15.09.2018
St. Matthäus in den sozialen Medien

Augsburger Gemeinde überträgt Gottesdienst auf YouTube

Auf der Video-Plattform im Internet sind die Predigten aus den "ChurchNights" – den offenen Gottesdiensten der Kirchengemeinde – zu sehen. Die Gemeinde will damit Menschen erreichen, die nicht in die Kirche gehen.
Predigt-Video der Kirchengemeinde auf Youtube: »Menschen, die die Predigt gehört haben, können diese mit einem Klick an Freunde weitergeben«, sagt Pfarrer Thomas Bachmann.

Am Anfang jeder Predigt steht ein Witz. Pfarrer Thomas Bachmann erzählt ihn mit sichtbarer Vorfreude auf die Lacher, die gleich folgen werden. Es ist "ChurchNight" – ein besonderer Gottesdienst, den Bachmann und seine Kirchengemeinde St. Matthäus in Augsburg anbieten. Dabei gibt es wenig Lithurgie, eine alltagsnahe Botschaft – und es spielt eine Liveband. Bis zu 180 Besucher kämen dazu regelmäßig in die Kirche, berichtet Bachmann. Nun hat sich das ChurchNight-Team etwas Neues ausgedacht: Bachmanns Predigten sind seit Juni auf einem eigenen Youtube-Kanal der Gemeinde zu sehen. Youtube ist die bekannteste Video-Plattform im Internet. Gleichzeitig werden die Videos über soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram verbreitet.

 

Herr Bachmann, warum haben Sie sich entschieden, Youtube und andere Kanäle für Ihre Predigten zu nutzen?

Thomas Bachmann: Diese Kanäle bieten denjenigen, die die Predigt gehört haben, eine Möglichkeit, sie mit Freunden zu teilen. Der Wunsch, so viele Menschen wie möglich mit dem Evangelium zu erreichen, hat Träume in den Mitarbeitern freigesetzt. Wir bauen gerade ein "ChurchMedia-Team" auf, das die unterschiedlichsten Begabungen und Neigungen auf diesem Gebiet sammelt. Ein Mitarbeiter unserer Gemeinde stellt sein Filmequipment zur Verfügung. Drei Kameramänner stehen bei jeder ChurchNight parat, um es zu bedienen. Ein Cutter bearbeitet anschließend das Material. Dann stellen wir es online.

Wen wollen Sie mit den Online-Predigten vor allem ansprechen?

Bachmann: Wir wollen Menschen erreichen, die aufgehört haben, eine Kirche zu besuchen – oder auch nie eine besucht haben. Sei es wegen schlechter Erfahrungen oder weil sie einfach nichts vom Christentum erwarten. So ging es mir mit Anfang 20 auch. Aber auch Menschen aus der Gemeinde, die die Predigt verpasst haben, bekommen dadurch die Gelegenheit, sie nachzusehen und zu hören. Menschen, die die Predigt gehört haben und einen Gewinn daraus ziehen, können diese mit einem Klick an Freunde weitergeben nach dem Motto: "Ich hab‘ eine gute Predigt zu diesem oder jenem Thema gehört. Hör‘ doch mal rein."

Wollen Sie die Menschen auf diesem Weg auch in den Gottesdienst bringen?

Bachmann: In erster Linie geht es darum, etwas Gutes weiterzugeben und Menschen Gutes zu tun. Jede Predigt kostet mich 15 bis 20 Stunden intensive Arbeit und ist eine Botschaft, die Menschen zum Glauben bringen und auf ihrem Lebensweg mit Gott weiterbringen soll. Ich bekomme immer wieder ein sehr gutes Feedback – sowohl von Menschen, die dem Glauben fernstehen, wie auch von denen, die überzeugte Christen sind. Daher möchten wir die Predigten einem größeren Publikum zur Verfügung stellen. Das gilt auch für die anderen, die predigen. Werden dadurch Menschen auf die Gemeinde aufmerksam, freuen wir uns natürlich.

Haben Sie im Internet noch mehr vor?

Bachmann: Ich denke, es braucht einige Jahre treue und qualitativ gute Arbeit auf dem Gebiet, bis sich eine "Internetgemeinde" bildet und so ein Dienst ein breiteres Publikum erreichen kann. Das alles steht und fällt natürlich mit dem Team. Ich bin stolz, in der Gemeinde Menschen zu haben, die sich auf ein solches Abenteuer einlassen. Ich selbst bin gespannt, wie es sich entwickeln wird.

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