21.10.2018
Passionsspiele

Frederik Mayet und Rochus Rückel spielen Jesus bei Passionsspielen 2020

Die Rollen für die Passionsspiele stehen fest: Jesus wird abwechselnd von Frederik Mayet und Rochus Rückel gespielt. Alle Daten und Fakten auf einen Blick.
Jesus Passionsspiele

Die Vorbereitungen für die Oberammergauer Passionsspiele 2020 gehen in die heiße Phase. Am Samstag wurden die Namen der Darsteller bekanntgegeben  - die älteste Schauspielerin hat ein wahrhaft biblisches Alter.

An den alle zehn Jahre stattfindenden Passionsspielen wirkt traditionell die Hälfte des oberbayerischen 5.000-Einwohner-Ortes Oberammergau mit. Neben den großen Figuren Jesus, Maria, Petrus, Judas und Pontius Pilatus gibt es 120 größere und kleinere Sprechrollen, dazu Soldaten, Priester und das Volk von Jerusalem. Mitmachen darf nur, wer in Oberammergau geboren und aufgewachsen ist oder seit mindestens 20 Jahren im Dorf wohnt. Spielleiter Christian Stückl ist 1961 in Oberammergau als Sohn eines Gastwirt-Ehepaares geboren. Der Intendant des Münchner Volkstheaters führt im 42. Spieljahr der Passionsspiele bereits zum vierten Mal Regie.

Ein wahrhaft biblisches Alter hat mit 96 Jahren die älteste Spielerin bei den 42. Oberammergauer Passionsspielen, Anni Drohmann. Sie wird bei den Passionsspielen 2020 voraussichtlich eine Frau aus dem Volk spielen, sagte Pressesprecherin Franziska Zankl.

Die Rolle des Jesus werden abwechselnd der 38-jährige Frederik Mayet, Künstlerischer Direktor des Münchner Volkstheaters, und der 22-jährige Raumfahrttechnik-Student Rochus Rückel spielen. Die Jungfrau Maria mimen laut Manuskript die Holzbildhauerin Andrea Hecht und die Flugbegleiterin Eva-Maria Reiser. Judas wird von Martin Schuster und Cengiz Görür verkörpert. Petrus stellen Martin Güntner sowie Benedikt Geisenhof dar. Die Rolle des Pontius Pilatus übernehmen Anton Preisinger und Carsten Lück.

Die bayerische Kunstministerin Marion Kiechle (CSU) würdigte die Oberammergauer Passionsspiele als ein Musterbeispiel für gelebte Tradition: "Seit inzwischen fast 400 Jahren sind die Menschen in Oberammergau ihrem Schwur treu geblieben", sagte die Ministerin beim Ökumenischen Gottesdienst im Passionstheater in Oberammergau. Besonders freue sie sich, dass es erstmals genauso viele weibliche wie männliche Mitwirkende gebe. In zwei Jahren finden vom 16. Mai bis 4. Oktober 2020 die 42. Passionsspiele statt. Es werden rund 500.000 Zuschauer aus aller Welt erwartet.

"Das Passionsspiel zeigt uns, wer wir wirklich sind", erklärte die Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. "In all unseren Rollen als Kinder, Jugendliche, als Frauen und Männer, Gottes geliebte Menschen - im Scheitern, in der totalen Normalität und im Erfolg", so die Regionalbischöfin von München und Oberbayern. Gott liebe alle Menschen gleich in ihrer unverwechselbaren Identität. "So können wir zuversichtlich und fröhlich leben und dermaleinst getrost sterben", sagte Breit-Keßler.

Die Passionsspiele gehen auf ein Pestgelübde von 1633 zurück. Damals gelobten die Oberammergauer, alle zehn Jahre die letzten Tage im Leben Jesu darzustellen, wenn Gott sie von der Pest verschone. Die ersten Spiele wurden 1634 aufgeführt.

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