14.02.2020
Frankenfasching

Fastnacht in Franken: In Veitshöchheim wird bis zuletzt an den Texten gefeilt

Am Freitag wird zum 33. Mal der Quotenrenner des Bayerischen Fernsehens aus Veitshöchheim gesendet: "Fastnacht in Franken". Der Fastnacht-Verband Franken und der BR setzten dabei auf Altbewährtes - und ein bisschen brasilianisches Flair.
Der Nürnberger Kabarettist Oliver Tissot als Reformator Martin Luther bei der Veitshöchheimer Fernseh-Prunksitzung 2017.
Der Nürnberger Kabarettist Oliver Tissot als Reformator Martin Luther bei der Veitshöchheimer Fernseh-Prunksitzung 2017.

Die aktuelle Politik macht es den Künstlerinnen und Künstlern bei der Fernsehprunksitzung "Fastnacht in Franken" momentan schwer - oder auch leicht. Je nachdem, wie man es sieht. Die "politische Aktualität" sorge in diesem Jahr jedenfalls dafür, "dass bis zur letzten Sekunde an vielen Nummern gearbeitet wird", sagte der Leiter des Studio Franken des Bayerischen Rundfunks (BR), Tassilo Forchheimer, am Dienstag in Veitshöchheim. Zum inzwischen 33. Mal wird am 14. Februar ab 19 Uhr aus den Mainfrankensälen die meistgesehene Sendung des BR-Fernsehens gesendet - mit Altbewährtem und auch Neuem.

Wieder mit dabei seien bekannte fränkische Fastnachts-Gesichter wie der Bauchredner Sebastian Reich mit seiner Nilpferddame Amanda, das Komödianten-Duo Volker Heißmann und Martin Rassau, der Kabarettist Michl Müller oder auch die "Altneihauser Feierwehrkapell'n". Auch Klaus Karl-Kraus ist wieder mit dabei, ebenso Oti Schmelzer sowie Matthias Walz. Neu mit dabei sind in diesem Jahr die bekannte A-cappella-Band "Viva Voce" aus Ansbach sowie der "Schmied aus Bischbrunn", Thomas Väth. Letzterer habe sich in den vergangenen Jahren in den anderen BR-Fastnachtssendungen für die Live-Prunksitzung empfohlen.

Marco Anderlik, der Präsident des Fastnacht-Verbandes Franken, wies extra auf die Tanzdarbietungen der TV-Prunksitzungen hin.

Man habe in Franken eine "Dichte und Qualität an Hochleistungssportlern, die uns als Verband stolz macht". Es wäre schön, wenn dies auch von außen so wahrgenommen wird: "Wir sind extrem stolz auf unsere Tänzerinnen und Tänzer."

Diesmal sei die "Buchnesia" aus Nürnberg nicht als Große Garde mit dabei - sondern "nach dem Leistungsprinzip" die Garde des Karneval-Clubs Röttenbach "Die Besenbinder". Diese hätten sich 2019 schließlich den Titel des deutschen Vize-Meister gesichert, sagte er.

Prunksitzungs-Finale in diesem Jahr unter dem Motto "Karneval in Rio"

Das große Finale der mindestens dreieinhalbstündigen Prunksitzung mit allen Künstlern stehe in diesem Jahr unter "Karneval in Rio" - nicht die ganze Sendung, erläuterte der BR-Redaktionsleiter "Sonderprojekte Fastnacht" Norbert Küber. Das Finale werde "bunt, temperamentvoll und heißblütig". BR-Studio-Franken-Leiter Forchheimer sagte mit Blick auf den Sendetermin am Freitag: "Der Höhepunkt rückt unaufhaltsam näher." Eine Erwartung an die Quote habe er zwar, diese hänge aber letzten Endes von vielen unbeeinflussbaren Faktoren ab: "Wenn wir in Bayern wieder 50 Prozent plus X erreichen, wäre das super."

Die TV-Prunksitzung "Fastnacht in Franken" flimmerte im Bayerischen Fernsehen zum ersten Mal im Jahr 1987 über die Bildschirme - einmalig aus dem oberfränkischen Lichtenfels. Seit der zweiten Ausgabe wird die Sendung aus Veitshöchheim übertragen. 1991 fiel die Sendung wegen des Zweiten Golfkriegs aus. Die TV-Prunksitzung wird vom Fränkischen Fastnacht-Verband und vom BR verantwortet. Die Quote lag 2019 bei 3,79 Millionen Zuschauer bundesweit, 2,2 Millionen davon aus Bayern. Das waren zwar weniger als 2018 (4,2 Millionen), der Marktanteil in Bayern lag aber bereits zum dritten Mal in Folge über 50 Prozent.

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Sebastian Reich
Sie ist der "Quotenrenner" des Bayerischen Fernsehens: die "Fastnacht in Franken" aus den Mainfrankensälen in Veitshöchheim. Der Bayerische Rundfunk (BR) überträgt sie am 2. Februar zum 31. Mal live, zum achten Mal dabei ist der aus Höchberg bei Würzburg stammende Bauchredner Sebastian Reich mit seiner Nilpferddame Amanda. Für ihn war der erste Auftritt bei "FiF" im Jahr 2011 ein Karrieresprungbrett. Er sagt dem "Sonntagsblatt", er habe der Sendung "viel zu verdanken".