30.08.2018
Neuer Beruf für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung

Genesungsbegleiter als Bindeglied zwischen Ärzten und Patienten

Genesungsbegleiter - das ist ein relativ neuer Beruf für Menschen, die selbst eine psychische Krankheit bewältigt haben und somit zu Experten darin geworden sind, wie es Patienten geht. Nach einjähriger Schulung können sie zum Beispiel sehr gut im sozialpsychiatrischen Dienst hilfreich vermitteln.
Besonders bei psychischen Erkrankungen helfen Genesungsbegleiter dabei, zwischen Patienten und Ärzten zu vermitteln. Sie haben selbst Erfahrung mit Depression oder Sucht hinter sich und wissen, was in Betroffenen vorgeht.

Wenn jemand sich Arm oder Bein bricht, sieht man das gleich, am Gips oder Verband, und das Mitgefühl ist ihm sicher. Anders ist es bei psychischen Erkrankungen. Da hört jemand Stimmen, fühlt sich verfolgt oder findet in einer depressiven Phase morgens erst gar nicht aus dem Bett heraus. Oft begegnet ihnen Unverständnis. Der sozialpsychiatrische Dienst der Diakonie in Neumarkt beschäftigt einen „Genesungsbegleiter“, der so eine Erkrankung selbst erlebt und überwunden hat und seine Erfahrung jetzt anderen zur Verfügung stellt.

Die Ausbildung findet in zertifizierten EX-IN-Kursen statt. Es handelt sich dabei um eine einjährige Ausbildung in 12 Modulen, die jeweils am Wochenende stattfinden. Weitere Informationen zu den Kursen gibt es bei der Trialogischen Arbeitsgemeinschaft EX-IN Bayern. Nach ihrer Ausbildung können die Genesungsbegleiter in psychiatrischen Einrichtungen meist auf 450-Euro-Basis arbeiten. Die Arbeitszeit soll höchstens zehn Stunden pro Woche betragen. Deshalb ist EX-IN auch eine Möglichkeit zur Rückkehr ins Arbeitsleben und ein Instrument der Inklusion.

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