7.07.2019
"Singen in der Kirche"

Kirchenmusikdirektor Hans Schott zum Landeskinderchortag in Gunzenhausen

Am 13. Juli 2019 treffen sich rund 400 Sängerinnen und Sänger aus 30 Kinderchören im mittelfränkischen Gunzenhausen. Dort findet der vom Verein "Singen in der Kirche" organisierte Landeskinderchortag statt. Kirchenmusikdirektor Hans Schott erläutert, was die Kinder dort sonst noch alles erwartet, warum der Kinderchornachwuchs immer jünger wird und weshalb das gemeinschaftliche Singen nicht nur für die Kinder wichtig ist.
Drei Fragen an Hans Schott zum Landeskinderchortag

epd: Herr Schott, wer kommt alles zum Landeskinderchortag nach Gunzenhausen - und vor allem: wie viele?

Schott: Wir erwarten Kinderchöre aus ganz Bayern, von Aschaffenburg bis Weilheim, von Hof bis Niederbayern. Trotz der teils weiten Anreise gerade von den bayerischen "Rändern" haben sich 30 Chöre mit rund 400 Kindern angemeldet. Die Teilnehmer beim Kinderchortag werden seit Jahren immer jünger, inzwischen sind die Teilnehmer fast nahezu im Grundschulalter. Es ist leider häufig so, dass viele Sänger mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule mit dem Chor aufhören, wegen Zeitmangels. Dieses junge Alter macht die weite Anreise zum Chortag noch mal ein wenig schwieriger als etwa mit Zehn- bis 14-Jährigen.

epd: Wie genau läuft der Landeskinderchortag in Gunzenhausen ab?

Schott: Es beginnt mit einer Begrüßung in der Stadtkirche. Dort findet dann auch gleich das Ansingen für das Musical "Franziskus" statt, das am Nachmittag um 15 Uhr zum krönenden Abschluss von allen Chören gemeinsam aufgeführt wird. Die Lieder studieren die Chöre jetzt schon vorab einzeln ein. Aber das ganze zusammen mit Hunderten Sängern zu singen, das wird für viele Kinder der doch in der Regel eher kleinen Chöre sicher ein Erlebnis! Mittags gibt's für die Kinder eine Spielstraße, ein Orgelkonzert - und um 13.45 Uhr ein offenes Singen am Marktplatz Gunzenhausen. Da hoffen wir auf möglichst viele Zuschauer!

epd: Wie wichtig ist Singen für die Kinder, für die Gemeinschaft und schließlich auch für die Kirchen?

Schott: Musik ist ein zentraler Bestandteil des kirchlichen Lebens. Zur Gestaltung von Gottesdiensten, aber auch so. In den heutigen Familien wird heute nachweislich weniger musiziert und vor allem gesungen als in früheren Generationen. Meine Oma hat früher den ganzen Tag bei der Haus- und Gartenarbeit gesungen - wer macht das heute noch? Da läuft dann halt das Radio oder ähnliches. Für die Gemeinden ist eine aktive Kinderchorarbeit eine Chance, junge Familien anzusprechen. Die Kinder erleben Gemeinschaft, werden musikalisch gebildet und zudem werden spielerisch Glaubensinhalte vermittelt.

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