13.11.2016
Skandal um Gipfelkreuz

Gipfelkreuz umgesägt auf dem Schafreuter

Ärger unter Bergfreunden. Es stand keine zwei Monate, bis das neue Kreuz auf dem oberbayerischen Schafreuter erneut von Unbekannten umgesägt wurde.
Mit einem glatten Schnitt hat ein Unbekannter Anfang November 2016 das neue Gipfelkreuz auf dem Schafreuter umgesägt.
Mit einem glatten Schnitt hat ein Unbekannter das neue Gipfelkreuz auf dem Schafreuter umgesägt. Ersatz gibt es frühestens im Frühjahr 2017.

Vom Täter fehlt indes nach wie vor jede Spur. »Wir sind auf Zeugenhinweise angewiesen«, sagte Bernhard Gigl, Chef der Tölzer Polizeiinspektion, dem Sonntagsblatt. Das neue Kreuz auf dem 2102 Meter hohen Grenzgipfel zwischen Bayern und Tirol war Anfang November erneut von einem Unbekannten umgesägt worden. Schon Ende August war das alte Gipfelkreuz durch Axthiebe so stark beschädigt worden, dass es umgelegt werden musste. Die Alpenvereinssektion Bad Tölz hatte daraufhin Anfang Oktober ein neues Holzkreuz aufgestellt.

Beim Alpenverein sitzt der Frust tief. »Der ideelle Schaden ist groß«, sagte Paul Schenk, Vorsitzender der Sektion Bad Tölz, dem epd. Das Holz sei gestiftet gewesen, Berufsschüler der Tölzer Zimmererklasse hatten das Kreuz in ihrer Freizeit angefertigt, Ehrenamtliche der Sektion hatten die 170 Kilo schweren Balken auf den Gipfel getragen. »Als echte Kosten hatten wir nur die Brotzeit für die Helfer«, sagt Schenk - doch gerade für die sei es »ein Schlag ins Gesicht«, dass ihr Engagement nun wieder zunichtegemacht worden sei.

Mit einem glatten Schnitt hat ein Unbekannter Anfang November 2016 das neue Gipfelkreuz auf dem Schafreuter umgesägt (Blick auf den Sylvensteinspeicher).
Blick vom Schafreuter Richtung Norden auf den Sylvensteinspeicher.

Unterkriegen lassen will man sich in Tölz nicht: »Das Kreuz ist für uns ein Stück Tradition. Es zeigt mir: Ich bin angekommen, hier oben ist Frieden«, sagt Schenk. Doch auf ein Katz-und-Maus-Spiel hat der Sektionsvorsitzende auch keine Lust: »Sicher ist, wir werden wieder ein Kreuz aufstellen - aber wie wir das schützen können, wissen wir noch nicht.« Den Winter wollen die Bergfreunde zum Nachdenken nutzen: Eine Gipfelbesteigung mit Kreuz ist ohnehin erst möglich, wenn der Schnee im Frühling schmilzt.

Bis dahin hofft Paul Schenk darauf, dass der Täter vielleicht doch gefasst wird: Für Hinweise, die zu dessen Ergreifung führen, hat die Sektion deshalb als Belohnung einen Rundflug über das Karwendel ausgesetzt.

Der Schafreuter ist der dritte Gipfel, dessen Kreuze beschädigt oder abgesägt wurden. Um Pfingsten wurde ein Kreuz an der Dudl-Alm unterhalb des Braunecks zerstört, am 30. Juli das Gipfelkreuz am Prinzkopf oberhalb des Sylvensteinstausees.

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