13.11.2019
Pflege in der Zukunft

Pflegefachkraft werden: Bundesweit dreijährige Ausbildung

Wer in Zukunft in einer Kinderstation, einer Klinik oder in einem Seniorenheim arbeiten möchte, muss die generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft absolvieren.
Petra Rahn wechselt Kompressionsstrümpfe.
Petra Rahn wechselt Kompressionsstrümpfe bei einem Patienten, der sich über den Besuch der Schwestern freut.

Wie in Bayern diese neue bundesweit angelegte Ausbildung umgesetzt wird, haben Experten bei der Messe ConSozial in Nürnberg erläutert. Die dreijährige Ausbildung beginnt im Schuljahr 2020/2021. Sie werte den Beruf deutlich auf, sagte Christine Hefer vom bayerischen Kultusministerium.

Pflegefachkraft: Impuls kam aus der Altenpflege

In Bayern werde der von einer Kommission erarbeitete Bundesrahmenlehrplan für die generalistische Pflegeausbildung weitgehend übernommen, kündigte die Ministerialrätin an. Alle werdenden Pflegefachkräfte würden künftig einmal im Jahr eine zentrale Prüfung am gleichen Tag schreiben.

Der Impuls für die generalistische Ausbildung sei aus der Altenpflege gekommen, sagte Hefer. Altenpflege sei seit langem nicht nur sozialpflegerisch, sondern auch krankenpflegerisch. Der Vorteil der neuen Ausbildung sei für die Berufstätigen und für deren Arbeitsstätten, dass die so Ausgebildeten flexibel einsatzfähig seien.

Uneinigkeit über die Finanzen der Ausbildung als Pflegefachkraft

Eine Einigung darüber, welche Gelder Ausbildungsstätten und Pflegefachschulen aus einem neuen Ausbildungsfonds erhalten, habe es in Bayern bisher noch nicht gegeben, berichtete Manfred Roß von der Evangelischen Schulstiftung (ESS). Die Schulen erhoffen sich einen Betrag von über 11.000 Euro pro Schüler pro Schuljahr, die Ausbildungsstätten haben Vorstellungen von 8.000 bis 9.000 Euro. Diese Zahlen liegen laut Roß jetzt bei einer Schiedsstelle.

Pflegeministerin Huml: Vorteile der neuen Ausbildung

Die generalistische Ausbildung bringe "zahlreiche Verbesserungen wie eine Modernisierung der Ausbildungsinhalte und mehr Praxisanleitung", hatte auch Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU) bei der ConSozial gesagt. Künftig werde ein großer Teil der Ausbildung nicht mehr nur beim Träger der praktischen Pflegeausbildung selbst, sondern auch an anderen stationären oder ambulanten Lernorten stattfinden.

Dies erfordere eine enge Zusammenarbeit aller an der Ausbildung beteiligten Einrichtungen. Zu einem "Bündnis für generalistische Pflegeausbildung" in Bayern gehörten inzwischen 54 Partner, teilte sie mit.

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