6.01.2020
Bewahrung der Schöpfung

Ökumenische Flusssegnungen an Donau und Ilz: Das Kreuz in die Fluten

Mit ökumenischen Segnungen der Donau erinnern am 12. Januar die christlichen Kirchen in Regensburg und Niederaltaich an die Verantwortung für die Schöpfung und die Bewahrung des Friedens in der Welt. Dabei wird dreimal ein Kreuz ins Wasser geworfen, um den Fluss zu segnen. Im niederbayerischen Fischhaus wird der Fluss Ilz gesegnet.
Donausegnung an Epiphanias 2017: Regionalbischof Hans-Martin Weiss (wirft Kreuz) und Archimandrit Georgios Siomos.
Januar 2017: Mit Schwung wirft Regionalbischof Hans-Martin Weiss das Kreuz in die Fluten.

An der Zeremonie in Regensburg nehmen der evangelische Regionalbischof Klaus Stiegler, der katholische Bischof Rudolf Voderholzer und der Archimandrit Peter Klitsch von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie in Deutschland teil. Die Flusssegnung beginnt um 15 Uhr mit einer ökumenischen Vesper im Dom. Danach ziehen die Menschen zur Steinernen Brücke. Gegen 16 Uhr werde nach orthodoxer Tradition das Wasser gesegnet.

An der diesjährigen Flusssegnung in Niederaltaich nimmt neben Dekan Heinrich Blömecke und Pfarrerin Astrid Sieber auch Frater Ludwig Schwingenschlögl (OSB) aus der Abtei Niederaltaich teil. Beginn ist um 17 Uhr mit Hymnen, Psalmen und Lesungen nach orthodoxem Ritus am Donauufer.

Nachdem das Kreuz dreimal in die Fluten geworfen wurde, versammeln sich die Menschen zum Vespergottesdienst in der Niederaltaicher Basilika.

Die Flusssegnungen in Niederaltaich hatte der inzwischen verstorbene Altabt von Niederaltaich, Emmanuel Jungclaussen, im Jahr 1994 ins Leben gerufen. Sie wurden zum Höhepunkt der monatlichen Donaugebete des Arbeitskreises "Lebendige Donau", der sich für den Erhalt der letzten 70 Kilometer frei fließender Donau im Isarmündungsgebiet bei Niederaltaich einsetzte.

Donausegnung 2017 - eine Schwimmerin mit dem geschmückten Holzkreuz.
Januar 2017: Eine Schwimmerin mit dem geschmückten Holzkreuz.

Die Flusssegnungen gehen zurück auf einen Ritus der orthodoxen Kirche, die alljährlich am ersten Sonntag nach Epiphanias (6. Januar) an die Taufe Jesu im Jordan erinnert. In allen orthodoxen Kirchen wird an diesem Feiertag eine Segnung des Wassers zelebriert, um die Menschen, deren Häuser, Äcker und Tiere zu segnen. In vielen orthodoxen Ländern gibt es darüber hinaus die Tradition, alle Gewässer zu segnen, das Meer, die Seen, Flüsse, die Quellen und die Brunnen.

Der Ökumenische Arbeitskreis "Lebendige Donau" gab vor 26 Jahren den Impuls für die ökumenische Donausegnung. Die Feier am Donauufer ist seither zu einem bedeutenden Zeichen ökumenischer Verbundenheit und christlicher Schöpfungsverantwortung in der niederbayerischen Region geworden.

Der Arbeitskreis setzte sich unter anderem für den Erhalt der letzten 70 Kilometer frei fließender Donau im Isarmündungsgebiet ein, der im Februar 2013 vom bayerischen Kabinett nach langem Ringen beschlossen wurde.

Die Gebete an der Donau nehmen mehr und mehr die globalen Zusammenhänge von Naturzerstörung, sozialer Ungerechtigkeit und Bedrohung des Friedens weltweit in den Blick. Anliegen des Arbeitskreises sei es unter anderem, die völkerverbindende Dimension der Donau als "andere Balkanroute" in den Mittelpunkt zu stellen, heißt es.

INFO

Einer der größten Feiertage im orthodoxen Kirchenjahr ist der Tag der Epiphanie (6. Januar). Das Fest wird von den westlichen oder lateinischen der Anbetung des Kindes durch die Weisen aus dem Morgenland zugeordnet (Heilige Drei Könige), in den Ostkirchen jedoch als Tag der Taufe Jesu und Offenbarung der allerheiligsten Dreifaltigkeit begangen.

In allen orthodoxen Kirchen wird an diesem großen Feiertag eine Segnung des Wassers zelebriert, um damit die Gläubigen, deren Häuser, Äcker und Tiere zu segnen. In vielen orthodoxen Ländern gibt es darüber hinaus die alte Tradition, an diesem Tag alle Gewässer zu segnen, das Meer, die Seen, die Flüsse, die Quellen und die Brunnen.

 

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Thomas Zeitler

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