13.07.2020
Digitale Kirche

Hackathon #glaubengemeinsam: Fünf gute Ideen für die digitale Kirche

Wie kann der Glaube heute im Netz gefeiert werden? Fünf gute Ideen aus dem Hackathon #glaubengemeinsam.
Kirche als Computerspiel
Geht das - die Kirche als Computerspiel?

Der Ausbruch der weltweiten Corona-Pandemie hat viele Kirchen und Gemeinden dazu gezwungen, in relativ kurzer Zeit ihre Angebote vom Analogen ins Digitale zu übertragen. Jugenddelegierten der EKD haben deshalb kurzerhand ein ökumenisches Hackathon #glaubengemeinsam durchgeführt. Die Fragestellung war "Wie kann Glaube heute gemeinsam gelebt werden?"

Anna-Nicole Heinrich war eine der Mitorganisatorinnen des Hackathons. Auf der Webseite von #glaubengemeinsam sollen künftig Projekte und Ideen vorgestellt werden und ein Raum für Unterstützung und Mitstreiter*innen entstehen. Wir stellen fünf Angebote und Ideen aus dem Hackathon vor.

Ecclesia Digitale – Virtuelle Online-Kirche im Gameplay-Format

Was bei einem Computerspiel möglich ist, sollte auch für Kirche funktionieren. Wie wäre es, mit einem Avatar einen Gottesdienst zu feiern und Gleichgesinnte zu finden? Sich in Jugendgruppen treffen und miteinander in einen Austausch kommen?  – Das ist die Idee des Projekt Ecclesia Digitale. Das Projekt ist ebenso spannend wie aufwändig, denn ohne viel technisches Know-How für die Umsetzung wird dieses Projekt wohl kaum realisiert werden können.

Jugendarbeit digital: YOUth – Das Portal für digitale Jugendarbeit

Youth versteht sich als interaktive Plattform für die digitale Jugendarbeit. Auf der Plattform soll es fünf Kategorien geben: Spiele, Glauben, Knowhow, Toolbox und Rechtliches sowie eine Suchfunktion. Mit Hilfe einer Schnittstelle sollen die Inhalte auf einer Gemeinde-Website eingebunden werden können. Noch ist das Projekt nur ein Prototyp. Doch wäre es nicht wunderbar, ein leicht zugängliches gut verständliches Online-Portal für Materialien zur Jugendarbeit zu haben?

Konsequent digital: Kirche.überall

Dieses Projekt des Hackathons denkt "digital first". Ziel ist eine komplett digitale ökumenische Kirchengemeinde – mit Inhalten wie Podcasts und Videos, interaktiven Gottesdiensten, Lehrangeboten in Theologie, Leitung oder Moderation. Auch Gespräche, Seelsorge und Diakonie sollen auf der Plattform stattfinden. Noch ist die Website nur ein Prototyp, doch arbeitet das Hackathon-Team weiter an dem Projekt.

AgileKirche: vernetzte Kirche ohne Grenzen

Die #AgileKirche möchte sich an den Zielgruppen orientieren: Kirche soll zu den Menschen kommen. Neu ist hier das Vernetzen von von Suchenden und Bietenden. Anbieter*innen von agilen Aktivitäten und "Suchende" sollen sich hier treffen und in Interessensgruppen verbinden. Dies könnten Webinare und Workshops sein, ein Online-Stammtisch oder Gebetsgruppen.

Plakatkampagne Seelsorge: #wasbleibt?

Die Kampagne #wasbleibt will sich dafür einsetzen, die Lehren aus der Corona-Krise zu verschriftlichen. Auf großen Plakaten sollen Menschen festhalten können, was sie aus den Zeiten des Shutdowns gerne beibehalten möchten. Nutzer sollen vor Ort mit Kirchenvertretern ins Gespräch kommen. Eine schöne Idee für die Gemeindeentwicklung.

Alle Projekte des Hackathons finden sich auf der Webseite von glaubengemeinsam.

Der Beitrag entstand im Rahmen eines Seminars mit dem Titel: "Online-Journalismus in der Praxis: Wie Religionen in Zeiten von Corona den digitalen Raum nutzen & innovative Ideen entwickeln" im Rahmen des Masterstudiengangs "Medien - Ethik - Religion" an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen.

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