14.03.2019
Kirchenkreis Regensburg

Schwabacher Dekan Klaus Stiegler wird Regionalbischof in Regensburg

Im Kirchenkreis Regensburg ist jetzt die Nachfolge von Hans-Martin Weiss geregelt: ab 1. August folgt ihm der bisherige Schwabacher Dekan Klaus Stiegler im Amt nach. Er freut sich schon auf die neue Aufgabe, sieht sich als Mannschaftspieler und empfindet die Diasporasituation in Niederbayern/Oberpfalz als reizvoll, wie er dem epd sagte.
Klaus Stiegler
Der Schwabacher Dekan Klaus Stiegler wird neuer Regionalbischof im KK Regensburg

In Zukunft wird man sich in der bayerischen Landeskirche daran gewöhnen müssen, dass gleich zwei Brüder an kirchlichen Schlüsselpositionen sitzen. Der Schwabacher Dekan Klaus Stiegler (55) wird neuer Regionalbischof im Kirchenkreis Regenburg. Sein älterer Bruder Hans, Dekan in Ansbach, sitzt seit einigen Jahren bereits im Präsidium der evangelischen Landessynode.

Er freue sich auf die neue Aufgabe und die Menschen, sagte Stiegler am Mittwoch dem Evangelischer Pressedienst (epd). "Ich bin ein kirchlicher Mannschaftsspieler", charakterisierte er sich selbst.

Die Diasporasituation mit überwiegend katholischer Bevölkerung empfinde er als "sehr reizvoll". Die Situation sei ihm schon als früherer Pfarrer in Gersthofen bei Augsburg und von Forchheim im Bistum Bamberg "nicht ganz fremd". "Diese Zeit habe ich als interessant und herausfordernd erlebt, in einer Minderheitensituation evangelische Kirche zu leben und zu gestalten." Sein neues Amt tritt Stiegler am 1. August an als Nachfolger des amtierenden Regionalbischofs Hans-Martin Weiss, der in den Ruhestand geht.

Vom Ziegelstapler bis zum Regionalbischof

Stiegler ist in Großgründlach bei Nürnberg aufgewachsen, seine Eltern führten eine Metzgerei. Er studierte zunächst Sozialwissenschaften, bevor er sich für das Theologiestudium entschied. Deswegen war er damals nicht vom Wehrdienst befreit wie andere Theologen. Seine Bundeswehrzeit absolvierte er in der Bajuwarenkaserne in Regensburg.

Mit 41 Jahren wurde Stiegler als einer der jüngsten Pfarrer zum Dekan in Schwabach berufen, wo er seit 15 Jahren die evangelische Kirche repräsentiert. Im dortigen Dekanat leben rund 60.000 Protestanten.

In Schwabach ist Stiegler derzeit noch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Als Verwaltungsratsvorsitzender der Diakonie Roth-Schwabach hat er im Jahr 2012 die Diakonie aus finanzieller Schieflage mit einem Nothilfeplan gerettet. Mitarbeitende verzichteten auf Gehalt, die Diakonie Bayern gab 100.000 aus Rettungsfonds.

Eine abgehobene Schreibtisch-Perspektive aufs Leben wird dem designierten Regionalbischof nicht nachgesagt. Der passionierte Langstreckenläufer hat schon zu Schulzeiten viele Ferienjobs ausprobiert: vom Ziegelstapler bis zum Postboten, vom Bierkutscher bis zum Arbeiter im Milchwerk. Stiegler ist verheiratet und hat mit seiner Ehefrau Doris, einer gelernten Krankenschwester, drei Kinder im Alter von 28, 27 und 17 Jahren.

Lange und gut zuhören, erst mal gar nichts sagen und gründlich nachdenken, dabei die Blicke durch das Zimmer wandern lassen, das ist seine Arbeitsweise. Nach Beschlussfassung effizient und ohne Zögern vollziehen. Ihm wird eine Neugier auf Menschen nachgesagt, auf deren Können und Wirken, auf deren Lebensgeschichten.

Der Kirchenkreis Regensburg ist der flächengrößte der sechs bayerischen Kirchenkreise. In acht Dekanaten mit 149 Kirchengemeinden leben etwa 300.000 evangelische Christen.

 

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