16.11.2019
Impfpflicht

Welt-Frühgeborenen-Tag: Patientenbeauftragter Bauer warnt vor Masern

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Peter Bauer, begrüßt zum Welt-Frühgeborenen-Tag am 17. November die neu eingeführte Masern-Impfpflicht. Bei Masern handle es sich keineswegs um eine harmlose "Kinderkrankheit", teilte Bauer am Freitag mit und sprach stattdessen von einer "hochansteckenden Infektionskrankheit". Nach wie vor gebe es kein wirksames Arzneimittel gegen die Virusinfektion, der einzige Schutz sei eine Impfung.
Gerade kurz nach der Geburt hat eine junge Mutter 1000 Fragen. Eine Hebamme weiß Rat.

Allein im vergangenen Jahr seien laut Robert Koch Institut deutschlandweit 543 Menschen an Masern erkrankt, in Bayern habe es 108 gemeldete Fälle gegeben. Zu den Risikogruppen zählten Frühgeborene, Kinder und Menschen mit schwachem Immunsystem.

Gerade am Welt-Frühgeborenen-Tag gehe es "um unsere kleinsten und besonders schützenswerten Patienten und deren Familien", sagte Bauer. Frühgeborene müssten sich oft schon in den ersten Lebenstagen und -wochen mit Infektionskrankheiten auseinandersetzen. "Eine Maserninfektion - übertragen durch medizinisches Personal oder Geschwisterkinder - kann für sie tödlich sein." Impfschutz sei daher nicht nur Selbstschutz, sondern auch Schutz für die anderen. Besonders stark seien Schwangere bei einer Maserninfektion von Komplikationen bedroht.

Bis zu 25 Prozent der betroffenen Babys kommt laut Bauer zu früh zur Welt. Frauen mit Kinderwunsch sollten daher unbedingt ihren Masernschutz überprüfen.

Der Bundestag hatte am Donnerstag beschlossen, dass Kinder und Personal in Kindertagesstätten und Schulen ab 1. März 2020 gegen Masern geimpft sein müssen. Fehlen die Impfungen, drohen der Ausschluss aus Kindertagesstätten und Bußgelder von bis zu 2.500 Euro. Die Impfpflicht soll auch für Tagesmütter sowie für Bewohner und Mitarbeiter von Flüchtlingsunterkünften und Gesundheitseinrichtungen gelten. Für die Immunisierung sind zwei Impfungen vonnöten. In Bayern lag die Quote bei der ersten Masernimpfung bei mehr als 95 Prozent; bei der zweiten Impfung dagegen wurde der Wert nicht erreicht. Ein Gesamtschutz der Bevölkerung wird bei einer Quote von 95 Prozent angenommen.

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