15.05.2019
Donau-Ries

Evangelische und Katholische feiern gemeinsam Kirchentag in Donauwörth

Das ökumenische Fest findet vom 15. bis 17. Mai 2020 in Donauwörth statt. Das Motto lautet: "Ihr seid das Salz der Erde!". Es ist nicht der erste gemeinsame Kirchentag im Donau-Ries.
Liebfrauendom (links) und Christuskirche in Donauwörth
Im katholischen Liebfrauendom (li.) soll der Kirchentag für das Donau-Ries eröffnet werden. Rechts die evangelische Christuskirche.

Die nordschwäbische Kleinstadt Oettingen ist konfessionell geteilt, es gibt ungefähr gleich viele katholische und evangelische Christen. Dass im Jahr 2000 ein ökumenischer Kirchentag in der beschaulichen Residenzstadt im Landkreis Donau-Ries stattfand, war damals eine Premiere, aber auch etwas Normales – und nur konsequent. Reinhold Bittner war vor 19 Jahren in seiner Heimatstadt unter den Organisatoren. In der Rückschau sagt er: "Es war ein Erfolg, gerade weil dieser Kirchentag ökumenisch angelegt war."

Aus dieser Überzeugung bestärkt Bittner, der auch stellvertretender Landrat im Donau-Ries ist, die Verantwortlichen und sagt die Unterstützung des Landkreises für den nächsten Donau-Rieser Kirchentag zu. Der soll vom 15. bis 17. Mai 2020 in Donauwörth stattfinden. Rund zwölf Monate vor dem Ereignis steht das grobe Gerüst für den Ablauf. Aber vieles ist noch zu tun. Und das wollen die Katholischen und Evangelischen im Landkreis gemeinsam stemmen. Veranstalter sind die katholischen Dekanate Donauwörth und Nördlingen, die evangelischen Dekanate Donauwörth, Oettingen und Nördlingen und das Bischöfliche Seelsorgeamt mit der Außenstelle in Donauwörth.

Es ist ein Kirchentag "von unten"

Das Motto des Kirchentages 2020 stammt aus dem Matthäus-Evangelium: "Ihr seid das Salz der Erde". Johannes Heidecker, evangelischer Dekan aus Donauwörth, findet das Motto passend. Christen aller Konfessionen suchten bewusst gemeinsam danach, wie man in der heutigen Zeit "Salz der Erde" sein könne. Salz konserviere, halte aber auch lebendig. Sein katholischer Kollege Robert Neuer betonte ebenfalls das gute ökumenische Miteinander: "Die Zeit ist reif für einen zweiten ökumenischen Kirchentag", sagte er. Gerade im ehrenamtlichen Engagement vieler Donau-Rieser zeige sich, dass sich Menschen einbringen wollen und sich von Werten leiten lassen. So sei das Kirchentags-Motto verwirklicht.

Bischofsvikar Bertram Meier von der Diözese Augsburg betonte, dass dieser ökumenische Kirchentag nicht von oben verordnet, sondern von unten gewachsen sei. Im "ökumenischen Schulterschluss" könne man zur politischen und gesellschaftlichen Gestaltung im Donau-Ries beitragen. Einen Wermutstropfen sprach Meier an: Man könne noch nicht das Mahl am Tisch des Herrn gemeinsam feiern. Bei konfessionsverbindenden Ehen sei das besonders schmerzhaft. "Wir empfinden das Leiden daran ja deshalb so stark und tief, weil wir sonst schon so nah beisammen sind", sagte er. Die Freude überbiete jedoch diesen Schmerz. Es gelte, weiter "gemeinsame ökumenische Impulse zu setzen".

Das Logo des Kirchentags: ein Kreuz im offenen Kreis

Die noch unvollkommene Einheit zeigt auch das Logo des Kirchentags: Ein Kreuz wird von einem nicht ganz geschlossenen Kreis umgeben. "Die gemeinsame Mitte ist das Kreuz, aber noch haben wir die Sache nicht ganz rund bekommen", sagte Ulrich Berens von der katholischen Ehe- und Familienseelsorge.

Ein großer Gottesdienst im Liebfrauenmünster in Donauwörth mit allen Dekanen Nordschwabens wird den Kirchentag am 15. Mai 2020 eröffnen, den Abschluss bildet ein Freiluft-Gottesdienst mit einem Großaufgebot an Musikern am Sonntag, 17. Mai. Ein Ort dafür wird noch gesucht. Ein Segnungsgottesdienst ist fest geplant, genauso eine "Nacht der Lichter", eine Podiumsdiskussion, Kabarett, eine Ausstellung von Kunstbibeln und viele Konzerte – Programm für alle Altersstufen, Eltern, Paare, Alte und Junge.

Aktuell leben im Landkreis Donau-Ries 133.000 Menschen. 110.000 davon sind Christen – etwa 33.500 evangelische und 76.600 katholische. Für alle diese Menschen soll der Kirchentag 2020 ein Fest werden, sagen die Verantwortlichen.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Sonntagsblatt