12.06.2020
12. Juni

Welttag gegen Kinderarbeit: Mission EineWelt ruft Firmen und Verbraucher zum Handeln auf

Das Partnerschaftszentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Mission EineWelt, hat Unternehmen, Politik und Konsumenten zu mehr Engagement gegen ausbeuterische Kinderarbeit aufgerufen.
Kinderarbeit Kambodscha

Anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit am 12. Juni fordert Mission EineWelt zur Unterstützung eines Lieferkettengesetzes auf. Weltweit seien rund 152 Millionen Kinder im Alter von fünf bis 17 Jahren Opfer von ausbeuterischer Kinderarbeit. Sie könnten wegen der Arbeit nicht zur Schule gehen und würden gesundheitlich geschädigt. Nahezu drei Viertel der Kinder müssten laut der Internationalen Arbeitsorganisation ILO in der Landwirtschaft arbeiten, 17 Prozent in Dienstleistungen und zwölf Prozent in der Industrie, auch im Bergbau.

Pfarrerin Gisela Voltz von Mission Eine Welt nannte als Beispiel den Kakaoanbau, In Ghana und an der Elfenbeinküste, wo mehr als die Hälfte der Weltproduktion von Kakao herkomme, seien rund zwei Millionen Kinder betroffen.

Sie müssten für Kinder viel zu schwere Kakaosäcke tragen, verletzten sich mit gefährlichen Werkzeugen wie Macheten oder versprühten ohne Schutzkleidung Pestizide. Ein Schulbesuch sei für viele undenkbar. Und bisher könne keiner der internationalen Schokoladenhersteller, die Kakao aus Westafrika beziehen und eine Niederlassung in Deutschland haben, ausschließen, dass in seinen Produkten Kinderarbeit steckt.

Ein Lieferkettengesetz mit der Verpflichtung zum Nachweis sozialer und ökologischer Standards und mit Sanktionen bei Verstößen könnte helfen.

"Auf die freiwillige Selbstverpflichtung von Unternehmen zu setzen, bringt wenig, wie wir in den letzten Jahrzehnten gesehen haben", sagte Jürgen Bergmann, Leiter des Referats Entwicklung und Politik bei Mission EineWelt.

Verbraucher könnten aktiv werden, indem sie eine Petition unter www.lieferkettengesetz.de unterschreiben. Und sie könnten beim täglichen Einkauf auf Nachhaltigkeits-Kriterien wie saisonal, regional, bio und fairen Handel achten und damit existenzsichernde Löhne sowie nachhaltige Wirtschaftskreisläufe unterstützen, sagte Bergmann.

Mission EineWelt unterstützt Projekte von Partnerkirchen in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Pazifik, die sich für die Bildung und die Rechte von Kindern sowie nachhaltige Landwirtschaft einsetzen. Für den Einsatz hierzulande bietet Mission EineWelt Bildungsmaterialien, Workshops, Vorträge und Schulungen zu Themen des Globalen Lernens an.

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