19.01.2020
Evangelische Ministerin

CSU-Ministerposten erstmals paritätisch verteilt - Staatssekretärin Trautner wird neue Sozialministerin, Schreyer wechselt ins Bauressort

Ministerpräsident Söder hat seine Kabinettsumbildung vorgestellt. Nachdem Bauminister Reichhart zum 1. Februar aufhört, folgt ihm die bisherige Sozialministerin Schreyer nach - und ihr wiederum die evangelische Schwäbin Trautner.
Carolina Trautner
Carolina Trautner

Neue bayerische Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales wird Staatssekretärin Carolina Trautner (CSU) aus dem Landkreis Augsburg. Die bisherige Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) übernimmt das Ressort Wohnen, Bau und Verkehr, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der Klausur der christsozialen Landtagsfraktion in Seeon (Landkreis Traunstein) bekanntgab. Schreyer folgt dem bisherigen Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) nach, der sein Amt zum 1. Februar abgeben will. Die evangelische Schwäbin Trautner war in der bayerischen Landessynode seit 2014 zweite Stellvertreterin von Söder als berufenem Mitglied.

"Starke Persönlichkeiten für Bayerns Kabinett", twitterte Söder. Mit der Entscheidung erhöht er den Frauenanteil in der Staatsregierung: "Die CSU besetzt ihre Ministerposten mit fünf Frauen und fünf Männern erstmals paritätisch." Die Freien Wähler hingegen haben ihre drei Ministerposten in der schwarz-orangen Koalition allesamt mit Männern besetzt. Söder würdigte die Sozialpädagogin Schreyer als "durchsetzungsstark und erfahren".

Carolina Trautner: Evangelische Politikerin

Die 58-jährige Trautner, gebürtige Augsburgerin, gehört seit März 2018 der Staatsregierung an - zunächst als Staatssekretärin im Ministerium für Unterricht und Kultus, bevor sie im November 2018 ins Sozialministerium wechselte. Die mit einem Arzt verheiratete Mutter von zwei erwachsenen Kindern hat Pharmazie studiert und als Apothekerin gearbeitet. Ihre politische Karriere begann auf kommunaler Ebene: Sie sitzt im Stadtrat von Stadtbergen (Landkreis Augsburg) und ist Kreisrätin im Landkreis Augsburg. 2013 zog sie in den Landtag ein. Zwei Jahre später übernahm sie den Vorsitz des CSU-Kreisverbands im Landkreis Augsburg.

Als "Überzeugungen und Ziele" nennt Trautner auf ihrer Webseite etwa Familienförderung, Inklusion, Barrierefreiheit und Armutsbekämpfung. Ihre Schwerpunkte in der Familienpolitik seien unter anderem "passgenaue Betreuungsangebote, aber gleichzeitig Wahlfreiheit für Familien" und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zudem wolle sie die finanzielle Unterstützung für Familien "auf hohem Niveau fortführen", heißt es dort.

In ihrer Freizeit spielt Trautner nach eigenen Angaben gerne Saxophon und wandert in den Bergen. Die Schwäbin war zunächst als Gesundheitsministerin gehandelt worden und Amtsinhaberin Melanie Huml für das Sozialressort. Reichhart will sein Amt abgeben, weil er bei der Kommunalwahl als Landrat in Günzburg kandidiert. Staatssekretär im Bauministerium wird der Schwabe Klaus Holetschek, der bisher Bürgerbeauftragter der Staatsregierung ist.

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