30.03.2021
Covid-19

Ein Pieks für Gesundheit und Freiheit: Bayern will bis Ende April 20 Prozent der Menschen erstimpfen

Als "Hoffnungsgipfel" nach schwierigen Beratungen in den vergangenen Tagen hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) das Treffen mit Ärzten, Kommunen, Apothekern und Wirtschaft am Dienstag bezeichnet.

Am Mittwoch (31. März) starten Arztpraxen in Bayern mit den Corona-Impfungen, bis Ende April könnten laut Söder 20 Prozent der Menschen im Freistaat erstgeimpft sein.

Wenn sich die Zusagen vom Bund erfüllen, erhalte der Freistaat bis Anfang Mai zwei weitere Millionen Impfdosen gegen das Corona-Virus, sagte der Ministerpräsident nach einem bayerischen Impfgipfel. Das wären so viele innerhalb eines Monats, wie Bayern bislang innerhalb von drei Monaten erhalten habe. Aktuell seien etwa elf Prozent der Menschen im Freistaat mindestens erstgeimpft.

Corona-Impfungen in Bayern

Zentral sei, dass künftig flexibel und pragmatisch priorisiert werde. Natürlich müssten Risikogruppen bevorzugt geschützt werden; doch Bürokratie und eine aggressiv um sich greifende Virusmutation der dritten Welle passten einfach nicht zusammen, ergänzte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Weiter werde der Abstand zwischen den Impfungen maximal vergrößert, die Notreserven würden aufgelöst und alles verimpft.

"Impfen ist die einzige wirkliche Lösung gegen Corona", betonte Söder. Doch wann das Impfen Wirkung zeige und den Menschen ihre Freiheiten zurückgeben könne, hänge von der Höhe der Inzidenz ab. Daher sei es wichtig, diese unter Kontrolle zu behalten, bekräftigte er seine Forderung nach einer bundesweit einheitlichen Notbremse samt Ausgangsbeschränkungen. Söder:

"Bund und Länder brauchen einen Pandemieplan für Deutschland und nicht 16 verschiedene."

Wichtig sei, endlich zu klären, ob Geimpfte ihre Freiheiten zurückbekommen, sagte Söder. Bayern erwarte vom Bund eine baldige Aussage. Schon an Ostern hätte das Erleichterungen bringen können: etwa wenn es um den Besuch bei bereits zwei Mal geimpfen Großeltern geht.

Konkret sieht Bayerns "Impfturbo" nun vor, dass sich Menschen ab Mittwoch in knapp 1.700 Arztpraxen im Freistaat gegen Covid-19 immunisieren lassen können, wie der Bayerische Hausärzteverband am Dienstag in München mitteilte. Allerdings stünden für die ersten Tage nur 33.600 Dosen Impfstoff zur Verfügung - also rund 20 Impfungen pro Praxis.

Impfen beim Hausarzt

Nach den Osterfeiertagen würden dann Schritt für Schritt alle Hausarztpraxen in Bayern beliefert. Sie seien "die Impfprofis im Land", sie impften schneller, würden ihre Patienten kennen und könnten auch die Nachsorge übernehmen, sagte Söder. Ab Mai sollen auch Betriebsärzte und Wirtschaft bei den Impfungen mithelfen, bereits im April werde es Modellprojekte bei größeren Arbeitgebern geben.

Dann könne unabhängig von Alter oder Risikogruppe ein ganzer Betrieb durchgeimpft werden, erklärte Söder. Er erhoffe sich davon auch eine gewisse "Gruppendynamik". Schließlich könnten Kliniken mit eigenen Impfstraßen einbezogen werden.

Zur bayerischen Impfstrategie gehöre weiter, dass in Corona-Hotspots mehr Impfdosen geliefert werden und das System des flexibleren Testens jenseits starrer Priorisierung zunächst dort erprobt werde. "Impfen für die Gesundheit" und "Impfen für mehr Freiheit" sollten bald als gleichberechtigte Ziele behandelt werden.

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