7.10.2019
Konfirmandenarbeit

"Featuring Faith": Warum Jugendliche in Roth Filme über Gott, Glaube und Kirche drehen

Spontan oder mit ausgefeiltem Storyboard: Jugendliche aus dem mittelfränkischen Roth drehen Filme über Gott und die Welt - und haben auch schon den Landesbischof vor die Kamera gekriegt.
Filmteam "Featuring Faith" aus Roth

Allerorten machen derzeit Jugendliche auf globale Umweltprobleme aufmerksam. Ein junges Filmteam aus dem mittelfränkischen Roth will mit einem Video zeigen, dass jeder im Kleinen seinen Beitrag zur Rettung des Planeten leisten kann. Der Film von Paul Krauß mit seiner Filmgruppe "Featuring Faith" ist kürzlich bei einem Aktionstag zum Thema "Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit" entstanden.

Während der Gottesdienst zum Erntedankfest in der Rother Stadtkirche stattfand, präsentierten die Jugendlichen nebenan im offenen Kirchencafé "FiS" das Video. Es ist nicht das erste Mal, dass die Jungfilmer gesellschaftliche und christliche Themen in bewegte Bilder umsetzen. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen schlüpfen regelmäßig in andere Rollen und greifen zur Kamera, um Glaubensfragen ganz neu beleuchten oder zu zeigen, was läuft  rund um die Stadtkirche.

Was die Filmgruppe "Featuring Faith" erreichen will

"Gemeinde ist Vielfalt - und Kirche kann mehr als Sonntagmorgen. Das wollen wir nach außen tragen", sagt Teamleiter Paul Krauß. Das neue Videoprojekt wurde mit Felix Franz, Justin Homm und Selina Volkert aus dem Filmteam sowie den Pfarrern Eberhard Hadem, Elisabeth Düfel und Vikarin Johanna Bogenreuther in gleich drei Konfirmandengruppen durchgeführt.

Jeder habe sich konkrete Ideen überlegt. "Mein Motto dazu: Fang klein an - aber denke groß", sagt Krauß. Und das gilt nicht nur für das Thema dieses "Umweltfilms", sondern auch für die Jugendgruppe "Featuring Faith", die seit knapp drei Jahren aus der Jugendkneipe "HELDenzeit" im Gemeindezentrum agiert.

Rother Filmteam aus rund 30 Jugendlichen

Begonnen hat alles mit einem Imagefilm für die Konfirmandengruppe, bei dem sich der "Konfi-Flüsterer" genannte Paul Krauß erstmals mit einer geliehenen Kamera und der entsprechenden Video-Software für den PC befasst hat. Nach der Konfirmation hatte das Team "Blut geleckt". Mittlerweile hat "Featuring Faith" rund 30 Mitstreiter, evangelisch, katholisch und konfessionslos, im Alter von zwölf bis 20 Jahren. Etwa zehn Mädchen und Jungen sind regelmäßig bei den Produktionen mit dabei.

"Im Filmteam sind alle wichtig. Ohne Kamerafrau ist der beste Schauspieler aufgeschmissen. Jeder darf genau so viel beitragen, wie er möchte. Manche vor, andere hinter der Kamera, mit Puderpinsel oder als Regisseur", sagt Krauß. Drehbücher und Texte entstehen manchmal ganz professionell mit Storyboard und ausgefeilten Dialogen, oft aber auch spontan und von Szene zu Szene. "Geschichten müssen sich entwickeln und bleiben so lebendig", sind die Jungfilmer sich einig.

Neustes Filmprojekt: "Abgefahrene Fragen - von klasse Konfis"

Auf dem Instagram-Profil von "Featuring Faith" kann man sich einen Eindruck verschaffen. Demnächst sollen die Clips auch auf dem Internetportal der Kirchengemeinde Roth zu sehen sein. Die junge Rother Kirche nutzt auch die sozialen Medien: Unter dem Hashtag #KONFLUENCER sprechen Konfirmanden und junge Teamleiter über ihre Highlights in der gemeinsamen Zeit und ihre Motivation, sich zu engagieren.

Manchmal dauern alleine die Dreharbeiten für einen Clip wochenlang. Wie beim Herzensprojekt "Aussehenseiter", das sich mit Schönheitswahn auf verschiedenen Ebenen befasst. Derzeit entsteht der Film "Abgefahrene Fragen - von klasse Konfis". Darin versuchen Konfirmanden Antworten auf die drängendsten Fragen zum Thema Glaube, Kirche oder Gott zu finden. Auf dem "Sessel der Wahrheit" sitzen dann Theologen und mutige Experten, die sich den Jugendfragen tapfer stellen sollen. Sogar der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm saß schon auf diesem Stuhl.

Die 14-jährige Sarah Wiedner will von ihm beispielsweise wissen, ob es im Himmel auch Schokolade gibt. Und die gleichaltrige Lia-Marie Gatt fragt, warum es beim Abendmahl nur trockene Oblaten und nicht etwas wirklich Leckeres gibt.

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