20.10.2020
Lebenslauf

Steckbrief Martin Luther: Biografie des Reformators

Martin Luther hat die Kirchengeschichte wesentlich geprägt. Unser Steckbrief des Reformators schildert die wichtigsten Lebensstationen.
Luther Steckbrief

Martin Luther (1483-1546) hat die Kirchengeschichte in Deutschland wesentlich geprägt. Der Augustinermönch und Theologe hat mit der Reformation eine tiefgreifende Veränderung der Gesellschaft angestoßen.

Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen haben. Dieses Ereignis gilt als Auslöser der Reformation. Die Thesen zielten auf eine Abschaffung des Ablasshandels und eine Erneuerung der  Kirche. Doch kam es in der Folge aber zur Spaltung der Kirche und zu Veränderungen in der ganzen Gesellschaft.

Heute wird an vielen Orten an den Reformator erinnert: Schulen, Krankenhäuser und Universitäten tragen in Gedenken seinen Namen. Tausende Gäste besuchen jedes Jahr die Orte, in denen er lebte - darunter Wittenberg, die Wartburg, die Veste Coburg und seine Heimat Eisenach.

Doch wer war der Mann, der eigentlich Jurist werden wollte und der - einer Legende zufolge - durch einen Blitzschlag ein Glaubensversprechen ablegte? Was waren die entscheidenden Stationen seines Weges? Unser chronologischer Steckbrief informiert knapp über den Lebenslauf von Martin Luther.

Martin Luther: Steckbrief und Lebenslauf

 

  • 10. November 1483: Geburt in Eisleben als Sohn von Hans Luder.
     
  • 1498-1501: Besuch der Lateinschule Eisenach.
     
  • Januar 1505: Aufnahme des Jurastudiums an der Universität Erfurt.
     
  • 2. Juli 1505: Der Jurastudent gerät bei Stotternheim in ein Gewitter. In seiner Nähe schlägt ein Blitz ein, und der Luftdruck wirft ihn zu Boden. Vor Schreck gelobt er: "Hilf du, heilige Anna, ich will ein Mönch werden!"
     
  • 17. Juli 1505: Eintritt als Novize in das Kloster der Erfurter Augustiner-Eremiten.
     
  • 04. April 1507: Priesterweihe in Erfurt.
     
  • Sommer 1507: Theologiestudium in Erfurt.
     
  • Herbst 1507: Luther legt sein Mönchsgelübde ab. Beginn starker innerer Glaubenskämpfe.
     
  • 1510: Im November schickt Johann von Staupitz Luther gemeinsam mit einem Ordensbruder nach Rom, um dort Angelegenheiten des Augustiner-Ordens zu verhandeln. In Rom tut Luther gute Werke und eine Generalbeichte, um einen völligen Ablass zu erhalten. Luther ist enttäuscht von der Selbstgefälligkeit der kirchlichen Hierarchie.
     
  • 1511: Luther lehrt Moralphilosophie an der Universität Wittenberg.
     
  • 18. Oktober 1512: Promotion zum Doktor der Theologie, Übernahme der Professur für Bibelauslegung an der Theologischen Fakultät. Subprior des Wittenberger Augustiner-Eremitenklosters.
     
  • 1512-17: Das 5. Laterankonzil war zu keiner echten Kirchenreformation bereit. 1517 schloss es ohne greifbare Ergebnisse.
     
  • 1513: Im Frühjahr erfährt Luther eine Stunde biblischer Erkenntnis im Turm des Schwarzen Klosters zu Wittenberg. Luther entdeckt die Gnade und den Glauben als Grundlage für die Rechtfertigung vor Gott. Er kommt zu seinem reformatorischen Durchbruch.
     
  • 1517: Papst Leo X. erneuert den 1506 ausgeschriebenen Jubiläumsablass, als er für den Bau der neuen Peterskirche Geld benötigt. Johann Tetzel verkauft im Auftrag von Albrecht, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, den Ablass in Magdeburg und Brandenburg.
     
  • 31. Oktober 1517: Anschlag der 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg. In ihnen kritisiert Luther den Ablasshandel und prangert die lasche Praxis der Sündenvergebung an.
     
  • 12.-14. Oktober 1518: Verhör Luthers durch Kardinal Cajetan in Augsburg. Luther verweigert den Widerruf seiner Schriften.
     
  • 27. Juni-16. Juli 1519: Leipziger Disputationen mit Johannes Eck. Luther bricht mit der römischen Kirche, als er die Unfehlbarkeit der Konzilien und den Primat des Papstes bestreitet. Luther lässt nur noch Abendmahl und Taufe als Sakrament gelten.
     
  • 1520: Veröffentlichung der drei reformatorischen Hauptschriften: "An den christlichen Adel deutscher Nation", "Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche" und "Von der Freiheit eines Christenmenschen".
     
  • 15. Juni 1520: Verurteilung der lutherischen Lehre durch die Bannandrohungsbulle "Exsurge Domine" von Papst Leo X.
     

Martin Luther war viel unterwegs: Von Eisenach über Erfurt nach Wittenberg. Wer behält da noch den Überblick? Die Interaktive Karte schafft Klarheit. Was ist wann passiert? Und vor Allem: Wo? Klicken Sie einfach die schwarze Linie entlang durch die digitalen Fußspuren des Reformators.

 

  • 10. Dezember 1520: Luther verbrennt die päpstliche Bannandrohungsbulle am Elstertor in Wittenberg. Damit bricht er mit der römischen Kirche.
     
  • 3. Januar 1521: Ein kirchlicher Bann wird über Luther durch die Bannbulle "Decet Romanum Pontificem" von Papst Leo X ausgesprochen. Luther ist damit aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen.
     
  • 17./18. April 1521: Luther spricht vor dem Reichstag in Worms. Erneut verweigert er den Widerruf, diesmal vor Kaiser und Reich.
     
  • 8. Mai 1521: Luther wird auf dem Reichstag in Worms von Kaiser Karl V. geächtet, erhält aber freies Geleit. Luther ist vogelfrei. Luther wird auf der Rückreise von Worms im Auftrag von Friedrich dem Weisen von Sachsen auf die Wartburg entführt. Dort lebt er unter dem Decknamen "Junker Jörg". Einer Legende zufolge soll Luther nachts dort vom Teufel geweckt worden sein. Er verteidigt sich, indem er ein Tintenfass gegen Satan wirft.
     
  • Dezember 1521-Februar 1522: Übersetzung des Neuen Testaments.
     
  • 1522: Luther übernimmt unter Lebensgefahr erneut die Professur in Wittenberg.
     
  • 1523: Reichstag in Nürnberg. Beginn selbstständiger Gemeindebildungen. Nonnen und Mönche treten aus ihren Klöstern aus.
     
  • 09. Oktober 1524: Luther tritt aus dem Orden aus.
     
  • 1525: Im Bauernkrieg "Ermahnung zum Frieden" und "Wider dir räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern".
     
  • 13. Juni 1525: Eheschließung mit der ehemaligen Nonne Katharina von Bora.
     
  • 1527: Abendmahlschrift gegen den Schweizer Reformator Huldreych Zwingli.
     
  • 1529: 2. Reichstag zu Speyer: Der Kaiser fordert die Durchführung des Wormser Edikts und die Einstellung und Zurücknahme jeder kirchlichen Neuordnung. Die reformatorischen Reichsstände protestieren (Protestanten).
     
  • 1529: Ausgabe des großen und kleinen Katechismus.
     
  • 1530: Reichstag zu Augsburg: Die Protestanten legen ihr Bekenntnis ab (Augsburger Bekenntnis). Luther auf der Veste in Coburg.
     
  • 1532: Der Nürnberg Religionsfrieden ermöglicht die Ausbreitung des Protestantismus.
     
  • 1537: Luther schreibt die "Schmalkaldischen Artikel" für das ausgeschriebene Konzil.
     
  • 1544: In Torgau wird die erste protestantische Kirche eingeweiht.
     
  • 1545-1563: Trienter Konzil: Die bedeutendsten Beschlüsse dieses Konzils bestimmten den Katholizismus bis in die Gegenwart hinein.
     
  • 18. Februar 1546: Tod in Eisleben.
     
  • 25. September 1555: Augsburger Religionsfrieden: Der Krieg zwischen Katholiken und Lutheranern wird beendet.
     
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