16.01.2020
Studie zu Kindergärten

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg: Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern steigt weiter

Hauptursache sind die zuletzt gestiegene Geburtenzahl, der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren und der geplante Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Was das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg noch sagte.
Kind spielt mit Bauklötzen

Der Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern wird einer Studie zufolge weiter steigen. Hauptursachen dafür seien die zuletzt wieder gestiegene Geburtenzahl, der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren und der geplante Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Dabei sind bereits heute Fachkräfte in diesem Bereich knapp und offene Stellen schwer zu besetzen, wie aus einer in Nürnberg veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.

In Deutschland sind rund 700.000 Erzieherinnen und Erzieher sozialversicherungspflichtig beschäftigt. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl um ein Drittel gestiegen. "Der Erzieherberuf hat stark an Bedeutung gewonnen", erklärte IAB-Forscherin Anja Warning.

Bundesagentur für Arbeit: Arbeitgeber tun sich schwer, Erzieherinnen zu rekrutieren

Daten des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit zeigten, dass sich Arbeitgeber sehr schwer tun, Erzieherinnen zu rekrutieren. Während es bei Stellenausschreibungen in anderen Berufen durchschnittlich elf Bewerbungen gibt, sind es bei Erzieherstellen nur fünf. Die Personalsuche dauert überdurchschnittlich lange, wie die Studie zeigt: So vergehen im Durchschnitt mehr als 100 Tage zwischen dem Beginn der Suche durch den Arbeitgeber und dem Arbeitsbeginn der eingestellten Person. Die Besetzung dauert bei anderen Berufen im Schnitt weniger als 90 Tage.

Der weitere Ausbau der Kinderbetreuung und das relativ hohe Alter der Erzieherinnen werden den Bedarf an Fachkräften weiter steigern. Der Beruf und die Erzieher-Ausbildung müssten dringend attraktiver werden, um das Angebot an Fachkräften deutlich zu erhöhen, sagte Warning. Ansatzpunkte seien die Vergütung des bislang unbezahlten schulischen Ausbildungsanteils und mehr Möglichkeiten zum Quereinstieg. Darüber hinaus sei es wichtig, die Arbeitsbedingungen im Beruf zu verbessern.

"Unbesetzte Stellen bringen besonders hohe Belastungen mit sich", erklärte Warning. Personalmangel gefährde außerdem die Qualität der Bildungsarbeit in den Kitas.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Unterstützung für Familien

Margarete Braunschweiger-Hager und Beate Hauck
Autor
Elternzeit, Arbeitsplatzgarantie, Mutterschaftsgeld, Kita – die Liste der Errungenschaften einer nachhaltigen Familienpolitik der vergangenen Jahrzehnte ist lang. Und doch beobachten Margarete Braunschweiger-Hager und Beate Hauck von der Evangelischen Familien-Bildungsstätte (FBS) in Nürnberg, dass es gerade für junge Mütter immer schwieriger wird, wieder einen geregelten Alltag zu meistern. Nicht die einzige Tendenz, die man am FBS feststellt.

Kinderbetreuung

Kind spielt mit Bauklötzen
Die bayerische Staatsregierung will den Beitragszuschuss auf Krippenkinder ausweiten. Ab 1. Januar 2020 sollen Eltern kleiner Kinder eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 100 Euro pro Monat erhalten. Es gibt allerdings entscheidende Unterschiede zum bereits bestehenden Kindergarten-Zuschuss.