18.02.2020
Kirche & Netz

"yeet": Evangelisches Contentnetzwerk für "Sinnfluencer" startet

"Jana glaubt", "Theresa liebt", und ein Pfarrerinnen-Ehepaar sagt "Anders. Amen": Das von der evangelischen Kirche gestartete Netzwerk "yeet" will die Vielfalt des christlichen Glaubens darstellen und hofft, damit junge Menschen zu erreichen. Was hinter dem Projekt steckt.
Das evangelische Contentnetzwerk yeet ist gestartet!

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat unter dem Namen "yeet" ein Netzwerk von Influencern gestartet, um bei jungen Menschen Interesse an Themen rund um den christlichen Glauben zu wecken. Wie das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main mitteilte, sind die Videos, Podcasts und sonstigen Beiträge der sogenannten Sinnfluencer bei Youtube, Instagram, Spotify und weiteren Anbietern zu sehen.

"yeet" ist ein Ausdruck aus der Jugendsprache, der seit dem Jahr 2008 durchs Netz geistert. Er stehe dafür, etwas mit Nachdruck und Freude zu tun, sagte GEP-Direktor Jörg Bollmann. Viele englischsprachige Wörterbücher im Internet geben wie das Cambridge Dictionary an, das Slang-Wort "yeet" bedeute, etwas mit großer Entschlossenheit und Geschwindigkeit wegzuwerfen.

Das Evangelische Content-Netzwerk zielt auf junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren und versteht sich als mehrstimmiges Angebot, das vom individuellen Glaubensverständnis der Sinnfluencerinnen und Sinnfluencer geprägt sein soll.

Die EKD hatte 2018 bereits den Youtube-Kanal "Jana glaubt" für junge Frauen und Männer gestartet. Das Gesicht des Kanals ist die 21-jährige Studentin Jana Highholder, deren Videos derzeit 19.000 Menschen abonniert haben. Im vergangenen Jahr beauftragte der Rat der EKD das GEP mit dem Ausbau des Angebots.

Zum Start gibt es sieben weitere Kanäle neben "Jana glaubt", darunter das Youtube-Format "Anders. Amen" der miteinander verheirateten Pfarrerinnen Ellen und Steffi Radtke aus dem niedersächsischen Eime sowie "Theresa liebt" der Berliner Pfarrerin Theresa Brückner. Christian Engels und Kira Brück gestalten die "Filmshow". Der hessische Pfarrer Jörg Niesner fragt auf Instagram "@wasistdermensch", seine Kollegin Josephine Teske aus Schleswig-Holstein erzählt unter anderem über ihr Familienmodell als getrennt lebende Mutter, die sich die Erziehung der Kinder mit ihrem Ex-Mann aufteilt. Die "Netztheologen" Roman und Chris treffen sich vor dem Mikrofon als Theologe und Technik­experte, während chrismon-Redakteur Nils Husmann mit Klimaschutzexperten über Strategien und Alltagstipps zum Umweltschutz spricht.

"yeet" soll weiter wachsen und steht Landeskirchen, christlichen Initiativen und einzelnen Kreativen offen. Sie können sich mit ihren Ideen und Formaten bewerben. Das "yeet"-Team unterstützt die Sinnfluencerinnen und Sinnfluencer je nach Bedarf und Möglichkeiten durch Vernetzung, Formatentwicklung, redaktionelle Begleitung und Beratung, Technik, Community-Management und Marketing.

 

"yeet": Diese "Sinnfluencer" sind bereits dabei:

  • Theresa Brückner ist Pfarrerin für Kirche im digitalen Raum im Berliner Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg und erfolgreich auf Instagram, Facebook, Twitter und YouTube als @theresaliebt unterwegs. Sie berichtet mit der Kamera aus ihrem Alltag als Pfarrerin.
  • Christian Engels und Kira Brück gestalten die Filmshow. In verschiedenen Formaten geht es einerseits um Film und Religion, andererseits um Serien, Kino und Familie. Kira ist Mutter und Filmjournalistin, Christian ist Vater und der "evangelische Filmpfarrer". Zusammen und einzeln diskutieren sie Serien und Filme von Hollywood bis Netflix, zwischen Streaming Nights und Festivalevents. Die Filmshowformate gibt es auf YouTube und Facebook oder als Podcast. 
  • Die Medizinstudentin Jana Highholder spricht auf ihrem Kanal "Jana glaubt" auf YouTube, Instagram und Facebook mit Menschen über deren Glauben und Leben, lotet medizinethische Themen aus und erzählt aus ihrem Alltag als Studentin, Poetryslammerin und Autorin.
  • Nils Husmann besucht für seinen Podcast Klimaschutzexperten, mit denen er über Fakten, Strategien und Alltagstipps zum Thema Umweltschutz spricht. Damit begleitet er die chrismon-Serie "Die Bessermacher" mit Willi Weitzel. 
  • Jörg Niesner ist Pfarrer in Laubach und unterwegs auf Instagram und tellonym.me, wo er sich als @wasistdermensch Zeit nimmt für die Lebens- und Sinnfragen seiner Follower.
  • Ellen und Steffi Radtke sind miteinander verheiratet und leben im Pfarrhaus im niedersächsischen Eime. Im YouTube-Format "Anders. Amen" zeigen sie, wie gut die Verbindung "queer und Kirche und Dorf" funktioniert.
  • Josephine Teske ist Pfarrerin in Schleswig-Holstein. Unter @seligkeitsdinge_ erzählt sie auf Instagram von ihrem Leben als alleinerziehende Mutter und Pfarrerin, denkt nach über feministische Theologie und lotet die Chancen einer digitalen Kirche aus.
  • Roman und Chris treffen sich vorm Mikrofon als Theologe und Technikexperte. Sie diskutieren in ihrem Podcast "Netztheologen" den digitalen Wandel aus der Perspektive des christlichen Glaubens.
ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Verkündigung online

Blogger Frau Laptop Internet
So vielfältig wie wir aussehen und die Welt sehen ist auch unser Glaube. Für den einen ist er Privatsache, ein anderer würde ihn am liebsten der ganzen Menschheit kundtun. Wir haben 12 Beispiele gefunden, wie junge Christen das Internet nutzen, um möglichst vielen von ihrem Leben als Gläubige zu erzählen.

Social-Media-Aktion

#ejunterwegs – Social-Media-Aktion von sonntagsblatt.de
Autor
Die Lindauer Jugendkirche muss auf eine Insel im Bodensee umziehen. Die EJ Kaufering "pusht die Bromance" mit besonderen Team-Challenges in Südschweden. Und die Altdorfer verwandeln den Wald vor ihrer Haustüre in eine magische Welt. Wir sammeln, was die bayerischen Jugendkirchen im letzten Sommer umgetrieben hat - und präsentieren die Schnappschüsse auf Instagram.