyer. Die Menschen "sollten wo immer möglich Kontakte reduzieren, auf Reisen verzichten, auf alles, was vermeidbar ist". Auch aus anderen Bundesländern und von den Kommunen kamen eher pessimistische Einschätzungen. Die Kirchen fordern, alte Menschen gerade an Weihnachten nicht alleine zu lassen.

Der Leiter des niedersächsischen Krisenstabes, Heiger Scholz, sagte der FAS: "Ich werde immer skeptischer, was an Weihnachten gehen wird und was nicht." Aus Sicht von Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, drohen "letztlich Einschränkungen in einem Bereich, der uns seelisch weh tun wird". Der Staatskanzleichef des Saarlandes, Henrik Eitel, sagte: "Schlimmstenfalls werden Familien ihre Besuche an den Weihnachtsfeiertagen aufteilen müssen."

Der Pflegebeautragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, und Kirchenvertreter sorgen sich vor allem um die Älteren. "Es darf nicht noch einmal eine Totalisolation der Pflegebedürftigen in unserer Gesellschaft geben", sagte Westerfellhaus. Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, sagte, gerade an den Festtagen sei es wichtig "für alte Menschen, Kontakt zu ihren Kindern und Enkelkindern zu haben. Das Gefühl zu haben, noch zu einer Familie zu gehören in einer solch emotional dichten Zeit."

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, warnte davor, Ältere an Weihnachten allein zu lassen. "Wir müssen die Balance finden in den Altenheimen", sagte er: "Mit zunehmendem Wissen über die Ansteckungswege haben wir alle gelernt, dass einige Maßnahmen zu Beginn der Pandemie in mancher Hinsicht überzogen waren."

Mehr als 10.000 Covid-19-Todesfälle in Deutschland

Sonntag, 25. Oktober, 11.01 Uhr: In Deutschland sind inzwischen mehr als 10.000 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin meldete am Samstag einen Anstieg der Covid-19-Todesfälle auf 10.003. Das waren 49 mehr als am Vortag. 14.714 Menschen haben sich den Angaben zufolge neu mit dem Virus infiziert, am Freitag waren es 11.242. Das RKI wies darauf hin, dass die Differenz zum Vortrag deshalb so stark sei, weil am Donnerstag aufgrund eines Serverausfalls nicht alle Daten von den Gesundheitsämtern übermittelt werden konnten und daher nachgemeldet wurden.

Bayern führt vierte Corona-Stufe ein

Donnerstag, 22. Oktober, 14.51 Uhr: Bayern führt eine vierte Corona-Stufe ein. In Kommunen, die die Sieben-Tage-Inzidenz von 100 überschritten haben, sollen noch mal verschärfte Schutzmaßnahmen greifen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in seiner Regierungserklärung im Landtag. Die vor einer Woche vom bayerischen Kabinett beschlossene "Corona-Ampel" soll demnach um die Stufe "dunkelrot" ergänzt werden. In Gebieten mit einem Inzidenzwert über 100 werden sämtliche Veranstaltungen - außer Gottesdienste und Demonstrationen - auf maximal 50 Teilnehmer limitiert, zudem gilt dort eine Sperrstunde von 21 Uhr.

München hebt Maskenpflicht für Grundschüler trotz hoher Inzidenz auf

Mittwoch, 21. Oktober, 08.17 Uhr: Die Landeshauptstadt München hebt die Maskenpflicht im Unterricht für Grundschüler ab diesem Mittwoch (21.10.) trotz hohen Inzidenzwerts auf. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) erklärte diese Entscheidung am Dienstagabend damit, dass das Infektionsgeschehen in Grundschulklassen "sehr gering" sei: Diese machten nur fünf Prozent der aktuell 83 geschlossenen Schulklassen aus. "Grundschüler sind keine Infektionstreiber", sagte Reiter. Darum habe er entschieden, die Maskenpflicht aufzuheben, "um die Einschränkungen gerade für die jüngsten Schülerinnen und Schüler durch das Tragen von Masken so gering wie irgend möglich zu halten".

Die bayerische Staatsregierung hatte am 16. Oktober eine "Corona-Ampel" beschlossen, gemäß derer in Kommunen ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 50 die Maskenpflicht am Platz für Schüler aller Jahrgangsstufen gilt. In der entsprechenden Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung sei jedoch eine abweichende Regelung in begründeten Einzelfällen möglich, teilte die Stadt mit. Davon mache sie nun Gebrauch. München verzeichnete am Dienstag laut Robert-Koch-Institut 72,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Der 50er-Grenzwert ist dort seit 12. Oktober überschritten.

Der Betrieb an Münchner Schulen und Kitas mit insgesamt rund 5.000 Schulklassen und rund 3.000 Kitagruppen richte sich nach einem Stufenplan mit drei Phasen, hieß es weiter. Welche Stufe aktuell gilt, entscheide das städtische Gesundheitsreferat je nach Infektionsgeschehen in Absprache mit dem Bildungsreferat und der staatlichen Schulaufsicht. Es gebe "keinen Automatismus", wonach ab einem bestimmten Inzidenzwert sofort die nächste Stufe eingeleitet wird. Aktuell gelte weiterhin Stufe "gelb".

Dies bedeute, dass in München die Maskenpflicht im Unterricht ab der fünften Klasse erhalten bleibt, soweit dort der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. An den Grundschulen und den Grundstufen der Förderzentren jedoch müsse am Platz keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr getragen werden. Auf den Gängen und Gemeinschaftsflächen hingegen gilt auch dort weiterhin Maskenpflicht.

Dienstag, 20. Oktober, 10.42 Uhr: Der Berchtesgadener Landrat Bernhard Kern (CSU) hat die drastischen Beschränkungen in seinem Landkreis wegen der enorm hohen Corona-Infektionszahlen erläutert und verteidigt. Die Maßnahmen seien "sehr nötig", sagte er dem Radiosender Bayern2 am Dienstag. Ab 14 Uhr an diesem Tag gilt im Berchtesgadener Land faktisch ein Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen, Schulen und Kitas haben geschlossen, das öffentliche Leben wird weitgehend lahmgelegt. Kern sagte: "Wir stehen in engster Verbindung mit dem Klinikum in Bad Reichenhall. Und man merkt ganz klar, dass die Zahlen im Krankenhaus steigen."

Mit Blick auf die anstehenden Herbstferien in Bayern sagte Kern dem Radiosender, für Tourismus und Wirtschaft sei das "natürlich ein ganz extrem einschneidender Schnitt". Die Herbstferien würden nicht so werden, wie man sich das gewünscht habe. Aber nun sei es "das Wichtigste, dass wir die Gesundheit in den Vordergrund stellen". Er wolle zudem "Weihnachten und die anstehende Adventszeit so erleben, wie wir es uns eigentlich wünschen." Die Einschränkungen seien auch nötig, damit man spätestens nach den Ferien wieder "einigermaßen normale Umstände" für die Schülerinnen und Schüler habe.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte, sie unterstütze die ab Dienstag 14 Uhr geltende Ausgangsbeschränkung: "Schnell steigende Corona-Zahlen ohne offensichtliche klare Infektionsherde erfordern ein schnelles Durchgreifen." Bei derartigen Werten sei eine Kontaktnachverfolgung nur noch schwer möglich und eine Herausforderung. Die von Landrat Kern bekanntgegebenen Maßnahmen seien "der richtige Weg". Bei solchen Infektionszahlen müsse "die Notbremse gezogen" werden. Die Maßnahmen seien zwar einschneidend: "Aber was jetzt zählt, ist Entschlossenheit."

Im Berchtesgadener Land dürfen die Menschen ihre Wohnung nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Schulen und Kitas müssen schließen, Restaurants dürfen Essen nur noch zum Mitnehmen anbieten. Die Maßnahmen gelten zunächst bis zum 2. November. Unterdessen sinken die Werte der Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis wieder. Das Robert-Koch-Institut meldete am Dienstag auf seiner Internetseite einen Wert von 236,0. Tags zuvor war er noch bei über 250 Infizierten binnen sieben Tagen gewesen.

Corona-Regeln: Politik appelliert an die Vernunft der Bürger

Montag, 19. Oktober, 08.14 Uhr: Die Bundesregierung hat zur Vernunft im Umgang mit den steigenden Zahlen der Corona-Neuinfektionen aufgerufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte an die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, sich an die verschärften Regeln zur Kontaktbeschränkung zu halten. "Wir müssen jetzt alles tun, damit das Virus sich nicht unkontrolliert ausbreitet", sagte sie in ihrem Video-Podcast. Sie riet, auf jede Reise und jede Feier zu verzichten, die nicht unbedingt notwendig seien.

Ob ein erneuter "Lockdown" abgewendet werden könne, hänge von der Bevölkerung ab, sagte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. Die Frage sei, ob es gelinge, einen ausreichend großen Teil der Bevölkerung davon zu überzeugen, zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Kontakte einzuschränken, sagte er der "Funke Mediengruppe" am Sonntag. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der "Bild am Sonntag" sind 68 Prozent der Deutschen mit dem Corona-Management der Bundesregierung zufrieden.

Der Deutsche Städtetag forderte eine schnelle Verfügbarkeit von Bundeswehrsoldaten und anderen Helfern zur Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten. "Der Personalbedarf ist immens und steigt rasant mit den Infektionszahlen. Dass er fünfstellig sein kann, halten wir für realistisch", sagte der Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montag). Von einem Bedarf von mehr als 10.000 weiteren Helfern geht auch das Kanzleramt aus.

Die Bundeswehr hatte bereits 5.000 kurzfristig verfügbare und weitere 10.000 binnen 30 Tagen einsatzbereite Soldatinnen und Soldaten zur Corona-Amtshilfe abgestellt. "Wir schauen auch über die Bundeswehr hinaus, ob wir weitere Personalreserven in der Bundesregierung und nachgeordneten Behörden mobilisieren können", sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) der "Rheinischen Post". Er brachte auch die Idee eines Staatsakts für Corona-Opfer am Ende der Pandemie wieder ins Gespräch.

Nach Meinung der evangelischen Theologin Margot Käßmann sollte eine erneute Beschränkung der Personenzahl bei Trauerfeiern vermieden werden. "Taufen, Konfirmationen, Trauungen lassen sich nachholen. Eine Beerdigung nicht", schrieb sie in der "Bild am Sonntag".

Bayern weitet Maskenpflicht deutlich aus

14.08 Uhr: Die Maskenpflicht zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird in Bayern deutlich ausgeweitet. In Regionen mit einem Sieben-Tages-Inzidenzwert ab 35 müssen Schüler ab der fünften Klasse nun auch im Unterricht eine Maske tragen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach der Kabinettssitzung in München sagte. Ab einer Inzidenz von 50 gilt dies zudem für Grundschüler - auch in der Nachmittagsbetreuung. Die Maskenpflicht ab Inzidenz 35 gilt zudem für Studierende in der Vorlesung sowie auf allen stark frequentierten Plätzen und Passagen, in öffentlichen Gebäuden und Hochhäusern. Am Arbeitsplatz müsse dort ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wo kein Mindestabstand möglich ist.

Zudem wurde eine Sperrstunde von 23 Uhr (ab Inzidenz 35) beziehungsweise 22 Uhr (ab Inzidenz 50) beschlossen. Diese Maßnahme geht über das hinaus, was die Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwochabend in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen hat. Auch Tankstellen dürfen nicht über diese jeweiligen Uhrzeiten hinaus Alkohol verkaufen. Für private Feiern gelten die Grenzen von zehn Personen zu Hause ebenso wie in öffentlichen Räumen (ab Inzidenz 35) beziehungsweise fünf Personen oder die Mitglieder zweier Hausstände (ab Inzidenz 50).

Weltärztepräsident erwartet 10.000 Corona-Neuinfektionen täglich

Samstag, 17. Oktober, 11.52 Uhr: Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery rechnet damit, dass trotz der aktuell beschlossenen Maßnahmen die Zahl der Corona-Neuinfektionen in wenigen Tagen eine weitere Rekordmarke erreicht. "Auch in Deutschland wird die Zahl der Neuinfektionen in der kommenden Woche voraussichtlich die Grenze von 10.000 überschreiten", sagte Montgomery der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstag). Daran könnten auch die jetzt getroffenen Maßnahmen wenig ändern, weil die sich erst "in frühestens fünf bis zehn Tagen auswirken", sagte der Präsident des Weltärztebundes.

Nach Ansicht des SPD-Fraktionsvize und Epidemiologen Karl Lauterbach ist bei einem weiteren Anstieg der Fallzahlen die Versorgung schwerer Corona-Fälle gefährdet. Bei einem weiteren dauerhaften Anstieg der Fallzahlen reichten die Krankenhauskapazitäten nicht aus, um die schweren Fälle angemessen zu behandeln, sagte Lauterbach der Zeitung. "Bei täglich 10.000 Fällen ist spätestens in zwei Monaten der Punkt erreicht, bei dem zu wenige Intensivbetten für die Corona-Patienten bereitstehen", warnte Lauterbach. Der Gesundheitsexperte plädierte dafür, erst einmal die aktuell beschlossenen Maßnahmen wirken zu lassen. "Ob sie wirklich ausreichen, ist aber fraglich", sagte er.

Landeskirche setzt auf bewährte Vorsichtsmaßnahmen für Gottesdienste

14.24 Uhr: Wegen der vermehrten Corona-Infektionen im Freistaat will die evangelische Landeskirche keine neue Empfehlung für Gottesdienste an die Gemeinden herausgeben. Die Lage sei in den Landkreisen und Ortschaften sehr unterschiedlich, sagte ein Kirchensprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag. Man sei sicher, dass die "Verantwortlichen in den Kirchengemeinden sorgsam vorgehen werden". Die Sicherheitskonzepte für die Kirchenräume hätten bisher sehr gut getragen, erläuterte der Sprecher.

Auch beim evangelischen Dekanat Nürnberg hieß es, die Kirchengemeinden hätten seit langem ausgefeilte Hygienekonzepte, die klar regelten, wo Menschen sitzen dürfen, dass Abstand gehalten wird und Masken getragen werden.

An diesem Wochenende finden in einigen bayerischen Gemeinden noch Konfirmationen statt, die vom Frühjahr auf den Herbst verschoben worden waren. Viele Gemeinden haben die Konfirmanden in kleine Gruppen aufgeteilt und hielten so die Anzahl an Personen klein, teilte das Dekanat Nürnberg mit. Es würden mehrere Gottesdienste nacheinander mit Pausen dazwischen stattfinden, in denen gelüftet oder desinfiziert werden könne. "Die feiernden Familien sind bekannt, so dass im Ernstfall jede einzelne Person, die im Gottesdienst anwesend war, nachvollzogen werden kann".

Für die feiernden Familien werde es anschließend aber komplizierter, räumt die Sprecherin des Dekanats ein. Sie müssten ihre Familienfeiern nach den Gottesdiensten selbst anpassen, hieß es aus der Landeskirche. Wer unsicher sei, was die Vorgaben seien, sollte sich an die örtlichen Gesundheitsämter wenden.

Am Freitag hatte das Robert-Koch-Institut zum zweiten Mal einen Rekordwert bei den Neuinfektionen gemeldet. Mit 7334 lag der Wert deutschlandweit so hoch wie nie zuvor.

Corona-Ausbruch in Gandersheimer Bibelschule: 125 Infizierte

Freitag, 16. Oktober, 07.57 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch im Glaubenszentrum Bad Gandersheim sind derzeit 125 Personen infiziert. Insgesamt seien 252 Personen getestet worden, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Landkreises Northeim am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Glaubenszentrum Bad Gandersheim umfasst eine freikirchliche konfessionsübergreifende Bibelschule und ein Konferenzzentrum.

Über den Ursprung des Ausbruchs hat der Landkreis nach eigenen Angaben noch keine validen Erkenntnisse, lediglich die Vermutung, dass das Virus beim gemeinsamen Singen übertragen wurde, sagte die Sprecherin. Bei den Infizierten handele es sich um Mitarbeiter, Gäste und "Personen, die auf dem Gelände agieren".

Bislang gebe es keine Krankenhauseinweisung, sondern zunächst Verläufe mit den üblichen Krankheitssymptomen. Alle Infizierten befänden sich in Quarantäne. Das Gesundheitsamt arbeite "mit Hochdruck" an der Nachverfolgung der Kontaktpersonen.

In einer Pressemitteilung des Glaubenzentrums heißt es, am vergangenen Wochenende sei bekanntgeworden, "dass im Umfeld der Bibelschule durch einen Außenkontakt eine positive PCR-Testung aufgetreten ist". Die betroffene Person lebe nicht auf dem Gelände der Bibelschule. Dennoch sei das Gesundheitsamt umgehend informiert und eine Großtestung vereinbart worden.

Von Beginn des Schulregelbetriebs ab dem 19. September sei das strenge Hygienekonzept im Glaubenszentrum genauestens eingehalten worden, hieß es.

Coronavirus: RKI meldet so viele Neuinfektionen in Deutschland wie noch nie

Donnerstag, 15. Oktober, 08.05 Uhr: Das Robert-Koch-Institut in Berlin hat am Donnerstagmorgen einen Rekordwert an Neuinfizierten mit dem Coronavirus in Deutschland gemeldet. Mit 6638 Neuinfizierten liegt der Wert höher als die bisherige Spitze von 6300, die Ende März erreicht worden war. Der direkte Vergleich ist jedoch schwierig, da im Frühjahr vergleichsweise weniger getestet wurde.

Ethikrats-Vorsitzende erwartet keine allgemeine Corona-Impfpflicht

Mittwoch, 14. Oktober, 08.17 Uhr: Die Münchner Medizinethikerin und Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, hält eine allgemeine Corona-Impfpflicht in Deutschland für ausgeschlossen.

"Da bin ich mir sicher", sagte die Wissenschaftlerin von der Technischen Universität München (TUM) der "Augsburger Allgemeinen". Sie könne sich lediglich eine eng berufsbezogene Impfvorgaben vorstellen, wie der Ethikrat sie in einer früheren Stellungnahme zur Masernimpfung bereits geäußert hatte.

Buyx lehnt zudem die Einführung einer Immunitätsbescheinigung ab, die Menschen bekommen könnten, die nach einer Covid-19-Infektion wieder genesen sind: "Wir sagen einhellig: Niemand weiß momentan genau, wie lange eine Immunität gegen Covid anhält und wie man die dauerhaft nachweisen könnte. Darum lehnen wir das ab."

Eine solche Bescheinigung mit solchen Folgen für die betroffenen könne einer Diskriminierung gleichkommen, betonte die Medzinethikerin.

CSU-General warnt vor "Kontrollverlust" im Kampf gegen Corona

Dienstag, 13. Oktober, 08.52 Uhr: Wegen der momentan steigenden Corona-Infektionszahlen hat CSU-Generalsekretär Markus Blume die Regierungschefs der Länder vor einem Kontrollverlust in der Pandemie gewarnt. "Wir haben nur noch ein ganz schmales Zeitfenster, in dem wir es schaffen können, mit sehr verbindlichen Maßnahmen einen neuerlichen Lockdown zu vermeiden", sagte Blume der "Augsburger Allgemeinen". Ob man dies hinbekomme, entscheide sich an diesem Mittwoch (14. Oktober) bei der Ministerpräsidentenkonferenz. Er könne nur hoffen, dass jetzt sämtliche politische Entscheidungsträger "den Schlag gehört" haben.

Mit Blick auf die vor allem in den Großstädten stark gestiegenen Infektionszahlen forderte er die entsprechenden Regierungschefs auf, ihre Widerstände gegen Beherbergungsverbote mehrerer Bundesländer aufzugeben: "Wir müssen sicherstellen, dass Infektionscluster vor Ort begrenzt bleiben, damit wir nicht in ein Infektionsgeschehen mit exponentieller Wirkung geraten", sagte Blume. Sollte das nicht klappen, rede man nicht mehr über Beherbergungsverbote, sondern müsse wieder an Reisebeschränkungen denken. Man sei jetzt in einer ganz entscheidenden Phase: "Deutschland steht am Scheideweg."

Blume forderte auch mehr bundesweite Regelungen: "Wir brauchen bei steigenden Infektionszahlen mehr Maske im öffentlichen Raum, nicht nur im Öffentlichen Nahverkehr. Eine Maskenpflicht muss überall gelten, wo Abstand nicht gewahrt werden kann." Zudem brauche es einheitliche Quarantäne-Regeln, wenn Menschen aus Risikogebieten kommen. Zudem brauche es einheitliche Regeln bei Veranstaltungen, Alkohol, Partys und mit Kontaktbeschränkungen. "Wir sind bisher gut durch die Krise gekommen, aber wir laufen Gefahr, die Kontrolle über das Virus wieder zu verlieren", warnte er.

Ifo-Institut: Steigende Corona-Fallzahlen auch wegen mehr Tests

17.58 Uhr: Die steigende Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Deutschland ist nach Berechnungen des Münchner ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung nicht nur auf mehr Ansteckungen zurückzuführen, sondern auch auf zusätzliche Tests. "Die Zahlen vom Oktober können nicht direkt mit denen vom April verglichen werden", sagte ifo-Präsident Clemens Fuest laut einer Mitteilung seines Instituts vom Montag. Entscheidungsträger in der Politik und Akteure des Wirtschaftslebens sollten deshalb weder mit zu rigiden Beschränkungen noch mit zu laxen Maßnahmen auf die Lage reagieren, erläuterte er: "Wir brauchen Beschränkungen, die wirtschaftliche Aktivität ermöglichen, statt sie zu verhindern."

Das Infektionsgeschehen verschärfe sich tatsächlich, betonte Fuest: "Allerdings nicht so sehr, wie ein direkter Vergleich der Neuinfektionen heute und während der ersten Welle vermuten lässt." Wäre im April so viel getestet worden wie heute, wären damals auf dem Höhepunkt der ersten Welle gut 10.000 Fälle mehr entdeckt worden, heißt es in einem Aufsatz des ifo-Instituts: "Eine Maskenpflicht und zusätzliche Tests ermöglichen den Bürgern Aktivitäten, die sonst dem Gesundheitsschutz zum Opfer fielen: Kinder können zur Schule gehen und Kunden in Geschäfte kommen." Es bestehe daher kein wirklicher Konflikt zwischen gesundheits- und wirtschaftspolitischen Anliegen, sagte Fuest.

Die bundesweiten Infektionszahlen waren in den vergangenen Tagen stark gestiegen, zuletzt auf deutlich mehr als 3.000 Neuinfektionen pro Tag. In zahlreichen großen Städten wie auch München wurde der Inzidenzwert von mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten. 

Dekan Wilde: Kirche muss nach kreativen Lösungen suchen

Montag, 12. Oktober, 08.52 Uhr: Nach Ansicht des neuen evangelischen Passauer Dekans Jochen Wilde stehen die Menschen an der Schwelle zu einer neuen Zeit. Corona habe sie "wie ein Brandbeschleuniger" in ein Vorher und Nachher eingeteilt, sagte Wilde in seiner Antrittspredigt in der Matthäuskirche am Samstag laut Manuskript. In das Klagelied über die Zukunft der Kirchen will er nicht einstimmen: "Wir müssen nicht wie das Kaninchen vor der Schlange in Schockstarre verfallen." In Gemeinden, kirchlichen Einrichtungen und sozialen Diensten, erlebe er "sehr viel an Licht und Lebendigkeit". Dort geschehe Segensreiches an ganz unterschiedlichen Stellen, "wenn auch nicht immer im Licht der Öffentlichkeit".

Kirche ist dem 60-jährigen Dekan zufolge gefordert, Prioritäten zu setzen, ihr Profil zu schärfen und "nach klugen und kreativen Lösungen Ausschau zu halten". Dabei dürfe Kirche "auch mehr von der Jugend lernen". Im Dekanat Passau, in dem die Protestanten in der Minderheit sind, wünsche er sich mehr Kooperation und Vernetzung mit der katholischen Kirche: "Lassen Sie uns doch in der Ökumene - gerade in diesen Tagen - die Glaubensunterschiede so weit es geht hinten anstellen." Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass in Passau, das selbst an einer Grenze liege, die Menschen "eine besondere Sensibilität, eine besondere Empathie für Grenzgänger jeder Art" haben.

Der Regensburger Regionalbischof Klaus Stiegler überreichte Wilde im Gottesdienst das Amtskreuz und erteilte ihm den kirchlichen Segen. Wilde ist Nachfolger von Wolfgang Bub, der im April in den Ruhestand gegangen ist. Zum Dekanat Passau gehören 16 Kirchengemeinden mit 28.000 Gemeindegliedern in den drei Landkreisen Passau, Freyung-Grafenau und Rottal-Inn sowie der Stadt Passau. 

Donnerstag, 8. Oktober, 10.57 Uhr: Die Zustimmung unter den bayerischen Bürgern zum Corona-Krisenmanagement der Staatsregierung bleibt sehr hoch: Fast vier von fünf Wahlberechtigten (79 Prozent) bewerten das politische Handeln im Freistaat in der Pandemie positiv. Nur jeder Fünfte hingegen sieht es kritisch, wie der "BR-BayernTrend" am Mittwoch in München ergab. Allerdings fiel der Rückhalt leicht: Im Juli standen noch 87 Prozent voll dahinter. Auch rückblickend beurteilen 75 Prozent die bisherige Corona-Politik in Bayern seit Ausbruch der Pandemie als angemessen. 17 Prozent bewerten sie als übertrieben, und sieben Prozent hätten sich weitergehende Maßnahmen gewünscht.

Auch mit der Informationspolitik von Behörden und staatlichen Stellen zeigen sich 68 Prozent der Befragten zufrieden, 29 Prozent sind unzufrieden. Die vorübergehende Ausweitung der Maskenpflicht auf belebte öffentliche Plätze geht für 76 Prozent der Bayern grundsätzlich in die richtige, für 22 Prozent in die falsche Richtung.

Ungeachtet der hohen Zustimmung zur Corona-Politik sieht die Hälfte (50 Prozent) der Bayern wegen der Pandemie den sozialen Zusammenhalt bedroht. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Generationen: Während sich 55 Prozent der Ab-65-Jährigen sehr große oder große Sorgen um den sozialen Zusammenhalt machen, sind es bei den 18- bis 39-Jährigen lediglich 41 Prozent.

Die Angst vor Ansteckung ist leicht gestiegen: 29 Prozent der Befragten fürchten, dass sie selbst oder Familienmitglieder sich mit SARS-CoV-2 infizieren könnten; im Juli waren es 27 Prozent.

Die Sorgen um die Wirtschaft bleiben: 55 Prozent der Bayern äußern große bis sehr große Furcht, dass sich wegen der Pandemie die Wirtschaftslage im Freistaat verschlechtern könnte; im Juli waren es 60 Prozent. Geringer ist die Sorge um die eigene ökonomische Situation: Ähnlich wie im Juli sorgen sich aktuell 20 Prozent um ihr eigenes Auskommen - zwölf Prozent der älteren Bayern, aber 24 Prozent der 40- bis 64-Jährigen.

Die Christsozialen büßen an Unterstützung ein: Wäre in Bayern am kommenden Sonntag Landtagswahl, käme die CSU auf 45 Prozent Wähleranteil und könnte damit knapp die absolute Mehrheit erreichen; im Juli waren es noch 49 Prozent. Die Grünen kämen aktuell auf 21 Prozent (plus ein Prozentpunkt), die Freien Wähler auf sieben Prozent (plus zwei Prozentpunkte), SPD und AfD auf jeweils acht Prozent (jeweils plus ein Prozentpunkt). Den anderen Parteien, darunter FDP und Linke, bliebe der Einzug in den Landtag verwehrt (jeweils drei Prozent).

Für die repräsentative Umfrage wurden von Infratest dimap von 30. September bis 5. Oktober insgesamt 1.001 Wahlberechtigte in Bayern telefonisch interviewt.

Mediziner: Kein falsches Heroentum - bei Erkältung zu Hause bleiben

Mittwoch, 7. Oktober, 11.23 Uhr: Die Hausärzte in Bayern appellieren in der Corona-Pandemie an die Arbeitnehmer, nicht erkältet ins Büro zu gehen. "Dieses Heroentum, dass man erkrankt arbeitet, kann ich überhaupt nicht empfehlen", sagte der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands, Markus Beier, am Mittwoch dem Radiosender Bayern2. Selbst wenn damit keine Covid-19-Infektionen weitergetragen würden, werde das allgemeine Infektgeschehen damit angeheizt. "Das ist absolut nicht nötig."

Beier sagte weiter, dass er mit gemischten Gefühlen in die Erkältungssaison gehe. Es sei verständlich, dass sich viele ein Stück mehr Normalität wünschen, "aber man sollte es wirklich nicht übertreiben". Er empfehle weiterhin, die AHA-Regeln einzuhalten (Abstand halten, Hygiene beachten, Atemschutzmaske tragen) und diese um ein "L" für Lüften zu ergänzen.

Im April und Mai habe man als Gesellschaft hier noch eine gewisse Stringenz gehalten, "die sich jetzt teilweise auflöst", bedauerte Beier. Das könnte problematisch werden. Grundsätzlich empfiehlt er: Wer Husten, Halsschmerzen oder Fieber habe - also typische Corona-Symptome -, solle sich zunächst telefonisch an seinen Hausarzt wenden. Dieser könne im Einzelfall entscheiden, ob man nur zu Hause bleiben und sich selber isolieren solle, oder ob auch ein Corona-Test nötig ist.

Bischöfe: Alle sollen Weihnachtsgottesdienste besuchen können

Montag, 5. Oktober, 15.26 Uhr: Die Erzbischöfe und Bischöfe der Freisinger Bischofskonferenz haben die katholischen Gemeinden zur Kreativität an den besonderen Festen und Feiertagen zwischen Allerheiligen und Weihnachten aufgerufen. Gerade an Weihnachten soll niemand ausgeschlossen werden, der einen Gottesdienst besuchen will, heißt es in einer in München veröffentlichten Erklärung der Freisinger Bischofskonferenz.

Weil man angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie nicht damit rechnen könne, dass die Abstands- und Hygieneregeln sich ändern, sollten etwa für Gottesdienste im Freien die technischen Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

In ihrem Papier gehen die Bischöfe und Erzbischöfe auch auf die Einschränkungen der kirchlichen Jugendarbeit seit Ausbruch der Pandemie ein. Für viele Kinder und Jugendliche seien die durch das Virus ausgelösten Einschränkungen besonders hart: "Ihr Leben, ihre sozialen Kontakte hat die Pandemie massiv eingeschränkt."

Soziale Unterschiede hätten sich durch die Pandemie verstärkt. Es bestehe die Sorge, dass sozial Schwächere weiter abgehängt werden, weil ihnen etwa wegen mangelnder technischer digitaler Ausrüstung die Teilhabe fehlt. Die Kinder- und Jugendhilfe der Caritas habe in dieser Zeit neue Wege beschritten, um weiter Kontakt zu den Betroffenen zu halten.

Zur Freisinger Bischofskonferenz gehören die beiden bayerischen Erzbistümer Bamberg sowie München und Freising. Außerdem zählen die bayerischen Bistümer Würzburg, Eichstätt, Augsburg, Regensburg und Passau sowie das Bistum Speyer in der Pfalz dazu.

Über zwei Millionen Kontrollen zu Corona

Samstag, 4. Oktober, 10.28 Uhr: Für eine Akzeptanz der polizeilichen Corona-Kontrollen wirbt Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher (SPD) Denn die Überwachung der Bestimmungen diene der Eindämmung des Pandemie, sagte Rinderspacher. Wie eine parlamentarische Anfrage ergeben habe, sei es in Bayern vom 21. März bis zum 20. September zu über zwei Millionen Kontrollen der Polizei zur Überwachung der Corona-Bestimmungen gekommen. Davon seien lediglich bei 147 Kontrollen "Widerstandshandlungen" registriert worden.

Neue Regeln und Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie

Mittwoch, 30. September, 09.39 Uhr: Bund und Länder haben angesichts steigender Corona-Infektionszahlen weitere Beschränkungen und Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung der Pandemie vereinbart. Ein umfassendes Herunterfahren des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft wie im Frühjahr soll mit einer erweiterten "Hotspot"-Strategie verhindert werden. Die am Dienstag in Berlin vorgestellten Beschlüsse von AHA bis Urlaub:

* AHA-REGELN: Zu den bisherigen "AHA"-Regeln - 1,5 Meter Abstand halten, Hygiene, Alltagsmasken tragen - kommen zwei Buchstaben hinzu: Das "C", als Aufforderung, die Corona-Warn-App zu nutzen und das "L" fürs regelmäßige Lüften.

* BELÜFTUNG: Regelmäßiges Stoßlüften in allen privaten und öffentlichen Räumen könne die Gefahr der Ansteckung erheblich verringern, heißt es in dem Bund-Länder-Papier. Auch eine CO2-Messung in geschlossenen Räumen wird empfohlen, damit das Lüften nicht vergessen wird. Ein 500-Millionen-Euro-Förderprogramm unterstützt in diesem und im nächsten Jahr die Umrüstung von Belüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden - unter anderem in Schulen.

* FEIERN: Wenn Städte und Landkreise zu Corona-"Hotspots" werden, soll es Obergrenzen für Familienfeiern und andere Feste geben. Wenn es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gibt, dürfen in öffentlichen oder angemieteten Räumen nicht mehr als 25 Menschen zusammenkommen. Im Privaten wird dann dringlich empfohlen, maximal mit zehn Personen zu feiern. Wenn wiederum die Sieben-Tages-Inzidenz von 35 überschritten ist, sollen höchstens 50 Personen in öffentlichen oder angemieteten Räumen an Festen teilnehmen. In privaten Räumen sollen es dann nicht mehr als 25 sein.

* GASTRONOMIE: Wer in Restaurants und Cafés falsche Kontaktdaten auf die Gästelisten schreibt, muss mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro rechnen. Gaststättenbetreiber werden zu "Plausibilitätskontrollen" aufgefordert - sie müssen also überprüfen, ob die Gäste korrekte Angaben machen. Gegebenenfalls könnten in der Gastronomie zeitlich begrenzte Ausschankverbote für Alkohol erlassen werden.

* GESUNDHEITSDIENST: Der öffentliche Gesundheitsdienst wird mit vier Milliarden Euro gefördert. Die Gelder stellt der Bund bis 2026 zur Verfügung. Damit sollen bei den Ländern bis zu 5.000 neue Stellen geschaffen werden und die Digitalisierung in den Gesundheitsämtern vorangetrieben werden.

* URLAUB: Mit Blick auf die beginnenden Herbstferien appellieren die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen, auf Reisen in Risikogebiete zu verzichten.

Münchner Motettenchor gibt erstes Konzert nach der Corona-Pause

Montag, 28. September, 16.36 Uhr: Der Münchner Motettenchor beendet mit einem Konzert die Corona-Pause. Am Samstag (3. Oktober) führt der Chor die "Petite Messe solennelle" von Gioachino Rossini in der Münchner Matthäuskirche auf. Damit angesichts der Corona-Beschränkungen möglichst viele Besucher kommen können, wird das Werk am Nachmittag und am Abend von zwei verschiedenen Formationen mit jeweils 30 Sängerinnen und Sängern aufgeführt, wie der Motettenchor mitteilte. Identisch bei beiden Aufführungen sei nur das Solistenquartett mit Talia Or (Sopran), Marlene Lichtenberg (Alt), Gyula Rab (Tenor) und Nikolay Borchev (Bass) von der Bayerischen Staatsoper. Den coronabedingten Einschränkungen komme entgegen, dass Rossinis Messe nicht von einem Orchester, sondern nur von zwei Klavieren und einem Harmonium begleitet wird.

Mit dem Konzert eröffnet der Motettenchor sein 60. Jubiläumsjahr. Das für den 28. Juni geplante dreifache Jubiläumskonzert im Gasteig mit den Münchner Symphonikern zu ihrem 77-jährigen Bestehen und zum 70. Geburtstag des Komponisten Enjott Schneider fiel den Corona-Beschränkungen zum Opfer. Der Münchner Motettenchor hatte seinen ersten öffentlichen Auftritt am 14. Dezember 1960. Unter der Leitung seines Gründers Hans Rudolf Zöbeley (1931-2007), der auch Kantor an St. Matthäus war, entwickelte sich der Chor kontinuierlich zu einem der führenden Ensembles in München. Zu einem musikalischen Markenzeichen des Chores wurden die Carmina Burana von Carl Orff. Zu dem Konzert zum 100. Geburtstag Orffs auf dem Münchner Marienplatz kamen im Juli 1995 über 10.000 Menschen. Neben traditionellen Werken wendet sich der Chor auch immer wieder der modernen zeitgenössischen Musik zu.

Ärzte warnen vor Anstieg der Corona-Todesfälle

Sonntag, 27. September, 14.39 Uhr. Ärztevertreter rechnen damit, dass die Zahl der Corona-Toten in Deutschland in den kommenden Wochen weiter steigen wird. Die aktuell zunehmende Zahl der Covid-19-Toten spiegele zeitversetzt das steigende Infektionsgeschehen der vergangenen Wochen wider, sagte Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Samstag). Von der Erstinfektion bis zu einer schweren Erkrankung dauere es in der Regel zehn bis 14 Tage, die durchschnittliche Zeit auf der Intensivstation betrage 21 bis 24 Tage. Das bedeute, dass sich viele der Menschen, die jetzt sterben, vor mehr als fünf Wochen angesteckt hätten, erklärte Janssens.

Der Mediziner rechnet nach eigenen Worten aber nicht mit einer erneut dramatischen Entwicklung wie im Frühjahr. "Die Intensivmediziner wissen heute viel mehr über erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten und können medikamentös gezielter eingreifen", sagte er. Zudem habe das Land gelernt, die besonders gefährdeten Gruppen, die Alten und Kranken, besser zu schützen.

Zur traurigen Bilanz der Pandemie gehörten aber nicht nur die unmittelbaren Todesfälle, fügte Janssens hinzu: "Neben den Menschen, die an und mit dem Corona-Virus sterben, dürfen wir aber nicht diejenigen vergessen, die weiterhin sterben, weil sie sich aus Angst vor Ansteckung nicht in Praxen und Kliniken trauen." Die Gesamtzahl der indirekten Toten werde man erst Jahre später beziffern können, wenn sämtliche Spätfolgen der Pandemie abschätzbar seien.

Weihnachtsmärkte sollen größere Abstände haben, Getränke nur in Sektoren

Samstag, 26. September, 19.19 Uhr: Die Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf die Weihnachts- und Christkindlesmärkte in den großen bayerischen Städten. Komplett abgesagt werden sie zwar nicht, aber wegen geltender Hygieneregeln finden sie überall in veränderter Form statt, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) in fünf Großstädten ergab. Der weltbekannte Nürnberger Christkindlesmarkt soll stattfinden, es stelle sich "nicht die Frage nach dem ob, sondern nach dem wie", sagte ein Sprecher des Marktamtes. Der Markt werde dezentraler aussehen, sprich: Die Stände werden in größeren Abständen und deshalb nicht nur auf dem Hauptmarkt, sondern an diversen Plätzen in der Altstadt aufgestellt.

Auch der Augsburger Christkindlesmarkt soll "luftiger" werden: Die Standreihen auf dem Rathausplatz werden verbreitert, die Zahl der Händler soll aber durch eine Ausweitung der Fläche in die umliegende Innenstadt gleichbleiben. Ein Verbot des Alkoholausschanks sei derzeit nicht geplant, die Abgabe der Getränke an den Glühweinständen aber soll "mit abgegrenzten Sektoren" erfolgen, in denen Abstandsregeln gelten. Auch der Würzburger Weihnachtsmarkt soll stattfinden, er wird ebenfalls über die Innenstadt verteilt. Nur an "peripheren Plätzen" soll es Essen und Trinken geben - und nicht mit Selbstbedienung, sondern mit Bedienung und Kontaktdatenerfassung wie im Restaurant.

In der Landeshauptstadt München ist nach Angaben des Referats für Wirtschaft und Arbeit noch nicht entschieden, ob der Christkindlmarkt stattfinden wird. Aktuell sei das Referat als Organisator und Veranstalter dabei, ein coronataugliches Konzept zu entwickeln. Dies sei aber "noch nicht spruchreif", erläuterte ein Referatssprecher. In Regensburg sei "die Durchführung dezentraler Weihnachtsmärkte" politisch erwünscht, heißt es aus dem Rathaus. Momentan prüfe man, wo und wie dies in der Innenstadt umgesetzt werden kann. Zudem sei derzeit noch nicht klar, welche Auflagen "neben den üblichen Hygieneregeln" angesichts der Infektionszahlen in der Adventszeit gelten.

"Fastnacht in Franken" wegen Corona erstmals keine Live-Sendung

Freitag, 25. September, 11.41 Uhr: Die bekannte TV-Prunksitzung "Fastnacht in Franken" am 5. Februar wird erstmals in ihrer Geschichte nicht live aus Veitshöchheim gesendet. Grund dafür seien die Risiken durch die Corona-Pandemie, sagte der Ehrenpräsident des Fastnacht-Verbandes Franken, Bernhard Schlereth, der Würzburger Tageszeitung "Main-Post" (Freitag). "Stellen Sie sich vor, ein Künstler würde kurz vor der Sendung positiv getestet, dann müssten womöglich auch alle anderen in Quarantäne", erläuterte er. Man überlege gerade, ob man Einzelauftritte zusammenschneide oder sogar einen Gardeauftritt im Rokokogarten Veitshöchheim drehe.

Schlereth, der als künstlerischer Leiter für die Fastnachtssendungen im Bayerischen Fernsehen von Verbandsseite her zuständig ist, sagte der zeitung weiter: "Wir werden machen, was geht." Denkbar sei auch eine Aufzeichnung in den Mainfrankensälen mit deutlich weniger Publikum - und auf jeden Fall ohne die sonst so rege vertretene Politprominenz in den ersten Reihen. "Vielleicht können wir etwas mit Doubles machen", erläuterte Schlereth. Nach einem Treffen mit den Künstlern, die heuer auf der Bühne stehen sollen, sei jedenfalls klar, dass alle hochmotiviert seien und in diesen Zeiten "dankbar für jeden Auftritt" wären.

Trotz Corona: Jeder soll Weihnachtsgottesdienste besuchen können

Donnerstag, 24. September, 14.54 Uhr:  Jeder soll nach dem Willen des bayerischen evangelischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm trotz Corona in diesem Jahr an Weihnachten einen Gottesdienst besuchen können. "Unsere Kirchen sind bei den nötigen Sicherheitsabständen zu eng", sagte Bedford-Strohm am Donnerstag in München:

"Darum gehen wir raus! Das Licht der Weihnacht wird in diesem Jahr auf vielen Wiesen und Plätzen erstrahlen."

Viele der mehr als 1.500 evangelischen Kirchengemeinden im Freistaat planten heuer Weihnachtsgottesdienste an ungewöhnlichen Orten - beispielsweise in der Fußgängerzone oder einer Scheune, erläuterte er.

Solche außergewöhnliche Orte seien nicht nur etwas Besonderes, sondern schlichtweg nötig, weil dicht gedrängte Kirchenbänke an Heiligabend unter Corona-Bedingungen nicht möglich sind, teilte die Landeskirche weiter mit.

Viele Gemeinden planten, den Christbaum nicht in, sondern vor der Kirche für Gottesdienste im Freien aufzustellen. In anderen Gemeinden will man zu mehreren kurzen Gottesdiensten an verschiedenen Orten einladen.

"Vielleicht werden wir lange Unterhosen anziehen müssen", sagte Bedford-Strohm.

Es würden aber sicherlich Gottesdienste, "an die wir uns noch lange erinnern werden".

Söder: Wirtschaft, Schulen und Kitas haben oberste Corona-Priorität

Mittwoch, 23. September, 11.32 Uhr: Die bayerische Staatsregierung setzt im Kampf gegen die Corona-Pandemie weiterhin auf "Eindämmung statt Durchseuchung". Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München, man werde die bayerische Strategie beibehalten und nicht auf die schwedische wechseln. Die sich daraus entwickelnden Todeszahlen bei einem Strategiewechsel wären "ethisch, medizinisch und wirtschaftlich" nicht zu verantworten. Es gelte unbedingt einen zweiten Lockdown zu verhindern.

Um dies zu erreichen, soll künftig mehr Maske getragen werden. Regional soll ab einem Schwellenwert bei der 7-Tages-Inzidenz von 35 weiterhin die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen gelten, ab 50 auch in Grundschulen. Darüber hinaus sollen die Sperrstunden in den Risikoregionen mit einer Inzidenz über 50 verlängert werden. Auch die Zahl der Gäste bei privaten Feiern wird reduziert: Innen dürfen sich nur noch 25 statt 100 Personen treffen, außen noch 50 statt 200. Zudem werden private Treffen auf zwei Hausstände beschränkt.

Auch die bereits diskutierte Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen soll kommen, sofern dort die Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Darüber hinaus wird der Besuch von kritischen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen auf täglich eine Person beschränkt. Diese Person soll in der Regel aus dem eigenen Hausstand stammen oder ein naher Angehöriger sein. Bei Minderjährigen könnten die Eltern oder Sorgeberechtigten ihre Kinder während festen Besuchszeiten auch gemeinsam besuchen.

Söder kündigte außerdem ein "Lüftungsprogramm" für 50 Millionen Euro für Kitas, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen an. Mit technischen Lüftungsanlagen und Luftfiltern lässt sich die Viruslast in Innenräumen nach Angaben von Experten teilweise deutlich senken. Die oberste Priorität der Staatsregierung sei, die Wirtschaft und damit auch die Arbeitsplätze zu erhalten sowie einen Vollbetrieb in Schulen und Kitas zu gewährleisten. Das Freizeitverhalten der Menschen müsse dahinter womöglich etwas zurücktreten.

Würzburger Improtheaterfestival soll Corona-kompatibel starten

Dienstag, 22. September, 10.08 Uhr: Die 19. Auflage des Würzburger Improtheater-Festivals findet trotz Corona-Pandemie statt - zumindest nach jetziger Planung. "Es ist ein absolut verrücktes Jahr", sagte Festivalleiterin Lena Försch laut einer Mitteilung vom Montag. Auch bei der Organisation habe man diesmal improvisieren müssen. Von 21. bis 24. Oktober zeige man heuer sieben verschiedene Shows auf diversen Bühnen der Stadt. Manche Shows würden wegen der Hygienevorschriften und der dadurch begrenzten Platzzahl gleich zweimal hintereinander gezeigt, damit möglichst viele Zuschauer kommen können. Zwischen den beiden Shows würden die Sitzplätze desinfiziert und die Säle gut durchgelüftet, hieß es.

Beim Improvisationstheater entsteht "alles im Moment" - es gibt kein Skript oder Drehbuch, keine fest stehenden Dialoge. Je nach Art des Improtheaters kann sich eine dramatische Liebesgeschichte, Gruseliges aus dem Land der Alpträume oder ein Wettstreit um den schönsten Song für Würzburg auf der Bühne entwickeln. Normalerweise kommen zu dem Festival Schauspieler und Zuschauer aus rund einem Dutzend Länder nach Würzburg - wegen der Corona-Pandemie komme das Gros der 60 Darsteller diesmal vor allem aus dem deutschsprachigen Raum. Für mehr Reichweite soll dieses Jahr eine Art Festival-Fernsehsender sorgen, der live von den Bühnen ins Netz streamen soll. 

Söder für Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

Montag, 21. September, 09.47 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) spricht sich für eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen aus. Er sei sehr dafür, dass man überall dort im öffentlichen Raum eine Maskenpflicht einführe, "wo kein Abstand halten möglich oder gewollt ist", sagte Söder der Radiosender B5 Aktuell. Wenn es klare Regeln gebe, könnten die Ordnungskräfte auch entsprechend reagieren. Seine Sorge mit Blick auf die momentan hohen Infektionszahlen in Würzburg oder München seien nicht in erster Linie professionell organisierte Termine, sondern private Feiern: "Wenn die Vernunft nichts hilft, dann muss gesteuert werden."

Der CSU-Chef betonte, dass ein zweiter Lockdown verhindert werden müsse. Klare Priorität hätten für ihn, dass in den Schulen und Kitas im Freistaat weiter ein Vollbetrieb möglich seien und die Wirtschaft. Söder betonte, dass in München angesichts der Entwicklungen nun geplant sei, das Gesundheitsamt zu verstärken. Die Staatsregierung werde auch die Bundeswehr um Unterstützung bitten, um Infektionsketten besser nachverfolgen zu können. Kritisch sieht Söder zudem den Supercup zwischen dem FC Bayern und dem FC Sevilla in Budapest. Man solle sich gut überlegen, ob man wirklich dorthin fahren wolle.

Erstattung für Corona-Test nach Rückkehr aus Nicht-Risikogebiet endet

Dienstag, 15. September, 08.10 Uhr: Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten müssen einen Corona-Test von Dienstag an selbst bezahlen. Wie das Bundesgesundheitsministerium am Montag in Berlin mitteilte, tritt dann die neue Testverordnung in Kraft, nach der nur noch die Kostenübernahme für die verpflichtenden Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten bestehen bleibt. "Die Pandemie zwingt uns, unsere Strategie ständig der dynamischen Lage anzupassen", erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Für die Urlaubszeit sei es wichtig gewesen, möglichst alle Reisenden auf das Corona-Virus zu testen. "Mit Blick auf Herbst und Winter konzentrieren wir die Tests jetzt wieder stärker aufs Inland", ergänzte Spahn.

Die Test- sowie Quarantänepflicht für Reisende aus Risikogebieten bleibt allerdings bestehen. Die Regeln werden derzeit überarbeitet und sollen ab Oktober gelten. Das Ende der Kostenerstattung für Urlauber aus Nicht-Risikogebieten hatten die Regierungschefs von Bund und Ländern kürzlich beschlossen. Damit entfällt für diese Gruppe auch der Anspruch auf einen Test nach einem Urlaub im Ausland.

Tag des offenen Denkmals fand erstmals überwiegend digital statt

Montag, 14. September, 15.31 Uhr: Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag fand in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie erstmals überwiegend digital statt. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz stellten sich Hunderte Kirchen, Burgen und andere historische Gebäude oder Parks mit digitalen Angeboten auf einer Online-Plattform vor. Mehr als 1.200 Beiträge standen zum Abruf bereit, darunter Filme, digitale Rundgänge, Fotoreihen, Schnitzeljagden, Live-Veranstaltungen und Podcasts. Einige Veranstalter wie etwa Museen boten aber auch vor Ort Führungen unter Corona-Auflagen an, für die meist eine Vorab-Anmeldung erforderlich war.

Die Beiträge auf der Online-Plattform "tag-des-offenen-denkmals.de" sollen noch bis Ende September abrufbar bleiben. Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days und stand in diesem Jahr unter dem Motto "Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Im vergangenen Jahr lockten rund 8.000 Denkmäler in ganz Deutschland mehrere Millionen Besucher an.

Corona-Demo in München - mit Gegendemo

Samstag, 12. September, 17.50 Uhr. Bei einer Corona-Demonstration in München sind nach Polizeiangaben am späten Samstagnachmittag etwa 10.000 Menschen zusammengekommen. Die Kundgebung auf der Theresienwiese sei bis zum frühen Abend "weitestgehend friedlich" verlaufen, wie ein Polizeisprecher dem Sonntagsblatt sagte. Ihren Protestzug zuvor hatten die Veranstalter vorzeitig abgebrochen. Die Polizei hatte den Zug angehalten, weil in der Spitze geschätzt 3.000 statt der angemeldeten 500 Teilnehmer dabei waren und diese nach Polizeiangaben "nur vereinzelt" einen Mund-Nasen-Schutz trugen. Die Beamten waren mit 1.400 Kräften im Einsatz.

Auch auf der Theresienwiese überwachte die Polizei die Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen, teilweise per Hubschrauber. Der Abstand werde "nicht durchgängig" gewahrt, teilte die Polizei auf Twitter mit. Zudem trügen viele Teilnehmer keine Maske: "Wir werden diese Personen ansprechen, und je nach Sachlage werden sie wegen einer Ordnungswidrigkeit angezeigt", hieß es.

Beim Protestzug vom Odeonsplatz zur Theresienwiese hatte die Polizei die Teilnehmer in Gesprächen und per Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, eine Maske zu tragen und den Abstand zu wahren. Nach Auflösung des Zugs auf Höhe der Alten Pinakothek forderten die Initiatoren von "Querdenken 089" die Teilnehmer auf, zur geplanten Versammlung auf der Theresienwiese um 16 Uhr zu kommen. Die Teilnehmerzahl dort war nicht begrenzt, es galten jedoch die Hygienevorgaben wie bei allen öffentlichen Veranstaltungen von mehr als 200 Personen

Der Corona-Demo vorausgegangen waren diverse Umplanungen aufgrund kontroverser Gerichtsurteile. Ursprünglich hatten die Veranstalter 5.000 Teilnehmer auf dem Odeonsplatz und einen Protestzug durch die Innenstadt angemeldet. Die Stadt hatte dies untersagt und war am Freitag vom Verwaltungsgericht bestätigt worden. Demnach war nur eine auf 1.000 Teilnehmer beschränkte Versammlung auf der Theresienwiese und kein Protestzug erlaubt. Am frühen Samstagmorgen hatte der bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden, einen Protestzug mit 500 Teilnehmern zur Theresienwiese und dort eine Versammlung ohne Teilnehmerbegrenzung zuzulassen.

Eine Gegendemonstration von einem Bündnis aus linken Organisationen fand am Nachmittag auf dem Goetheplatz statt. Das Motto: "Solidarität statt rechter Verschwörungswahn".

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Kommentare

Von Gunther Leupold am Sonntag, März 15, 2020 - 08:41

Ich bin geradezu entsetzt, dass die ELKB nicht die gebotenen Konsequenzen aus der Corona-Gefährdungslage zieht und alle Gottesdienste für diesen Sonntag (15.03.2020) bis auf weiteres sofort absagt.
Die Verantwortlichen für die katholischen Glaubensgeschwister im Erzbistum München geben ein überzeugendes Beispiel ab, wie man adäquat und konsequent auf eine derartige Bedrohungslage reagiert.
Gunther Leupold
Prädikant

Von Thorsten Trogl am Montag, November 2, 2020 - 11:23

Wieso steht in dem o.g Artikel kein Wort von Gottesdiensten, die doch weiterhin erlaubt sind? Wie sieht es aus mit Hauskreisen in privaten Räumen?
Freue mich über eine Antwort.
Viele Grüße

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