15.03.2016
Tagung

Kunst in Zeiten des Krieges: Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing

Worum es bei der Tagung "Kunst in Zeiten des Krieges" der Evangelischen Akademie Tutzing geht.
Kunst in Zeiten des Krieges

In den letzten Jahren wurden während kriegerischen Auseinandersetzungen etliche Kunstwerke zerstört: Buddhastatuen in Bamiyan, die Bibliothek von Timbuktu, der Markt von Aleppo, die Tempelanlagen von Palmyra. Krieg bedeutet nicht nur die Zerstörung von Menschenleben. Sie ist oft verbunden mit der mutwilligen Zerstörung von Kunstwerken. Eine Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzing beschäftigt sich ab 15. April 2016 mit der Frage, wie mit der Vernichtung von Kulturgütern umgegangen werden kann. Zugleich soll aber auch gezeigt werden, wie Künstlerinnen und Künstler mit dem Thema umgehen.

Die Journalisten des Evangelischen Presseverbandes werden die Tagung in Tutzing mit einem neuen multimedialen Format begleiten. Mit den aktuellen Methoden des Storytelling werden wir von der Tagung berichten und sie dokumentieren.

"Kunst in Zeiten des Krieges": Tagungsprogramm

Studienleiterin Judith Stumptner von der Akademie Tutzing stellt das Programm der Tagung vor:

Gezielte Zerstörungen wie sie vom IS als Machtdemonstrationen inszeniert werden, schrecken die Weltgemeinschaft auf und lenken den Blick darauf, dass Krieg auch immer die Vernichtung von Kulturgütern bedeutet. Plünderung und Raub sind an der Tagesordnung, Länder wie Syrien verlieren ihre Schätze, ihre Kunst, ihre Geschichte und damit Teile ihrer Identität. Nicht zuletzt deshalb bezeichnet die UNESCO die Zerstörungen von Palmyra und weiteren Welterbe Stätten als Kriegsverbrechen und setzt sich für ihre Ahndung ein.

Doch auch das kulturelle Leben und seine Infrastruktur kommen im Kriegsfall zum Erliegen. Einst lebendige Spielstätten stehen leer, werden umfunktioniert oder zerstört. Künstler und Kulturschaffende werden verfolgt, getötet, verstummen oder verlassen das Land. Inmitten von Angst und Gewalt erscheinen Malerei, Theater, Musik und Poesie absurd. Und doch sind es oft genug die Künstler, die sich zu Wort melden und Gehör finden – vor Ort und im Exil. Sie machen aufmerksam auf die Geschehnisse im Land, sie dokumentieren und verarbeiten, sie schaff en Momente der Hoffnung für sich und andere.

Diese Hoffnung mit Blick auf Gegenwart und Zukunft zu nähren und Verantwortung zu übernehmen für Kulturerbe, kulturelle Vielfalt und Kulturschaffende, liegt auch in der Verantwortung der Weltgemeinschaft. Der Maßnahmenkatalog von international tätigen Organisationen und lokalen Initiativen reicht dabei von präventiven Dokumentationsprojekten und dem Wiederaufbau von Infrastruktur und zerstörten Stätten bis hin zur Förderung kultureller Vielfalt und Unterstützung von Künstlern.

In der Tagung "Kunst in Zeiten des Krieges" beschäftigen wir uns mit den Auswirkungen aktueller Kriege auf Kunst und Kultur. Was bedeutet der Verlust wichtiger kultureller Stätten für die betroffenen Länder, was für die Weltgemeinschaft? Welche Auswirkungen haben die provozierenden Bilder des IS, wie gehen Medien und Öffentlichkeit damit um? Welche Maßnahmen kann die internationale Staatengemeinschaft ergreifen, um zu bewahren und zu schützen? Wie schlägt sich die Kriegserfahrung der Menschen in den Künsten nieder? Und was kann mit Blick auf eine friedlichere Zukunft schon heute für Künstler und das kulturelle Leben von Ländern, die sich im Krieg befinden, getan werden?

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema: