Film und Video

Ökumenische Interfilm-Akademie

»Cuori puri« – reine Herzen von Roberto de Paolis mit Selene ­Caramazza und Simone Liberati.
Seit über 30 Jahren vergibt die ökumenische Interfilm-Akademie auf dem Münchner Filmfest den renommierten "One Future"-Ehrenpreis. So lange war auch der evangelische Gautinger "Filmpfarrer" Eckart Bruchner (73) in Personalunion mit dem Filmpreis verbunden. Mit dem diesjährigen Münchner Filmfest (22. Juni bis 1. Juli) ist nun der Stabwechsel zum evangelischen Theologen Peter Marinkovic als Leiter der Akademie abgeschlossen.

Hiphop-Historie

»All Eyez on Me« von Benny Boom: Demetrius Shipp als Tupac Shakur.
Er gilt noch heute als einer der größten Künstler des Hiphop – ­Tupac Shakur. 1996 wurde er aus einem fahrenden Auto in Las Vegas erschossen. Er wurde nur 25 Jahre alt. Benny Boom hat dem Rapper mit der Filmbiografie "All Eyez On Me" (ab 15. Juni) ein Denkmal gesetzt, das einen zwischen Shakespeare und Schießereien zerrissenen Menschen zeigt. Die spirituelle Seite des radikalen schwarzen Künstlers wurde erst nach seinem Tod sichtbar.

Doku "Sing it loud"

»Ein feste Burg«: der Kanaani-Jugendchor aus Arusha, Tansania.
Mehr als 1.500 Chöre kommen jedes Jahr zum Sing-Festival der Evangelisch-Lutherischen Kirche Tansanias (ELKT) zusammen. Unvorstellbar für kirchenferne Deutsche wie die Filmemacherin Julia Irene Peters, die eher zufällig bei einem Tansania-Besuch von dem Wettstreit hörte – und einen Film über die singenden Lutheraner drehte, der nun im Kino zu sehen ist.

Von Menschen und Monstern

»Alien: Covenant«: Michael Fassbender spielt in einer Doppelrolle die Androiden Walter und David.
"Alien" – ein Film, mit dem Regisseur Ridley Scott 1979 Kinogeschichte schrieb. Mit "Alien: Covenant" ab 18. Mai im Kino erweitert der bald 80-jährige Scott das Weltraum-Grusel-Epos um eine Vorgeschichte. Es geht um Schöpfer, Geschöpfe, viele weitere religiöse Bezüge – und natürlich fließt wieder eine Menge Blut. Sich selbst zu übertreffen gelingt Scott aber leider nicht.

Neu im Kino

Die Protagonisten von »Ü100« (im Uhrzeigersinn): Anna (103), Ruja (102), Hella (102), Franz (100), Gerda (100), Theresia (101), Ernst (102) und Erna (104).
Sie sind mutig. Sie sind witzig. Sie sind weise. Und sie sind über 100 Jahre alt. Die bayerische Filmemacherin Dagmar Wagner hat acht Hochbetagten ein sehenswertes Dokumentarfilm-Denkmal gesetzt. Am 6. April kommt der Film "Ü100" in die Kinos.

Fernsehfastnacht

Der Nürnberger Kabarettist Oliver Tissot als Reformator Martin Luther bei der Veitshöchheimer Fernseh-Prunksitzung 2017.
Die 30. Ausgabe Fernseh-Prunksitzung "Fastnacht in Franken" im Bayerischen Rundfunk (BR) hatte so viele Zuschauer wie noch nie. Im Schnitt sahen 4,47 Millionen Menschen bundesweit ab 19 Uhr die Live-Sendung aus Veitshöchheim. Wiederholt wird die Veitshöchheimer Fastnacht am Faschingsdienstag um 12.30 Uhr.

Luther im Film

Lutherfilm von 1927, Werbeplakat für das Wiener Schwedenkino.
Ein deutsch-nationaler Lutherfilm mit propagandistischen Zügen sorgte 1927 für Zoff zwischen den Konfessionen. Ergebnis: Der Stummfilm durfte bald nur noch bis zur Unkenntlichkeit zensiert und beschnitten gezeigt werden. Jetzt hat das Berliner Bundesarchiv die Urfassung von "Luther" aufwendig rekonstruiert und restauriert. In der Berliner Passionskirche fand nun die "Wieder-Uraufführung" statt – live begleitet vom Stummfilm-Musiker Stephan Graf von Bothmer. Ökumenischen Redebedarf löst der Film auch heute noch aus: Ein evangelisch-katholisch besetztes Podium sollte das bei der Premiere stillen.