26.11.2020
Corona

Kardinal Marx: "Vielleicht werden wir auch Priester haben, die nicht ehelos leben"

Kardinal Marx ist der Auffassung, die Einschränkungen in der Corona-Pandemie können als "kreative Pause" genutzt werden. Auch hält er es für möglich, dass die Corona-Krise die Debatten um die Zukunft der Priester in der katholischen Kirche beschleunigt.
Reinhard Marx im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses.
Der Münchner Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses.

Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sollten die Kirche und die Menschen nach Auffassung von Kardinal Reinhard Marx als "kreative Pause" nutzen.

"Wir müssen Heimat und Geborgenheit zusammenbringen mit Wagnis, der Neugier auf Neues und Aufbruch", sagte Marx einer Mitteilung zufolge am bei einem Gottesdienst im Freisinger Dom zum Korbiniansfest.

Marx: "Unfreiwilliges Stoppschild"

Die Pandemie habe den Menschen gezeigt, dass sie aufeinander achten müssen und dass sie in Familie, Schule oder am Arbeitsplatz in ein großes Gemeinwesen eingebunden seien.

Die "Zurückgeworfenheit auf das eigene Leben" sei manchmal schmerzhaft und habe gegenüber der Hektik und Betriebsamkeit das modernen Lebens ein "unfreiwilliges Stoppschild" gesetzt, sagte der Erzbischof von München und Freising.

Debatte um die Zukunft der Priester in der katholischen Kirche beschleunigen

Die Debatten um die Zukunft der Priester in der katholischen Kirche könnten Marx zufolge durch die Corona-Krise beschleunigt und bestärkt werden.

Es gebe keine katholische Kirche ohne Priester, die Frage sei, wie die Zukunft der Priester aussehe. "Vielleicht werden wir auch Priester haben, die nicht ehelos leben - warum nicht?", erklärte der Kardinal in der Pressemitteilung. 

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