21.04.2018
Kirche

"Kreuz+Quer": Haus der Kirche in Erlangen ist Erfolgsstory

Das "Kreuz+Quer" ist aus Erlangen schon nach anderthalb Jahren nicht mehr wegzudenken. Was das Haus der Kirche auszeichnet.
Erlangen Kreuz + Quer
Verwaltungsleiterin Elke Bollmann und Geschäftsführer Hans Jürgen Luibl im Kreuz+Quer

Als der Bezirk Mittelfranken kürzlich seine traditionelle Prämierung gelungener Sanierungen historischer Bauten feierte, fand die erste von zwei Veranstaltungen in einem Gebäude statt, das selbst auf der Gewinnerliste stand: das Haus der Kirche "Kreuz+Quer", ehemaliges Kirchengebäude am Bohlenplatz in Erlangen.

Seit Oktober 2016 steht es nicht nur für kirchliche Events offen und scheint Stoff für eine Erfolgsstory zu bieten. "Mit dem Kreuz+Quer ist uns dank der Kooperation der Kirchengemeinde Erlangen-Neustadt, der Gesamtkirchengemeinde Erlangen und des Dekanatsbezirks als erstem Zweckverband in der ELKB mit tatkräftiger Unterstützung von BildungEvangelisch und dem Kirchengemeindeamt eine landeskirchenweit, aber besonders in Stadt und Region viel beachtete Renovierung gelungen", sagt der Erlanger Dekan Peter Huschke.

"Kreuz+Quer" beherbergte 433 Veranstaltungen in 2017

Den Erfolg belegen allein schon die Zahlen: Im Jahr 2017 fanden 433 Veranstaltungen im Haus der Kirche statt. 261 Mal wurde es unentgeltlich kirchlichen Einrichtungen überlassen. Die Differenz zeigt, dass mit dem Kreuz+Quer auch Geld verdient wird. Das ist auch bitter nötig, da das Projekt rund 4,3 Millionen Euro gekostet hatte, von denen nur rund die Hälfte durch Zuschüsse der Landeskirche und des Freistaats Bayern getragen wurden. Doch der finanzielle Einsatz der Neustädter Kirchengemeinde und des Dekanats scheinen sich langfristig zu lohnen. Das Haus ist schon nach kurzer Zeit ein herausragender Veranstaltungsort in der Erlanger Innenstadt.

Blickt man auf die Liste der öffentlichen Veranstaltungen, fällt einem die Vielfalt ins Auge: Da findet an einem Tag ein internationales Begegnungsfest im Zuge der "Wochen gegen den Rassismus" statt, ein anderes Mal referiert ein Strafrechtsprofessor über die polizeiliche Kriminalstatistik und gesellschaftliche Wahrnehmungen, dann bietet das Kreuz+Quer wieder Raum für Erlanger Künstler, eine Gesamtschau ihrer Werke auf die Beine zu stellen.

Kirchliche und nicht-kirchliche Gruppen nutzen "Kreuz+Quer"

Genutzt wird das Kreuz+Quer mittlerweile von den unterschiedlichsten kirchlichen Gruppen. Darunter auch die Freikirche Ecclesia, die Stadt Erlangen, universitäre Einrichtungen sowie Firmen und Privatleute. Nur selten habe man bisher genau hinsehen müssen, wem man das Haus vermietet. "Wir richten uns strikt nach dem Kodex der evangelischen Landeskirche", sagt Geschäftsführer Hans-Jürgen Luibl.

Ursprünglich war das Gebäude eine der beiden reformierten Kirchen in Erlangen. Sie ist mit der Geschichte der Stadt als Hugenottenstadt eng verknüpft. "Hier haben wir einen Ort, an dem wir für die Kommunikation des Evangeliums mit Menschen ins Gespräch kommen, die sonst eher selten in unseren Kirchengemeinden und dekanatsweiten Diensten auftauchen. Andere sind als treue Glieder ihrer Kirchengemeinden oder Nutznießer der Angebote im Dekanat einfach stolz, weil ihre Kirche so etwas hinbekommen hat", meint Huschke. Demnach bedeute die Auszeichnung durch den Bezirk eine Anerkennung, dass die evangelisch-lutherische Kirche gewagt hat, einen alten Baukörper zu neuem Leben zu erwecken. In ihm sei Vergangenheit, aber auch Zukunft sichtbar.

"Kreuz+Quer" als Schnittstelle von Kirche und Kommune

Als ein Haus an der Schnittstelle von Kirche und Kommune, von Glauben und Wissenschaft und von Gemeinde und Gesellschaft bezeichnet Leiter Hans-Jürgen Luibl das Kreuz+Quer. "Ein Ort der Begegnung sollte es sein – und ist es nach kurzer Zeit geworden", sagt Luibl. Menschen kämen gerne zum Feiern und zu Vorträgen, zu Ausstellungen und zu Workshops.

"Die Nachfrage und die Auslastung sind bereits nach gut einem Jahr Betrieb hervorragend – eine Bestätigung ganz besonderer Art", so Luibl weiter. Dies hänge wesentlich mit dem Gebäude selber zusammen. Dem Architekten sei es gelungen, die alten Räumlichkeiten offen und einladend zu gestalten und damit das Flair als ehemaliger Kirche gut zur Geltung zu bringen.

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