4.03.2019
Rassismus und Vorurteile

Im Gespräch bleiben - auch bei Rassismus und Intoleranz

Rassistische und rechtspopulistische Äußerungen nehmen gerade leider wieder zu. Diese bekommen auch die Pfarrer und Pfarrerinnen bei Geburtstagen, Hausbesuchen oder sogar im Konfi-Unterricht immer mal wieder zu hören. Wie sie mit solchen Situationen am besten umgehen können, damit hat sich jetzt eine Tagung des evangelisch-lutherischen Dekanats Passau beschäftigt.
Pfarrer und Pfarrer begegnen in ihrem Alltag häufig rassistischen Meinungen und Vorurteilen. Manchmal stehen sie ratlos und perplex vor den Aussagen. Um besser damit umgehen zu können, haben sie eine Schulung besucht.

Pfarrerinnen und Pfarrern begegnen rassistische Äußerungen und Meinungen täglich. Und in allen Altersstufen. Deshalb hat das Pfarrkapitel im Dekanat Passau Fachmann Martin Becher vom "Bündnis für Toleranz" aus Bad Alexandersbad eingeladen, um das Thema greifbarer zu machen. Und um Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Seelsorger damit besser umgehen.

Die Pfarrerinnen Ulrike Kuschel aus Freyung und Godila Baumachh aus Pocking berichten von ihren Erfahrungen: Jugendliche bezeichnen Asylbewerber als Vergewaltiger, Senioren glauben (immer noch) an die jüdische Weltverschwörung. Manche fühlen sich von der Gesellschaft abgehängt, fahren gar nach Dresden zu den Montagsdemos.

Was das Pfarrkapitel aus der Tagung mitnimmt ist, dass sie allesamt im Gespräch bleiben müssen. Zuhören. Heraushören, wo das eigentliche Problem liegt und ansprechbar sein und bleiben. Dann können viele Vorurteile ausgeräumt werden.

 

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