1.12.2019
Zukunft der Kirche

Landesstellenplanung 2020: Kirchenmusik in Bayern bleibt von Kürzungen verschont

Die bayerische evangelische Landeskirche stärkt die Bedeutung der Kirchenmusik in ihrem Einzugsbereich. Von den geplanten Stellenstreichungen bleiben nach Worten des landeskirchlichen Personalchefs Stefan Reimers die Planstellen für Kantorinnen und Kantoren ausdrücklich ausgenommen.
Orgel Noten

"Kirchenmusik ist uns für die Zukunft besonders wichtig", bekräftigte Reimers am Samstagabend bei einem Gottesdienst zum Rektorenwechsel der Hochschule für evangelische Kirchenmusik in Bayreuth.

Während heute manche kirchlichen Traditionen nicht mehr selbstverständlich seien, eröffne die Musik der Kirche zahlreiche Wege, mit unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu kommen, sagte Oberkirchenrat Reimers. Dazu gehöre die Vielfalt "vom klassischen Chorgesang bis zur Popularmusik, von der Orgel bis zum Jazz", die an der Bayreuther Hochschule in exemplarischer Weise gelehrt werde.

Bei dem Gottesdienst in der Bayreuther Stadtkirche führte Reimers den Musikprofessor und bisherigen Prorektor Wolfgang Döberlein als neuen Leiter der Hochschule ein. Döberlein löst in diesem Amt Professor Thomas Albus ab, der zuletzt acht Jahre lang an der Spitze der Bildungsstätte stand und dem leitenden Gremium nun weiter als Prorektor angehört. Dieser "fröhliche Wechsel" sei ein Zeichen für die Fortsetzung einer hervorragenden Zusammenarbeit, lobte Reimers.

In der bayerischen Landeskirche gibt es derzeit 104 Vollzeitstellen für hauptamtliche Kantorinnen und Kantoren.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Landessynode bei ihrer Herbsttagung in Bamberg die Eckpunkte für die neue Personalplanung verabschiedet. Danach sollen in den nächsten Jahren rund zehn Prozent der Stellen im theologischen und pädagogischen Bereich abgebaut werden. Damit reagiert die Landeskirche auf den Rückgang der Zahl lutherischer Christen in Bayern. Im landeskirchlichen Durchschnitt soll aber auch in Zukunft eine Pfarrerin oder ein Pfarrer auf 1.545 Gemeindemitglieder kommen.

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