18.09.2020
Flüchtlingslager Moria

Katastrophale Zustände im Flüchtlingslager Moria: Wie Sie jetzt helfen können

Die verheerenden Brände im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos haben Zerstörung und Chaos hinterlassen. War die Situation zuvor schon angespannt, so befinden sich die Flüchtenden nun in einer noch katastrophaleren Lage. Wie den Menschen geholfen wird und was auch Sie tun können.
Ein Mann an einem Grenzzaun (Symbolbild)

Die Feuer auf der griechischen Insel Lesbos brachen in der Nacht vom 8. auf den 9. September aus und rückten die seit langem angeprangerten Zustände in dem überfüllten griechischen Flüchtlingslager erneut in das Licht der Öffentlichkeit.

Helfer und Menschenrechtler sprachen von einer "Katastrophe mit Ansage" und bekräftigten ebenso wie Vertreter aus Kirche und Politik ihre Forderungen nach einer Evakuierung der griechischen Lager und einer menschenwürdigen Unterbringung.

Flüchtlingslager Moria abgebrannt

Nach dem Brand herrschen in Moria nach Berichten von Helfern chaotische Zustände. Die Versorgung sei zusammengebrochen, sagte der Mainzer Arzt Gerhard Traber dem Sonntagsblatt. Tausende Menschen irrten durch die Straßen, es gebe zurzeit kein Essen und kein Wasser.

Marco Sandrone von "Ärzte ohne Grenzen" aus Lesbos erklärte: "Wir sahen, wie sich das Feuer in Moria ausbreitete und die ganze Nacht wütete. Wir sahen, wie die Menschen aus einer brennenden Hölle flüchteten."

Hilfsorganisationen vor Ort reagieren nun auf die Notsituation der Menschen.

Wie Sie helfen können

Sonntagsblatt.de hat für Sie Institutionen aufgelistet, die Sich nun vor Ort im Flüchtlingscamp Moria für die Betroffenen einsetzen. Indem sie an diese Organisationen spenden, unterstützen Sie deren Arbeit auf Lesbos.

1) "Brot für die Welt"

Die Organisation "Brot für die Welt" hat es sich zur Aufgabe gemacht, der armen und ländlichen Bevölkerung in Notgebieten bei der Sicherung ihrer Lebensgrundlagen zu helfen.

Dabei verschreibt sie sich dem Kampf gegen Hunger und Unterernährung, gleichzeitig setzt sich "Brot für die Welt" für mehr Demokratie, Frieden und Gesundheit ein. 

Schon lange fordert die Organisation einen humaneren Umgang mit den Geflüchteten in den griechischen Flüchtlingslagern.

In Anbetracht der aktuellen Situation appelliert "Brot für die Welt" nochmals an die europäische Politik, Verantwortung zu übernehmen und sich für die Sicherheit der Betroffenen einzusetzen.

"Brot für die Welt" leitet Spenden an die Projekte weiter, welche die finanziellen Mittel im Moment am dringendsten brauchen. Hier erfahren sie mehr über die Organisation und deren Standpunkt zu der Lage in Moria.

2) "Caritas International"

"Caritas International" leistet in Zusammenarbeit mit dem internationalen Caritasnetzwerk Hilfe in Krisen- und Notsituationen.

Auf Lesbos steht das Hilfswerk in Kooperation mit "Caritas Griechenland". Nach dem Brand boten die Mitarbeiter*innen des Verbandes den Betroffenen Unterstützung in Form von Medikamenten, sauberem Trinkwasser und Schlafsäcken.

Welche weiteren Aktionen geplant sind, und wie Sie dabei helfen können, erfahren Sie hier.

3) "Ärzte ohne Grenzen"

Die sowieso sehr angespannte Situation in dem Flüchtlingslager wurde durch das Corona-Virus zusätzlich verschärft. Besonders die Ausgangsbeschränkungen in den Camps stellte eine große Belastung dar.

Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen", die sich weltweit für eine bessere Gesundheitsversorgung einsetzt, stand den Geflüchteten in dieser Zeit unterstützend zur Seite. Auch nach dem Brand bot die Organisation den Betroffenen ihre Hilfe.

Mehr über die Hilfsaktionen sowie die Aufgaben der "Ärzte ohne Grenzen" erfahren Sie hier. Sie haben dort auch die Möglichkeit, eine Spende zu hinterlassen.

4) "Kinder Not Hilfe"

Die seit 60 Jahren bestehende Organisation setzt sich vor allem für die Rechte von Kindern in Not ein. Sie unterstützt Mädchen und Jungen in schwierigen Lebenssituationen, indem sie unter anderem gegen Missbrauch, Gewalt und Ausbeutung kämpft.

Im Flüchtlingslager Moria hat die "Kinder Not Hilfe" ihren Fokus vor allem auf die Eindämmung des Corona-Virus gelegt. In Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort will die Organisation mittels Aufklärungsaktionen und der Unterstützung bei der Produktion von Atemmasken der Ausbreitung des Virus entgegenwirken.

Dazu werden beispielsweise über Plakate und Megafon-Durchsagen Verhaltenstipps gegeben und Hilfsmittel wie Medizin, Desinfektionsmittel und Material für Atemschutzmasken bereitgestellt.

Mehr Informationen sowie die Möglichkeit zur Spende erhalten Sie hier.

5) "UNO Flüchtlingshilfe"

Die "UNO Flüchtlingshilfe" hat es sich zum Ziel erklärt, Geflüchteten aus aller Welt Unterstützung zu gewähren. Dazu arbeitet sie eng mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, "UNHCR", zusammen.

Nach den Ereignissen vom 8. und 9. September setzt sich die "UNO Flüchtlingshilfe" nun mit Partnern vor Ort zusammen für die Betroffenen ein. Sie bieten beispielsweise Unterkünfte und weitere Soforthilfemaßnahmen.

Hier erfahren Sie mehr über die Nothilfe der Geflüchteten auf Lesbos. 

6) "Help - Hilfe zur Selbsthilfe"

Mit dem Ziel, nachhaltige und langfristige Veränderungen zu bewirken, hilft die Organisation weltweit Menschen in Not.

Nach den Bränden in Moria unterstützt „Help – Hilfe zur Selbsthilfe“ deren Partnerorganisation „Greek Council for Refugees“, die vor Ort Nothilfe leistet.

Sie versorgt die Geflüchteten auf Lesbos mit Schlafsäcken, Hygienepaketen, Nahrungsmitteln und Mund-Nase-Masken. Wie Sie helfen können, erfahren Sie hier.

 

mit Verwendung von Material des epd

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema: