25.04.2020
Coronavirus

Zurück in den Gottesdienst - Kirchen in Bayern erarbeiten Schutzkonzepte gegen Ansteckung

Andacht mit Mundschutz: Ab 4. Mail sollen in den Kirchen wieder Gottesdienste möglich sein. Allerdings mit einem umfassenden Schutzkonzept gegen das Coronavirus.
Symbolbild Kirchenasyl - Kirchentüren.

In Bayern dürfen die Kirchen ab dem 4. Mai wieder ihre Pforten für die sonntäglichen Gottesdienste öffnen. Diese Ankündigung der Staatsregierung stieß bei den Kirchen auf spürbare Freude und Erleichterung. Denn die Gemeinschaft und die Musik in den vertrauten Kirchen hätten viele Menschen in diesen Wochen schmerzlich vermisst, betonte der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am Freitag in einer Pressemitteilung.

Gleichzeitig dürfe aber auch die Gefahr einer Ansteckung nicht aus den Augen verloren werden. Denn gerade für ältere Menschen könne eine Infektion gravierende gesundheitliche Folgen haben, sagte der Bischof, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.

Wie Staatsminister Florian Herrmann erklärte, sei für die Gottesdienste ein "durchdachter Infektionsschutz" nötig.

Vorgesehen sei deshalb ein Sicherheitsabstand von zwei Metern zwischen den Gottesdienstbesuchern, das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes und eine Zeitbegrenzung auf 60 Minuten.

"Aus Begegnungen des Glaubens sollen keine Infektionen folgen", sagte der Leiter der Staatskanzlei dem epd.

Die notwendigen Sicherheitsauflagen würden "sehr gewissenhaft" beachtet, bekräftigte Bischof Bedford-Strohm. Deshalb habe der Landeskirchenrat im engen Austausch mit den Regionen ein detailliertes Sicherheitskonzept entwickelt. Denn jeder, der einen Gottesdienst besucht, solle bestmöglich vor einer Corona-Ansteckung geschützt sein und sich sicher fühlen können.

Die katholische Erzdiözese München und Freising hat einer Mitteilung zufolge ein Schutzkonzept entwickelt, das aktuell noch mit der Staatsregierung abgestimmt werden. Danach erfolge die weitere Vorbereitung und Umsetzung in den Pfarreien.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Gastbeitrag

Abendmahl online feiern Gottesdienst evangelisch Laptop
Derzeit wird diskutiert über die Frage, ob ein Gottesdienst online gefeiert werden kann. Die Münchner Theologieprofessoren Reiner Anselm und Christian Albrecht erklären, welche Elemente für einen Gottesdienst unverzichtbar sind.

Alternative Gottesdienstformen

"Drive-In-Gottesdienst" Hildesheim
In Hildesheim haben rund 400 Menschen einen ungewöhnlichen Gottesdienst gefeiert. Die Gläubigen saßen in ihrem Auto auf einem großen Volksfestplatz, der Pfarrer fuhr mit einem Art "Papamobil" durch die Reihen. Wie es zu dem "Drive-In-Gottesdienst" kam und wie er ablief.

Corona und Kirche

Die technische Ausrüstung im Alltag vieler Menschen.
Die Einschränkungen wegen des Coronavirus und das damit zusammenhängende Gottesdienstverbot zwingen Kirchen dazu, kreativ zu werden. Pfarrerinnen und Pfarrer verlagern ihre Gottesdienste ins Internet, Andachten werden über die sozialen Netzwerke verbreitet. Damit Sie den Überblick nicht verlieren, haben wir eine Liste mit Angeboten aus Bayern für Sie erstellt, die wir regelmäßig aktualisieren - gebündelt nach den sechs Kirchenkreisen und einzelnen Dekanaten.