8.08.2020
Fusion

"Diakoneo Gemeinschaft Neuendettelsau": Drei geistliche Gemeinschaften fusionieren

In Neuendettelsau brechen neue Zeiten an: Gleich drei eigenständige geistliche Gemeinschaften fusionieren. Diakoneo-Rektor Mathias Hartmann erklärt die Gründe dafür.
Mathias Hartmann Rektor Diakoneo

Die drei bislang eigenständigen geistlichen Gemeinschaften der ehemaligen Diakonie Neuendettelsau richten sich neu aus - und zwar gemeinsam.

Die Diakonissengemeinschaft, die Diakonische Schwestern- und Brüderschaft sowie die Diakonatsgemeinschaft mit ihren insgesamt rund 400 Mitgliedern schließen sich fortan zur "Diakoneo Gemeinschaft Neuendettelsau" zusammen, wie Diakoneo-Rektor Mathias Hartmann Sonntagsblatt.de sagte.

Anlass für die Fusion sei zum einen, dass die langjährigen Leitungen der einzelnen Gemeinschaften nun beinahe zeitgleich in den Ruhestand gehen, und zum anderen, dass "alle der gleichen Intention folgen".

"Alle drei Gemeinschaften haben sich zur Aufgabe gemacht, die diakonische Arbeit bei Diakoneo zu fördern", sagte Hartmann, auch wenn die historischen Wurzeln jeweils andere seien. Nun sei mit dem Generationenwechsel an der Spitze aller Gemeinschaften die Frage diskutiert worden, ob man dies nicht effektiver gemeinsam tun kann.

Neue Leitung der Diakonischen Gemeinschaft eine "sehr spannende Aufgabe"

Deshalb wurde die Leitungsstelle für die nun gemeinsame Diakonische Gemeinschaft auch bereits ausgeschrieben. Die Leitungsgremien der drei Gemeinschaften stimmen in den nächsten Wochen über ihre neue gemeinsame Grundordnung ab: "Inhaltlich soll die neue Gemeinschaft unter Führung der neuen Leitung mit Leben gefüllt werden."

Hartmann sagte, die neue Leitung der Diakonischen Gemeinschaft erwarte eine "sehr spannende Aufgabe", die drei Gemeinschaften mit ihren unterschiedlichen Traditionen und Ansätzen zusammenzuführen. Die diakonischen Gemeinschaften hätten seit mehr als 165 Jahren eine große Bedeutung "für die diakonische Arbeit unseres Unternehmens", sagte er.

"Ein historischer Moment" für Neuendettelsau

Die Ausrichtung unterscheidet sich dabei teils erheblich: Die Diakonissen leben ehelos in einer klosterähnlichen Gemeinschaft, die Mitglieder der Schwestern- und Brüderschaft im familiären Kontext, aber mit viel Gemeinschaft, während die Mitarbeitenden im Diakonat eine weniger verbindliche Gemeinschaft bildeten, erläuterte Hartmann.

Für Neuendettelsau sei dieses Zusammengehen "ein historischer Moment", sagte Hartmann. Ein Jahr nach der Gründung von Diakoneo aus der Diakonie Neuendettelsau und dem Diakoniewerk Schwäbisch Hall sei dies ein weiterer großer Schritt in die Zukunft.

Eine Fusion mit der Gemeinschaft der Haller Schwestern und Brüder sei "wegen der historisch gewachsenen Struktur" und der Unterschiede momentan kein Thema. "Ich will aber nicht ausschließen, dass es auch hier in Zukunft zu einer weiteren Annäherung kommen kann", betonte der Diakoneo-Vorstandsvorsitzende Hartmann.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Oberfranken

Behindertenwohnheim Himmelkron mit Turm der Klosterkirche
Die Diakonie Neuendettelsau verkauft das ehemalige Zisterzienserinnenkloster und spätere Markgrafenschloss im oberfränkischen Himmelkron im Landkreis Kulmbach. Ein privater Investor wird neuer Besitzer des historischen Gebäudekomplexes, der seit fast 130 Jahren als Wohnstätte für Menschen mit psychischer Behinderung dient.

"Kirche in Bayern"

Haben Sie auch die Zeit der Ausgangsbeschränkung zum Aussortieren benutzt? Die Kleidercontainer der Diakonie waren jedenfalls in ganz Bayern so voll, dass darum gebeten wurde, erstmal nichts mehr einzuwerfen. Wir haben uns gefragt, was passiert mit diesen Sachen? Wenn sie sauber, heil und solide sind, dann hängen sie vielleicht bald in einer kleinen Boutique in München-Neuhausen, um wieder zum Lieblingsstück zu werden.

"Als 'großer Tanker' haben wir mehr Stabilität in der Krise"

Mathias Hartmann Rektor Diakoneo
Die Corona-Krise hinterlässt auch bei Diakoneo seine Spuren. Es fehlen Einnahmen in Millionenhöhe, sagt der Vorstandsvorsitzende und Rektor des evangelischen Sozialunternehmens, Mathias Hartmann, im Interview. Trotzdem sei die Krise momentan keine existenzielle Bedrohung für Diakoneo.