21.09.2020
+++ News zum Coronavirus +++

Ministerpräsident Söder ist für Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

Aktuelle Nachrichten zum Coronavirus und dessen Auswirkungen auf Kirche und Gesellschaft lesen Sie hier im Sonntagsblatt.de-Newsticker.
Dossier Corona Virus Coronavirus

Söder für Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

Montag, 21. September, 09.47 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) spricht sich für eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen aus. Er sei sehr dafür, dass man überall dort im öffentlichen Raum eine Maskenpflicht einführe, "wo kein Abstand halten möglich oder gewollt ist", sagte Söder der Radiosender B5 Aktuell. Wenn es klare Regeln gebe, könnten die Ordnungskräfte auch entsprechend reagieren. Seine Sorge mit Blick auf die momentan hohen Infektionszahlen in Würzburg oder München seien nicht in erster Linie professionell organisierte Termine, sondern private Feiern: "Wenn die Vernunft nichts hilft, dann muss gesteuert werden."

Der CSU-Chef betonte, dass ein zweiter Lockdown verhindert werden müsse. Klare Priorität hätten für ihn, dass in den Schulen und Kitas im Freistaat weiter ein Vollbetrieb möglich seien und die Wirtschaft. Söder betonte, dass in München angesichts der Entwicklungen nun geplant sei, das Gesundheitsamt zu verstärken. Die Staatsregierung werde auch die Bundeswehr um Unterstützung bitten, um Infektionsketten besser nachverfolgen zu können. Kritisch sieht Söder zudem den Supercup zwischen dem FC Bayern und dem FC Sevilla in Budapest. Man solle sich gut überlegen, ob man wirklich dorthin fahren wolle.

Erstattung für Corona-Test nach Rückkehr aus Nicht-Risikogebiet endet

Dienstag, 15. September, 08.10 Uhr: Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten müssen einen Corona-Test von Dienstag an selbst bezahlen. Wie das Bundesgesundheitsministerium am Montag in Berlin mitteilte, tritt dann die neue Testverordnung in Kraft, nach der nur noch die Kostenübernahme für die verpflichtenden Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten bestehen bleibt. "Die Pandemie zwingt uns, unsere Strategie ständig der dynamischen Lage anzupassen", erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Für die Urlaubszeit sei es wichtig gewesen, möglichst alle Reisenden auf das Corona-Virus zu testen. "Mit Blick auf Herbst und Winter konzentrieren wir die Tests jetzt wieder stärker aufs Inland", ergänzte Spahn.

Die Test- sowie Quarantänepflicht für Reisende aus Risikogebieten bleibt allerdings bestehen. Die Regeln werden derzeit überarbeitet und sollen ab Oktober gelten. Das Ende der Kostenerstattung für Urlauber aus Nicht-Risikogebieten hatten die Regierungschefs von Bund und Ländern kürzlich beschlossen. Damit entfällt für diese Gruppe auch der Anspruch auf einen Test nach einem Urlaub im Ausland.

Tag des offenen Denkmals fand erstmals überwiegend digital statt

Montag, 14. September, 15.31 Uhr: Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag fand in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie erstmals überwiegend digital statt. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz stellten sich Hunderte Kirchen, Burgen und andere historische Gebäude oder Parks mit digitalen Angeboten auf einer Online-Plattform vor. Mehr als 1.200 Beiträge standen zum Abruf bereit, darunter Filme, digitale Rundgänge, Fotoreihen, Schnitzeljagden, Live-Veranstaltungen und Podcasts. Einige Veranstalter wie etwa Museen boten aber auch vor Ort Führungen unter Corona-Auflagen an, für die meist eine Vorab-Anmeldung erforderlich war.

Die Beiträge auf der Online-Plattform "tag-des-offenen-denkmals.de" sollen noch bis Ende September abrufbar bleiben. Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days und stand in diesem Jahr unter dem Motto "Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Im vergangenen Jahr lockten rund 8.000 Denkmäler in ganz Deutschland mehrere Millionen Besucher an.

Corona-Demo in München - mit Gegendemo

Samstag, 12. September, 17.50 Uhr. Bei einer Corona-Demonstration in München sind nach Polizeiangaben am späten Samstagnachmittag etwa 10.000 Menschen zusammengekommen. Die Kundgebung auf der Theresienwiese sei bis zum frühen Abend "weitestgehend friedlich" verlaufen, wie ein Polizeisprecher dem Sonntagsblatt sagte. Ihren Protestzug zuvor hatten die Veranstalter vorzeitig abgebrochen. Die Polizei hatte den Zug angehalten, weil in der Spitze geschätzt 3.000 statt der angemeldeten 500 Teilnehmer dabei waren und diese nach Polizeiangaben "nur vereinzelt" einen Mund-Nasen-Schutz trugen. Die Beamten waren mit 1.400 Kräften im Einsatz.

Auch auf der Theresienwiese überwachte die Polizei die Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen, teilweise per Hubschrauber. Der Abstand werde "nicht durchgängig" gewahrt, teilte die Polizei auf Twitter mit. Zudem trügen viele Teilnehmer keine Maske: "Wir werden diese Personen ansprechen, und je nach Sachlage werden sie wegen einer Ordnungswidrigkeit angezeigt", hieß es.

Beim Protestzug vom Odeonsplatz zur Theresienwiese hatte die Polizei die Teilnehmer in Gesprächen und per Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, eine Maske zu tragen und den Abstand zu wahren. Nach Auflösung des Zugs auf Höhe der Alten Pinakothek forderten die Initiatoren von "Querdenken 089" die Teilnehmer auf, zur geplanten Versammlung auf der Theresienwiese um 16 Uhr zu kommen. Die Teilnehmerzahl dort war nicht begrenzt, es galten jedoch die Hygienevorgaben wie bei allen öffentlichen Veranstaltungen von mehr als 200 Personen

Der Corona-Demo vorausgegangen waren diverse Umplanungen aufgrund kontroverser Gerichtsurteile. Ursprünglich hatten die Veranstalter 5.000 Teilnehmer auf dem Odeonsplatz und einen Protestzug durch die Innenstadt angemeldet. Die Stadt hatte dies untersagt und war am Freitag vom Verwaltungsgericht bestätigt worden. Demnach war nur eine auf 1.000 Teilnehmer beschränkte Versammlung auf der Theresienwiese und kein Protestzug erlaubt. Am frühen Samstagmorgen hatte der bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden, einen Protestzug mit 500 Teilnehmern zur Theresienwiese und dort eine Versammlung ohne Teilnehmerbegrenzung zuzulassen.

Eine Gegendemonstration von einem Bündnis aus linken Organisationen fand am Nachmittag auf dem Goetheplatz statt. Das Motto: "Solidarität statt rechter Verschwörungswahn".

Corona: Synodalpräsidentin Preidel weist auf Bedeutung von Seelsorge hin

Samstag, 14.25 Uhr. In ihrem letzten Bericht vor der Landessynode hat die bisherige Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel am Samstag die Bedeutung der Seelsorge auch während der Corona-Beschränkungen hervorgehoben. In den Wochen des Lockdowns habe die "Frage nach einer angemessenen und verantwortlichen geistlichen und seelsorgerlichen Gegenwart unserer Kirche" eine besondere Bedeutung gehabt, sagte Preidel in ihrem Bericht aus dem Landessynodalausschuss (LSA), der das Kirchenparlament zwischen dessen beiden Tagungen im Jahr vertritt. Durch die Corona-Krise habe sich auch der Zeitplan der Landessynode verändert, die zu ihrer ersten Tagung der neuen sechsjährigen Amtsperiode im Eventzentrum Strohofer an der A3 bei Geiselwind zusammen gekommen ist.
 

DAK-Report: Krankenstand in Bayern bleibt trotz Corona konstant

11. September, 14.30 Uhr: Trotz der Corona-Pandemie ist der Krankenstand in Bayern im ersten Halbjahr 2020 laut DAK im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Mit 3,8 Prozent liege er erneut deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (4,2 Prozent), teilte die Krankenkasse DAK in ihrem "Gesundheitsreport" mit. Demnach waren von Januar bis Juni an jedem Tag durchschnittlich 38 von 1.000 Arbeitnehmern krankgeschrieben. Dabei ist jedoch die Zahl der Fehltage aufgrund von Atemwegserkrankungen deutlich gestiegen, wie es hieß. Zudem habe es mehr Krankschreibungen wegen psychischer Leiden gegeben.

Im Monatsvergleich lag der Krankenstand im Freistaat nur im April mit 4,6 Prozent deutlich über dem Wert des Vorjahres (3,8 Prozent), wie es hieß. Ansonsten seien die Fehltage auf dem Niveau von 2019 oder sogar darunter geblieben. Ein nachhaltiger Anstieg der Arbeitsunfähigkeit sei ausgeblieben, obwohl es wegen Corona noch bis Ende Mai die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung gab, teilte die DAK mit. Dies zeige, dass kontaktlose Formen der Krankschreibung bei bestimmten Krankheitsbildern sinnvoll sein können und das Ansteckungsrisiko in den Praxen reduzieren.

Der Hauptgrund für Arbeitsausfälle waren laut DAK Muskel-Skelett-Beschwerden - etwa Rückenschmerzen -, die um vier Prozent zunahmen und jeden fünften Fehltag verursachten. Atemwegsprobleme stiegen um 16 Prozent an und waren ebenfalls für jeden fünften Fehltag verantwortlich; dennoch lag das Niveau noch unter dem des schweren Grippejahres 2018. Auch dies zeige, dass sich die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bewährt hätten, hieß es. Auf Platz drei folgten psychische Leiden wie Depressionen und Angstzustände; diese nahmen um elf Prozent zu und sorgten für jeden sechsten Ausfalltag.

Die DAK sieht einen Zusammenhang zwischen der Zunahme psychischer Leiden und dem Lockdown im Frühjahr: Die tiefgreifenden Corona-Beschränkungen seien für psychisch vorbelastete sowie für Menschen in schwierigen Lebenssituationen schwer zu bewältigen gewesen, hieß es.

Für die Analyse wurden die Daten von 350.000 DAK-versicherten Beschäftigten in Bayern für das erste Halbjahr 2020 und für 2019 ausgewertet.

Arbeitsvolumen in den Betrieben auf Rekord-Tief

14.39 Uhr: Das Arbeitsvolumen in den Betrieben ist im zweiten Quartal dramatisch gesunken. "Die Zahl der Arbeitsstunden lag zwischen April und Juni so niedrig wie noch nie in einem Quartal seit der Wiedervereinigung", sagte Enzo Weber vom Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg. Die Arbeitszeit sei vor allem durch Kurzarbeit, Abbau der Zeitguthaben auf den Arbeitszeitkonten, Freistellungen und weniger Überstunden gesunken.

"Die Daten zum Arbeitsvolumen zeigen die Auswirkungen der wirtschaftlichen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie in ihrer vollen Wucht", erklärte das Institut. Das Arbeitsvolumen sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um zehn Prozent auf 13,3 Milliarden Stunden gesunken. Gegenüber dem ersten Quartal 2020 bedeutet das einen saison- und kalenderbereinigten Rückgang um acht Prozent.

"Der Rückgang bei der Zahl der Erwerbstätigen blieb in Anbetracht des immensen wirtschaftlichen Schocks dagegen begrenzt", sagte Arbeitsmarktforscher Weber. Die Zahl der Erwerbstätigen ist nach den Angaben im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,3 Prozent gesunken und lag bei 44,7 Millionen. Gegenüber dem ersten Quartal 2020 ergibt sich saison- und kalenderbereinigt eine Abnahme von 1,4 Prozent.

Gericht bestätigt zeitweise Maskenpflicht an bayerischen Schulen

Dienstag, 8. September, 08.15 Uhr: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat am Montag einen Eilantrag gegen die neuntägige Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen im Freistaat abgelehnt. Wie das Gericht mitteilte, hatte ein zehnjähriger Gymnasiast über seine Mutter gegen die Anordnung der Staatsregierung im Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes dagegen geklagt. Die Richter allerdings bestätigten die über die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung verhängte Maskenpflicht im Unterricht in den ersten beiden Wochen des neuen Schuljahres.

Der BayVGH begründete seine Entscheidung damit, dass das Anliegen auch in einem Hauptsacheverfahren "voraussichtlich nicht erfolgreich" sein würde. Deswegen erscheine eine Aussetzung der ab Dienstag (8. September) geltenden zeitweisen Maskenpflicht "nicht dringend geboten". Die Tragepflicht eines Mund-Nasen-Schutzes könne als notwendige Schutzmaßnahme eingestuft werden. Sie diene dem legitimen Zweck, die Ausbreitung des Coronavirus unter Schülern und Lehrern zumindest zu reduzieren, teilte das Gericht weiter mit.

Die bis 18. September geltende Maskenpflicht sei auch deshalb angemessen und nicht zu beanstanden, weil im Einzelfall aus pädagogischen und medizinischen Gründen Ausnahmen zugelassen seien. Die mit der Maskenpflicht einhergehenden Einschränkungen seien "nicht nur hinnehmbar", sondern dienten auch "einem interessengerechten Ausgleich der Schüler", befand der BayVGH. Gegen den Beschluss der Richter gibt es keine Rechtsmittel. 

Fast jeder vierte Bayer hat sich im Urlaub nicht erholt

Montag, 7. September, 15.02 Uhr: Knapp ein Viertel der Bayern hat sich in diesem Jahr nicht richtig erholt. Laut einer DAK-Umfrage liegen die bayerischen Urlauber damit an erster Stelle: Knapp ein Fünftel der Deutschen (19 Prozent) kam in den vergangenen Wochen weniger gut oder überhaupt nicht zu neuen Kräften, wie die Krankenkasse am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Im Vorjahr waren es nur 13 Prozent. Vor allem Menschen in Bayern (23 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (22 Prozent) berichteten von mangelhafter Erholung. In Baden-Württemberg waren es lediglich 16 Prozent.

Knapp die Hälfte (44 Prozent) der schlecht Erholten klagte über gescheiterte Reisepläne wegen der Corona-Krise. 37 Prozent konnten sich aufgrund der Corona-Einschränkungen am Urlaubsort nicht gut erholen. Nur die Unfähigkeit abzuschalten (46 Prozent) war für den schlechten Urlaub noch entscheidender als die Pandemie. Zudem hatte ein Fünftel Stress mit der Familie oder mit Freunden.

Unter den gut Erholten waren für 80 Prozent Sonne und Naturerlebnisse entscheidend. Auch Zeit für sich selbst oder mit der Familie förderten die Erholung (70 Prozent) Positiv wirkte sich für viele auch der Wegfall der Arbeitsbelastung (61 Prozent) und der Ortswechsel (56 Prozent) aus.

Laut DAK-Befragung erkrankten oder verletzten sich im Sommer vier Prozent der Urlauber, 2019 waren es noch sieben Prozent. Die meisten Urlaubspatienten hatten einen Unfall oder Sturz. Unter einer Erkältung litt knapp ein Drittel der erkrankten Urlauber, von einem Magen-Darm-Infekt waren lediglich vier Prozent betroffen. Damit lagen die Infektionszahlen deutlich unter denen des Vorjahrs mit 39 Prozent - möglicherweise ein positiver Effekt der Hygienemaßnahmen.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte im Auftrag der DAK vom 22. Juli bis 7. August 1.000 Urlauber befragt. 

Mehr als 500 Verfahren wegen Corona-Soforthilfe-Betrugs in Bayern

Sonntag, 6. September, 15.15 Uhr: Die Corona-Pandemie ruft offenbar auch etliche Betrüger auf den Plan. Alleine in Bayern laufen - Stand Mitte Juli - mindestens 537 Ermittlungs- und Vorermittlungsverfahren zu Anträgen auf Corona-Soforthilfen des Bundes und des Freistaats, teilte das bayerische Justizministerium dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Die ausgezahlte Schadenssumme lag Ende Mai bei ungefähr 1,7 Millionen Euro. Zudem bestehe bei noch nicht ausbezahlten Anträgen im Gesamtwert von 2,2 Millionen Euro der Verdacht auf falsche Angaben. Wegen der deutlichen Steigerung der Antragszahlen seit Ende Mai sei auch von einem deutlichen Anstieg der Schadenshöhe auszugehen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Bei den verfolgten Straftaten im Zusammenhang mit den Corona-Soforthilfen handle es sich in der Regel um Subventionsbetrug. Neben der Pflicht zur Rückzahlung drohten den Tätern "hohe Geldstrafen und Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren", sagte Justizminister Georg Eisenreich (CSU) dem epd. Welchen Branchen die Täter zuzuordnen seien, wurde bei der Sonderabfrage des Ministeriums bei den 22 bayerischen Staatsanwaltschaften nicht erfasst. "Die bayerische Justiz ist beim Kampf gegen Betrug mit Corona-Soforthilfen sehr wachsam und gut aufgestellt", sagte Justizminister Eisenreich. Dies zeige die große Zahl an Ermittlungsverfahren im Freistaat: "Betrug lohnt sich nicht."

Zu den 537 Verfahren wegen der Anträge auf Corona-Soforthilfe kamen bei den bayerischen Ermittlungsbehörden alleine bis Ende Mai mindestens 608 weitere Ermittlungs- und Vorermittlungsverfahren wegen sonstiger Corona-Betrügereien. Die Ermittler hätten in Bayern zum Beispiel die folgenden beiden Betrugsmaschen beobachtet: Erpresserschreiben an Einzelpersonen, verbunden mit der Drohung, diese oder Familienmitglieder mit Corona zu infizieren, sowie diverse Corona-Fake-Shops im Internet, in denen nicht wirksame Schutzmittel oder Medikamente sowie nicht existente Impfstoffe verkauft werden. 

Polizei nutzt Corona-Gästelisten auch für Kleinkriminalität

Donnerstag, 3. September, 10.15 Uhr: Die bayerische Polizei hat auf Corona-Gästedaten aus der Gastronomie auch für Ermittlungen zu weniger gravierenden Delikten zugegriffen. Unter 24 Fällen bis Ende Juli befinden sich auch Diebstahl, Beleidigung und Fahrerflucht, wie aus einer Antwort des bayerischen Innenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Landtag hervorgeht, über die die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstag) in München vorab berichtet. Gleichwohl sei es aber auch um Kapitaldelikte wie Mord und schweren Raub sowie Vermisstensuchen gegangen. Im Sommer hatte das Ministerium stets darauf verwiesen, dass es sich bei der Datennutzung um schwere Straftaten und Notfälle handle.

Die persönlichen Daten, die Gäste in Restaurants, Cafés und Biergärten hinterlassen müssen, sind eigentlich zur Rückverfolgung beim Infektionsschutz gedacht. Als im Juli bekannt wurde, dass diese Daten auch für polizeiliche Zwecke verwendet werden, löste das politische Diskussionen aus. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Martin Hagen sieht nun laut Bericht seinen damaligen Verdacht bestätigt: Auf die Gästedaten sei eben nicht nur in Ausnahmefällen und bei besonders schwerer Kriminalität zugegriffen worden, sondern etwa auch bei Fahrerflucht.

Zudem seien laut der Antwort des Innenministeriums auch Daten Unbeteiligter erhoben und gespeichert worden. Hagen sagte, er halte das für "hochproblematisch". Die Gästelisten seien ausschließlich zur Pandemie-Bekämpfung eingeführt worden: "Eine Zweckentfremdung zerstört das Vertrauen der Bürger in staatliches Handeln und die Akzeptanz für die Corona-Regeln."

Das Innenministerium hingegen betont in der Antwort die "Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit". Die 24 Fälle betreffen fast alle Regionen im Freistaat, schwerpunktmäßig jedoch den Zuständigkeitsbereich der beiden Polizeipräsidien München und südliches Oberbayern. Auch in anderen Bundesländern hatte es Fälle von Zweckentfremdung der Corona-Gästelisten gegeben. Daraufhin waren Rufe nach einer bundesweiten Regelung laut geworden - inklusive einem Begleitgesetz, dass solche Fälle der Datennutzung klar definieren soll.

Landtags-SPD fordert höhere Corona-Pauschalen für Kitas

Mittwoch, 2. September, 11.27 Uhr: Die SPD-Landtagsfraktion hat die Pauschalen des Freistaats für Kita-Träger während der Zeit der Corona-Zwangsschließungen kritisiert. "Der sogenannte Beitragsersatz ist nur eine Pauschale, die oft nicht ansatzweise den entstandenen Schaden ausgleicht", sagte die SPD-Abgeordnete und Vorsitzende des Landtags-Sozialausschusses Doris Rauscher in München. Besonders ärgerlich sei, dass es diese Pauschale nur dann gibt, wenn ein Kind keinen einzigen Tag im Monat in der Kita betreut wurde: "War es nur einen einzigen Tag da, entfällt der Beitrag komplett. Das ist die reinste Mogelpackung."

Hinzu komme, dass die von der Staatsregierung ausbezahlten Pauschalen für die Monate April bis Juni viel zu niedrig seien. Für ein Krippenkind erhielten die Träger pauschal 300 Euro, für ein Kind im Kindergartenalter 150 Euro. In vielen Einrichtungen aber seien die Elternbeiträge deutlich höher und betrügen je nach Buchungszeit etwa in München auch mal 500 Euro.

"Die Pauschale der Staatsregierung geht also völlig an der Realität vorbei", sagte Rauscher. Die Regierung müsse dringend nachbessern, damit Träger oder Eltern im Fall einer erneuten Kita-Schließung nicht auf den Kosten sitzenbleiben.

Bereits durch die jetzige Differenz zwischen Elternbeiträgen und Pauschalen hätten einige Einrichtungen große Defizite angehäuft - oft seien die Träger Kommunen, Kirchen oder Sozialverbände. Der Bestand etlicher Einrichtungen wäre bei einer erneuten Zwangsschließung mit den aktuellen Regelungen gefährdet, so die SPD.

Deutsches Mozartfest in Augsburg findet nun im Oktober statt

Dienstag, 1. September, 14.54 Uhr: Das ursprünglich im Mai geplante Deutsche Mozartfest in Augsburg findet nun vom 9. bis 31 Oktober statt. Mit zehn Konzerten sei fast das gesamte geplante Mai-Programm auf den Oktober verlegt worden, teilte die Stadt Augsburg am Dienstag mit. Inhaltlich widmet sich das Festival unter dem Titel "MZRT & BTHVN - Vollendung und Aufbruch" den beiden "Ton-Titanen" Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und Ludwig van Beethoven (1770-1827). Man begebe sich damit "auf die Suche nach Verbindungen, Trennlinien und Übergängen zwischen Mozart und Beethoven", hieß es in der Ankündigung.

Es würden musikalische Bögen zwischen dem frühen und späten Mozart sowie vom jungen zum betagten Beethoven gespannt. Dabei dürften auch "ikonische Werke" wie Mozarts Requiem sowie die fünfte und sechste Symphonie Beethovens nicht fehlen - diese Werke würden jeweils vom "Orchestra in Residence", der Akademie für Alte Musik Berlin (Akamus) gespielt. Wegen der Abstands- und Hygieneregeln seien für fast alle Konzerte des Mozartfestes die Räume gewechselt worden. Gespielt werde nun in der evangelischen St. Ulrichskirche, im Kongress am Park sowie im Kleinen Goldenen Saal.

ifo-Institut: Kurzarbeit sinkt weiter langsam

Montag, 31. August, 16.19 Uhr:  Die Zahl der Firmen mit Kurzarbeit sinkt einer Umfrage zufolge weiter. Im August waren es 37 Prozent der Unternehmen, wie das Münchner ifo-Institut am Montag mitteilte. Im Juli waren es noch 42 Prozent. "Der Anteil an Firmen mit Kurzarbeit war über fast alle Branchen hinweg rückläufig, auch wenn es insgesamt immer noch viele sind", sagte ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link zu den Umfrageergebnissen des Forschungsinstituts. Spitzenreiter blieb im August die Industrie mit 53 Prozent der Firmen, nach 57 Prozent im Juli.

Bei den Dienstleistern befanden sich den Angaben zufolge im August noch 33 Prozent der Firmen in Kurzarbeit, nach 39 Prozent im Juli. Im Handel fiel der Anteil von 31 Prozent im Juli auf 26 Prozent im August. Vergleichsweise wenig betroffen war das Bauhauptgewerbe, wo nur sieben Prozent der Unternehmen Kurzarbeit fuhren, nach elf Prozent im Juli.

In den aggregierten Zahlen der großen Wirtschaftszweige verbergen sich laut ifo riesige Unterschiede. Das zeigt sich besonders deutlich an den Dienstleistern. Obwohl der Durchschnittswert nur 33 Prozent betrug, waren im August 88 Prozent der Reisebüros und -veranstalter in Kurzarbeit, 74 Prozent Arbeitskräftevermittler, 71 Prozent der Hotels, 69 Prozent der kreativen und künstlerisch tätigen Betriebe, 52 Prozent der Gastronomieunternehmen und 40 Prozent der Verlage. Besonders wenig Kurzarbeit gab es im August im Grundstücks- und Wohnungswesen mit 4,2 Prozent sowie bei Informationsdienstleistern mit 2,8 Prozent.

Ähnlich gemischt sieht es der Umfrage zufolge in der Industrie aus: Der Durchschnittswert beträgt dort 53 Prozent. Dennoch waren im August noch 80 Prozent der Metallerzeuger und -bearbeiter in Kurzarbeit. Bei den Herstellern von Bekleidung waren es 67 Prozent und bei den Herstellern von Metallerzeugnissen ebenfalls 67 Prozent. In der Autobranche betrug der Anteil 65 Prozent der Unternehmen, in der Chemie hingegen nur 34 Prozent, bei den Herstellern von Nahrungsmitteln 14 Prozent und bei der Pharmazie vier Prozent.

Caritasverband betrachtet Regelbetrieb in Kitas ab September als unrealistisch

Freitag, 28. August, 09.16 Uhr: Der Diözesan-Caritasverband München und Freising warnt angesichts des Drei-Stufen-Plans der Staatsregierung für Kitas vor Konflikten zwischen Eltern und Kindergärten. Dieser Plan sehe vor, dass die Kitas in Stufe 2 - also bei steigenden Corona-Infektionszahlen - in den eingeschränkten Betrieb wechseln und nicht mehr jedes Kita-Kind im gewohnten Umfang betreut werden kann, sagte Caritasdirektor Georg Falterbaum am Donnerstag in München.

 Das Sozialministerium müsste die Eltern auf diesen Stufe-2-Fall vorbereiten, stattdessen werde stets nur über die Einschränkungen in der dritten Stufe gesprochen, wenn lediglich noch ein eingeschränkter Kita-Notbetrieb stattfinden soll.

Von den Kita-Trägern fordere das Sozialministerium hingegen die Umsetzung eines Hygieneplans für alle drei Stufen. Die Konflikte mit den Eltern seien vorprogrammiert, weil diese ab September einen Regelbetrieb erwarten, "den es so nicht geben kann". Das Ministerium müsse die Eltern ausführlich über seine Vorgaben für die bayerischen Kitas informieren.

Nur so könne die Partnerschaft zwischen Eltern und Kitas gut funktionieren, sagte Falterbaum. Außerdem kritisierte er, dass nach den Sommerferien Kinder mit "milden Krankheitssymptomen" wieder und ohne negativen Corona-Test in die Kita gehen dürften. Das gefährde andere Kinder und auch das pädagogische Personal.

Corona lässt Passagierzahlen an bayerischen Flughäfen einbrechen

Mittwoch, 26. August, 11.18 Uhr: Die Corona-Pandemie hatte auch auf den Flugverkehr an den drei bayerischen Verkehrsflughäfen München, Nürnberg und Memmingen im ersten Halbjahr 2020 teilweise drastische Auswirkungen.

So gingen die Fluggastzahlen von Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahr um fast zwei Drittel (65,7 Prozent) auf 8,7 Millionen Passagiere zurück, wie das Landesamt für Statistik am Mittwoch in Fürth mitteilte. Das Fracht- und Postaufkommen sei in diesem Zeitraum um 45,7 Prozent gesunken. Die Zahl der startenden und landenden Flugzeuge sank an diesen drei Flughäfen im ersten Halbjahr um 58 Prozent auf 95.290 Maschinen.

Besonders dramatisch seien die Einbrüche am Flughafen München in den Monaten April und Mai gewesen. Die Passagierzahlen seien in den beiden Monaten im Vergleich zu den Vorjahresmonaten um mehr als 99 Prozent eingebrochen.

Söder will an Corona-Tests für Reiserückkehrer festhalten

Dienstag, 25. August, 09.13 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) lehnt eine Einschränkung oder Abschaffung von Coronatests für Reiserückkehrer ab. "Bayern will das nicht", sagte Söder am Dienstag dem Bayerischen Rundfunk (BR). Vor allem Urlaubsrückkehrer aus Südosteuropa ließen "gepaart mit großem Leichtsinn" überall in Deutschland wieder das Infektionsgeschehen ansteigen: "Der Urlaub ist genau das Risiko, vor dem wir immer gewarnt haben." Überlegungen, Tests für Rückkehrer aus Urlaubsgebieten abzuschaffen, halte er "für nicht durchdacht".

Das Argument, die Testkapazitäten seien jetzt ausgeschöpft, greife nicht, sagte Söder. Noch sei fast ein Viertel der Testkapazitäten frei. Quarantäne plus Tests seien "eine wichtige Sicherheit". Dies gerade auch mit Blick darauf, dass Mitte September in einigen Bundesländern schon wieder die Herbstferien beginnen. "Wir müssen gucken, dass wir nicht immer ständig der Welle nachlaufen", sagte Söder, "sondern wieder versuchen, vor die Welle zu kommen". Des Weiteren bekräftigte er seine Forderung nach einheitlicheren bundesweiten Regelungen.

Bayern will an eigenen Corona-Regeln für private Feiern festhalten

Montag, 24. August, 10.48 Uhr: Vor dem Treffen der Länder-Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Donnerstag hat Bayern seine Linie bei den Corona-Beschränkungen für private Feste und Feiern bekräftigt. Der neue Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) sagte der "Augsburger Allgemeinen" (Montag), falls es zu bundeseinheitlichen Grenzen für Teilnehmerzahlen kommen, müssten sich diese "an der bayerischen Linie orientieren".

Er glaube nicht, dass "der Freistaat seinen bewährten Weg verlässt", betonte Holetschek, der erst in der vergangenen Woche vom Bau- ins Gesundheitsministerium gewechselt war, um die in die Kritik geratene Ministerin Melanie Huml (CSU) zu unterstützen. Holetschek sagte, es könne auch bei unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern bleiben. Schließlich gebe es ein "unterschiedliches Infektionsgeschehen". 

Söder will bundesweite Maskenpflicht-Regelungen

Freitag, 22. August, 11.52. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) strebt zum Schutz vor dem Coronavirus bundesweit einheitliche Regelungen zum Masken-Tragen an. Auch Bußgelder bei Verstößen gegen eine Maskenpflicht sollten vereinheitlicht werden, sagte Söder. Kommende Woche berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit den Regierungschefs der Länder über die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Söder sagte dem Deutschlandfunk: "Wir haben nach wie vor unglaublich viele tolle, vernünftige Menschen, die in einer bewundernswerten Weise für sich und andere vorsorgen." Aber es gebe auch eine Zahl von Menschen, die die Lage nicht ernst nähmen, sagte der CSU-Chef dem Deutschlandfunk laut einer Vorabmeldung vom Freitag: "Und deswegen muss man auch manchmal die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen."

Söder kritisierte Bundesländer, die Lockerungen planten. "Wir können doch nicht im Ernst in der Situation weitere Lockerungen beschließen", sagte er und sprach sich gegen Konzerte und Fußballspiele mit Tausenden Menschen aus. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus nimmt seit einiger Zeit in Deutschland wieder zu. Am Freitag meldete das Robert Koch-Institut mehr als 1.400 neue Infektionen gegenüber dem Vortag.

Museum Otto Schäfer öffnet wieder nach Corona

Donnerstag, 21. August 2020, 10 Uhr. Das Museum Otto Schäfer in Schweinfurt nimmt nach seiner coronabedingten Schließung am 12. September wieder den Betrieb auf. Wie das Museum mitteilte, soll dann ab dem 20. September die ursprünglich schon für Frühjahr und Sommer geplante Ausstellung "Helm Zirkelbach / Walt Whitman - Gesang von mir selbst" zu sehen sein. Grafiker Zirkelbach hat nach Angaben des Museums zu jeder der 52 Strophen des Whitman-Gedichts "Gesang von mir selbst" ein eigenes Blatt geschaffen. Rund die Hälfte davon werde zu sehen sein, ebenso der Originaltext samt der deutschen Übersetzung.

Weil eine richtige Vernissage wegen der Enge des Museums und der Infektionsschutzauflagen aktuell nicht möglich sei, würden am 20. September jeweils um 11, 13 und 15 Uhr Führungen angeboten, zu denen man sich vorab anmelden muss. Das kleine Museum wird von der Otto Schäfer Stiftung der Stadt Schweinfurt getragen. Das Museum widmet sich dem Buch, der Grafik und dem Kunsthandwerk. Um die Graphik- und Büchersammlungen Otto Schäfers (1912 - 2000) haben sich im Laufe der Zeit eigene neue Sammlungen gruppiert.

Augustana Haochschule startet Lehrbetrieb

Mittwoch, 19. August, 11 Uhr. Die landeskirchliche Augustana Hochschule in Neuendettelsau kann trotz der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Auflagen ihren Lehrbetrieb im Wintersemester 2020/21 sicherstellen. Im März habe die Augustana ihren Betrieb komplett auf digitales Lernen umgestellt, seit Juni seien auch wieder Präsenzangebote nach den Hygienevorgaben möglich, teilte die Hochschule mit. Man werde im September und Oktober die bewährten Ferien-Intensivsprachkurse in Präsenz, digital sowie in hybrider Form anbieten – das gleiche gelte für das Lehrangebot für das am 10. November beginnende Wintersemester, hieß es.

Das Theologiestudium sei "unbedingt" auf Präsenzveranstaltungen angewiesen, teilte die Augustana Hochschule weiter mit. Sprachkurse, Seminare und Übungen würden gemäß den jeweils geltenden Hygiene- und Sicherheitsvorgaben angeboten und umgesetzt. Die digitale Lehre werde zudem zur ökumenischen Annäherung genutzt für das digitale grenzüberschreitende Pilotprojekt "International Course Exchange". Studierende der Augustana könnten dabei online an Lehrangeboten internationaler Partnerhochschulen teilnehmen - und umgekehrt. Die erworbenen Leistungspunkte würden dabei jeweils anerkannt.

Wegen der Corona-Pandemie sind potenzielle Studierende fast aller Hochschulen momentan verunsichert und sehr zurückhaltend bei der Einschreibung. Man könne die an der Augustana so einzigartigen und charakteristischen Angebote "an individueller Studienberatung und Seelsorge, das studentische Hochschulleben und die geistliche Gemeinschaft am Campus auch unter Corona praktizieren", hieß es in Neuendettelsau.

Forscher: Flüchtlinge am stärksten von Entlassungen betroffen

Dienstag, 18. August 2020, 16.09 Uhr: Flüchtlinge sind nach Angaben des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am stärksten von Entlassungen infolge der Corona-Krise betroffen. Grund sei, dass Flüchtlinge häufig Beschäftigungen ausüben, die sich nicht im Homeoffice erledigen lassen, etwa bei Sicherheitsdiensten oder in der Gastronomie, sagte der IAB-Migrationsforscher Herbert Brücker der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Hinzu kommt, dass sie erst seit kurzer Zeit beschäftigt waren oder nur befristete Verträge hatten", erklärte er.

Bis zum Ausbruch der Corona-Krise Anfang dieses Jahres sei die Erwerbstätigkeit der Geflüchteten dagegen stetig gestiegen. "Wenn Sie mich fragen: Stimmt der Merkel-Satz 'Wir schaffen das' aus heutiger Sicht?, sage ich: Ja, bis zum Ausbruch der Corona-Krise waren wir wirklich auf sehr gutem Wege, die Arbeitsmarktintegration der 1,2 Millionen Geflohenen schneller als in der Vergangenheit zu schaffen", sagte Brücker. Der grundsätzlich positive Trend habe sich bis Ende 2019 fortgesetzt. Nun wirke sich die Corona-Krise leider "sehr schlecht auf die Beschäftigung Geflohener aus".

Corona breitet sich in Lateinamerika aus

Samstag, 15. August 2020, 17.47 Uhr: In Lateinamerika breitet sich die Corona-Pandemie weiter dramatisch aus. In Brasilien sind inzwischen mehr als 3,2 Millionen Menschen infiziert, etwa 105.000 Menschen sind an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben, wie das Gesundheitsministerium  mitteilte. Mexiko und Peru haben jeweils die Marke von 500.000 Infizierten überschritten. Unterdessen laufen in Lateinamerika große Impfstofftests.

In Mexiko sind 55.293 Menschen nach einer Infektion gestorben, in Peru stieg die Zahl der Toten auf mehr als 25.000. In allen drei Ländern gehen Experten davon aus, dass die Zahl der Infizierten deutlich höher ist, weil zu wenig getestet wird. In Mexiko wurden trotz hoher Infektions- und Todeszahlen die Sicherheitsmaßnahmen teilweise wieder heruntergefahren. So dürfen in Mexiko-Stadt Restaurants, der Einzelhandel und Kinos unter Auflagen wieder öffnen. Eine Ausgangssperre hat die Regierung nie verfügt.

Für Peru kündigte Präsident Martín Vizcarra dagegen an, die erst vor wenigen Wochen gelockerten Ausgangsbeschränkungen wieder zu verschärfen. So gilt sonntags eine strikte Ausgangssperre, Familientreffen sind künftig verboten. Peru verhängte bereits Mitte März, noch vor Deutschland, strenge Beschränkungen für das öffentliche und private Leben. Trotzdem konnte das Virus nicht aufgehalten werden. Hauptgrund dafür ist wie in anderen lateinamerikanischen Ländern die große soziale Ungleichheit.
 
In Brasilien wurden Quarantäneregelungen von Bürgermeistern und Gouverneuren größtenteils nach Druck aus der Wirtschaft wieder aufgehoben. Präsident Jair Bolsonaro, der selbst mit Corona infiziert war, verharmlost die Pandemie und setzt sich demonstrativ immer wieder über Schutzmaßnahmen hinweg. Das südamerikanische Land gilt als Beispiel für das Versagen der Politik im Umgang mit der Corona-Krise. Gleichzeitig wird in Lateinamerika an Impfstoffen geforscht. In Brasilien testen unter anderem die Firmen AstraZeneca, Pfizer und das chinesische Unternehmen Sinovac in Kooperation mit dem Staat ihre Impfstoffe.
 
Der im staatlichen Forschungsinstitut Butantan in São Paulo entwickelte Impfstoff soll ab Januar 2021 zum Einsatz kommen. Er wird derzeit an rund 9.000 Freiwilligen aus dem Gesundheitssektor getestet. Optimistisch zeigen sich brasilianische Forscher auch über die Herstellung von Antikörpern aus Pferdeblut, wie die Tageszeitung "Estado de São Paulo" berichtete. Die Konzentration der Antikörper sei bis zu 50 Mal höher als bei Menschen.

Gemeinsam mit Argentinien beteiligt sich Mexiko an der Herstellung eines Impfstoffs, der derzeit in der Oxford-Universität erforscht wird. Die Substanz befindet sich bereits in der dritten Testphase und soll im ersten Halbjahr 2021 zum Einsatz kommen. Eine Dosis soll drei bis vier US-Dollar kosten. Geplant ist die Produktion von 150 Millionen bis 250 Millionen Dosen, die außer in Brasilien in ganz Lateinamerika verkauft werden sollen. Es gehe nicht darum, Gewinn zu machen, sondern dafür zu sorgen, dass ganz Lateinamerika Zugang zu dem Impfstoff habe, erklärte der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador.

 

Neue Kita-Studie zu Corona-Krise startet

Freitag, 14. August, 10.08 Uhr: Damit der Corona-Krise besser begegnet werden kann, sollen sich Kitas und Tagespflege für ein neuen Register erfassen lassen. Mit diesem wollen das Deutsche Jugendinstitut (DJI, München) und das Robert-Koch-Institut (RKI, Berlin) herausfinden, wie die Einrichtungen auf das Corona-Infektionsgeschehen reagieren. Alle Kitas und Tagespflege-Personen seien aufgerufen, sich auf "www.corona-kita-studie.de" zu registrieren und regelmäßig an Online-Erhebungen teilzunehmen.

Mit dem Register werde eine "einmalige bundesweite Datenbasis" aufgebaut, sagte DJI-Direktor Thomas Rauschenbach. Dabei werde auf das Fachwissen und die Erfahrungen der Kinderbetreuungs-Beschäftigten gesetzt. Nur mit ihrer Hilfe könne sichtbar gemacht werden, vor welchen Herausforderungen die Kindertagesbetreuung aktuell steht, und geklärt werden, "wie wir in Krisen künftig handlungsfähig bleiben". Die wöchentlichen Umfragen sollen nur wenige Minuten dauern.

In den kommenden Monaten sollen Erkenntnisse zusammengetragen werden, wie die Kindertagesbetreuung auf die organisatorischen, hygienischen und pädagogischen Herausforderungen während der Pandemie reagiert und wie sich das Infektionsgeschehen auf die Kindertagesbetreuung auswirkt. Ziel sei, Erkrankungsrisiken in den Einrichtungen besser einschätzen und Lösungsansätze finden zu können, hieß es. Die Studie solle zudem klären, wie stark die bisherigen Öffnungen mit gehäuften Infektionen einhergehen.

Wissenschaftler untersuchen Virusübertragung durch Gesang

Mittwoch, 12. August, 10.34 Uhr: Wie Chorgesang und Blasinstrumente das Coronavirus über Aerosole und Tröpfchen verbreiten, ist Thema einer neuen medizinischen Studie. Professor Matthias Echternach vom Klinikum der Ludwig-Maximilian-Universität München und Privatdozent Stefan Kniesburges vom Universitätsklinikum Erlangen wollen das zusammen mit dem Chor und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BR) untersuchen, heißt es in einer Mitteilung des bayerischen Wissenschaftsministeriums vom Dienstag. Etwa 20 Mitglieder hätten sich für die Testreihe als Probanden zur Verfügung gestellt. Das Ministerium unterstütze die Studie mit 120.000 Euro.

Gerade Sängerinnen und Sänger sowie Bläserinnen und Bläser würden die Abstands- und Hygienemaßnahmen wegen der Verbreitung von Covid-19 über Tröpfchen und Aerosole hart treffen, hieß es. Die Studie könne eine Grundlage für die Definition von Mindestabständen im Kulturbetrieb sein. Man habe schmerzlich aus sogenannten "Superspreader Events" lernen müssen, dass Gesangsveranstaltungen wie Chorproben und Auftritte oder Gottesdienste ein erhöhtes Risiko für die Verbreitung von COVID-19 darstelle, sagte Professor Echternach laut der Mitteilung. Es gebe aber noch nicht ausreichend belastbare wissenschaftliche Daten, um die Mechanismen zu verstehen.

Wissenschaftsminister Bernd Sibler erklärte, durch die wissenschaftliche Erforschung könne man auch erkennen, wie man den Kulturbetrieb weiter hochfahren und gleichzeitig Künstlerinnen und Künstler und das Publikum vor Ansteckungen schützen könne.

Wegen Corona mehr Gottesdienste im Freien

Montag, 10. August, 09.00 Uhr: Die Corona-Beschränkungen haben nach Beobachtung des kirchlichen Tourismusexperten Thomas Roßmerkel in den Gemeinden zu neuen Gottesdienstformen geführt. Die Menschen drängten im Urlaub in die Natur und freuten sich über Gottesdienste im Freien, sagte der kirchliche Beauftragte für Urlaubs- und Tourismusseelsorge dem Evangelischen Pressedienst (epd). Deshalb verlegten Gemeinden ihre Gottesdienste in den Kirchgarten. Neue Formen seien auch Vollmondspaziergänge, meditative Wanderungen oder ein literarischer Waldspaziergang, bei dem an verschiedenen Stationen passende Texte gelesen werden. Bei diesen kirchlichen Angeboten sei zu erleben, dass die Menschen jetzt verstärkt Beziehungen, menschliche Nähe und die Möglichkeit zu Gesprächen suchten, sagte der Theologe.

Kinder verbrachten während Corona nur halb soviel Zeit mit der Schule

Mittwoch, 5. August, 16.00 Uhr: Während der Corona-Krise haben sich Kinder in Deutschland täglich nur halb soviel Zeit mit der Schule beschäftigt wie vor dem Lockdown. Statt 7,4 Stunden waren es nur noch 3,6 Stunden pro Tag, wie aus einer Umfrage des ifo-Instituts hervorgeht, die am Mittwoch in München veröffentlicht wurde. Demnach hat ein gutes Drittel (38 Prozent) der Schüler höchstens zwei Stunden am Tag gelernt und zwei Drittel (74 Prozent) höchstens vier Stunden. Gleichzeitig sei die Beschäftigungszeit mit Fernsehen, Computerspielen und Handynutzung von vier auf 5,2 Stunden täglich gestiegen, hieß es.

"Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass wir unter Beachtung der Schutzmaßnahmen wieder zum normalen Schulunterricht zurückkehren", sagte der Leiter des ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann: Wo Schließungen unvermeidlich seien, sollten die Schulen direkt auf Online-Unterricht umstellen.

Diakonie fordert staatliche Corona-Hilfen für Tagespflege

Dienstag, 4. August, 08.22 Uhr: Durch die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie geraten die Einrichtungen der Tagespflege in Bayern in immer größere finanzielle Schwierigkeiten. Nachdem das gesellschaftliche Leben im Frühjahr quasi zum Erliegen gekommen sei, könnten die Einrichtungen zwar nun wieder Gäste aufnehmen, sagte der bayerische Diakonie-Präsident Michael Bammessel am Dienstag laut Mitteilung. Wegen der Hygiene- und Abstandsregeln habe sich die Platzzahl jedoch "faktisch halbiert". Die Kosten der Träger seien dagegen unverändert hoch. Die Situation sei für viele Einrichtungen existenzbedrohend, sagte Bammessel.

Er gehe davon aus, dass sich diese reduzierte Auslastung auch im Herbst fortsetzen wird. "Um die Existenz der Tagespflegen zu sichern, benötigen wir seitens der Staatsregierung dringend Hilfe", sagte Bammessel und forderte eine Hilfspaket ähnlich jenem für die Krankenhäuser. Angesichts der zahlreichen Rettungs- und Hilfspakete der vergangenen Monate forderte Bammessel, dass die Politik auch in diesem Bereich aktiv werden müsse. Es gebe bislang keine Hilfspakete, von denen die Tagespflegen profitiere: "Die Träger, ihre Mitarbeitenden, insbesondere aber die Pflegebedürftigen brauchen Hilfe, und zwar schnell."

Protestanten unterstützen Partnerkirchen mit Corona-Nothilfe

Montag, 3. August, 14.11 Uhr: Spenden ihn Höhe von 215.000 Euro sind seit Beginn der Corona-Krise bis Ende Juli für einen Corona-Nothilfefonds von Mission EineWelt, dem Partnerschaftszentrum der evangelischen Kirche in Bayern gegeben worden. Wie Mission EineWelt mitteilte, verdoppelt die Landeskirche diese Spenden für die Partnerkirchen.

Corona bedrohe Leben in Lateinamerika und Afrika direkt und indirekt, erklärte Katrin Bauer, Leiterin der Abteilung Fundraising. Die medizinische Versorgung und Infrastruktur sei nicht vergleichbar mit der in Europa. Wer erkranke, habe ein wesentlich höheres Risiko, an dem Virus oder seinen Langzeitfolgen zu sterben. Zudem würden durch Lockdowns und Kontaktbeschränkungen Existenzen bedroht.

Bis jetzt seien 31 Hilfsprojekte mit einem Volumen von insgesamt rund 170.000 Euro beantragt worden, sagte Katrin Bauer. Unter anderem seien 700 Familien aus der Iglesia Luterana Salvadoreña, der lutherischen Kirche in El Salvador, mit Lebensmitteln unterstützt worden, die von verschiedenen lutherischen Kirchen darunter dem Nothilfefonds von Mission EineWelt finanziert waren.

Auch in Tansania, Kenia und Liberia seien mit Hilfe der Spenden an Mission EineWelt verschiedene Hilfsprojekte initiiert worden. Im Vordergrund stünden dabei die Aufklärung über das Virus sowie über Vorsichts- und Hygienemaßnahmen und die Versorgung mit medizinischer Schutzausrüstung und Hygieneartikeln sowie mit Nahrungsmitteln, hieß es.

Die Nachfrage nach Unterstützung sei groß, sagte Bauer. "Weitere Bitten liegen bereits vor und ebenfalls sind angesichts der weltweit angespannten Lage noch viele Anfragen zu erwarten".

Hohe Friedensfest in Augsburg wird verkleinert

Freitag, 31. Juli, 16.47 Uhr. In Augsburg wird am Samstag (8. August) wieder das "Hohe Friedensfest" begangen, der weltweit wohl einzige gesetzliche Extra-Feiertag für den Frieden. Erstmals feierten 1650 die Evangelischen der Stadt das Friedensfest zum Dank an den Westfälischen Frieden von 1648, der ihnen wieder ihre politischen und religiösen Rechte gab. Seit 1985 feiern die beiden großen christlichen Konfessionen den Tag ökumenisch.

Zu einem bunten Fest der Religionen und der Kulturen hatte sich im Laufe der Zeit das Augsburger "Hohe Friedensfest" entwickelt. Dieses Jahr aber fällt alles etwas anders und kleiner aus - dank Corona. Einer der Höhepunkte aber bleibt das multireligiöse Friedensgebet am Vorabend des 8. August im Annahof und die Bekanntgabe des diesjährigen Friedenspreisträgers im Rathaus unmittelbar nach dem Gottesdienst am 8. August in der Heilig-Kreuz-Kirche, in dem der evangelische Oberkirchenrat Michael Martin predigt.

Die große Friedenstafel und das Kinderfriedensfest fallen dieses Jahr aus, dafür soll es Picknicks an mehreren Orten in Augsburg geben. Das Friedensfest und das bereits seit Mitte Juli angebotene Kulturprogramm stehen unter dem Motto "Rituale".

Jeder zweite beatmete Covid-19-Patient stirbt

Donnerstag, 30. Juli, 12.15 Uhr: Von Covid-19-Patienten in Deutschland, die zwischen Ende Februar und Mitte April im Krankenhaus künstlich beatmet wurden, sind einer Studie zufolge 53 Prozent gestorben. Bei den nicht beatmeten, stationär behandelten Corona-Patienten starben 16 Prozent, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK, die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin in München und die Technische Universität Berlin am Mittwoch gemeinsam mitteilten.

Die Sterblichkeitsrate bei Covid-19-Patienten in Krankenhäusern insgesamt, also jene von beatmeten und nicht-beatmeten Fällen zusammen, lag bei 22 Prozent und damit bei rund einem Fünftel. Bei Männern betrug sie 25 Prozent, bei Frauen 19 Prozent. Von den älteren Patienten verstarben 27 Prozent in der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen, 38 Prozent in der Gruppe ab 80 Jahren.

Von den beatmeten Patienten litten 62 Prozent an Bluthochdruck, 39 Prozent an Diabetes und 43 Prozent an Herzrhythmusstörungen. 24 Prozent wiesen eine Niereninsuffizienz auf, 19 Prozent waren chronisch lungenkrank und 13 Prozent fettleibig. Ob es sich bei einigen Krankheiten um Vorerkrankungen handelte oder ob sie erst beim stationären Aufenthalt entstanden, könne nicht unterschieden werden, sagte Reinhard Busse von der Technischen Universität Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Für die Untersuchung werteten die Institute Daten von 10.021 Patienten aus, die zwischen dem 26. Februar und 19. April 2020 mit bestätigter Covid-19-Diagnose in 920 deutschen Krankenhäusern behandelt und danach entlassen wurden oder gestorben waren. Die Ergebnisse veröffentlichte der Studienverbund im internationalen Fachmagazin "The Lancet Respiratory Medicine". Basis für die Berechnungen waren AOK-Abrechnungsdaten, die den Angaben nach knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung abbilden. Ein Fokus der Untersuchung lag auf beatmeten Patienten.

Rufe nach Corona-Testpflicht werden lauter

Dienstag, 28. Juli, 11.15 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen werden Rufe nach einer Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten lauter. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) befürchtet ein halbes Jahr nach dem Auftauchen des Virus in Deutschland "nicht ein großes Ischgl, sondern viele Mini-Ischgls". Man müsse aufpassen, dass aus vielen Einzelfällen keine zweite Infektionswelle werde, sagte er am Montag in München. Im österreichischen Skiort Ischgl war es in den Faschingsferien zu einem großen Corona-Ausbruch auch unter deutschen Touristen gekommen.

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sprach sich ebenfalls für einen solchen verpflichtenden Test aus. Er plädierte in Düsseldorf dafür, dass Reisende bei einer möglichen Testpflicht die anfallenden Kosten selbst tragen müssten. Wenn jemand freiwillig in ein Risikogebiet fliege, dann sei das ein Eigenrisiko, betonte er.

Das Bundesgesundheitsministerium prüft nach dem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern vom Freitag derzeit, ob es rechtlich möglich ist, Reiserückkehrer aus bestimmten Ländern zu einem Corona-Test zu verpflichten. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte, eine Ausbreitung des Virus aufgrund von infizierten Rückkehrern aus Risikogebieten müsse frühzeitig eingedämmt werden und "daher ist es wichtig, zu testen".

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sah angesichts höherer Fallzahlen "Anlass zur Sorge". Wer sich auf Reisen nicht an Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln halte, gehe nicht nur ein Risiko für sich selbst ein, sonder handele auch "gegen das Gemeinwohl", sagte er in Berlin. Deshalb sei es wichtig, sich auch weiterhin an wesentliche Grundregeln zu halten wie 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen, Händewaschen und das Tragen von Schutzmasken.

Ein Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte, das Ministerium prüfe derzeit, inwieweit die nationale Teststrategie angepasst werden könne sowie Fragen der Finanzierung. Da die Betroffenen jetzt nach Deutschland zurückkehrten, werde dies "relativ schnell" geschehen. Dazu sollte es im Laufe des Montags weitere Gespräche mit den Gesundheitsministern der Länder geben.

Freiwillige Testmöglichkeiten gibt es in Deutschland bereits an einigen Flughäfen. Rückkehrer aus Risikogebieten sind verpflichtet, sich in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben, sofern sie sich nicht freiwillig testen lassen und das Ergebnis dabei negativ ist. Auch an Bahnhöfen und Grenzübergängen sollen Test-Möglichkeiten verstärkt geschaffen werden.

Braun rief derweil zur Nutzung der Corona-Warn-App auf. Die technischen Probleme seien behoben worden, betonte er. Jüngst war bekanntgeworden, dass der Austausch der Schlüssel von positiv getesteten Nutzern in einigen Fällen nicht immer automatisch im Hintergrund funktionierte. Braun hatte dazu bereits am Sonntagabend mitgeteilt, das Entwicklerteam habe einen Weg gefunden, "die Einschränkungen auf denjenigen Mobiltelefonen zu umgehen, die den automatischen Datenabgleich im Hintergrund blockiert hatten".

Nach Angaben von Vize-Regierungssprecherin Demmer ist das Interesse an der App nach wie vor stark. So habe es allein am Wochenende 173.000 Downloads gegeben. Insgesamt haben mehr als 16 Millionen Bürgerinnen und Bürger die App nach Regierungsangaben heruntergeladen.

174 Erntehelfer mit Coronavirus infiziert - Steigende Zahl der Neuinfektionen

Sonntag, 26. Juli, 21.50 Uhr. Die kurzfristig gestiegene Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland alarmiert die Politik. Aus Sicht des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) hat eine zweite Infektionswelle in Deutschland begonnen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) führt die Entwicklung vor allem auf mehr Reisen und die Rückkehr von Menschen aus Risikogebieten zurück. Er kündigte an, nach dem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern zum flächendeckenden Angebot kostenloser Corona-Tests für Reiserückkehrer eine entsprechende Testpflicht zu prüfen.

Am Wochenende wurde bekannt, dass sich im niederbayerischen Manning mindestens 174 Erntehelfer mit dem Coronavirus infiziert haben. Der betroffene Betrieb wurde vom Landkreis Dingolfing-Landau unter Quarantäne gestellt, keiner der 480 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darf das Gelände verlassen.

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Kommentare

Von Gunther Leupold am Sonntag, März 15, 2020 - 08:41

Ich bin geradezu entsetzt, dass die ELKB nicht die gebotenen Konsequenzen aus der Corona-Gefährdungslage zieht und alle Gottesdienste für diesen Sonntag (15.03.2020) bis auf weiteres sofort absagt.
Die Verantwortlichen für die katholischen Glaubensgeschwister im Erzbistum München geben ein überzeugendes Beispiel ab, wie man adäquat und konsequent auf eine derartige Bedrohungslage reagiert.
Gunther Leupold
Prädikant

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