30.09.2020
Vorwurf der Wasserprivatisierung

Verbände im Bistum Eichstätt wollen die Firma Nestlé boykottieren

Kirchliche Einrichtungen im Bistum Eichstätt wollen künftig auf Nestlé-Produkte verzichten.
Wassflasche und Wasserglas

Kirchliche Einrichtungen im Bistum Eichstätt wollen künftig auf Nestlé-Produkte verzichten. Man wirke darauf hin, dass in allen Einrichtungen der Diözese, insbesondere den diözesanen Tagungshäusern und an der Katholischen Universität Eichstätt, keine Nestlé-Produkte mehr verwendet werden, heißt es in dem entsprechenden Beschluss des Diözesanrates, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt.

Das Laiengremium unterstütze das Anliegen auch über die Diözesangrenzen hinaus und wolle einen geeigneten Antrag in die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken einbringen.

Boykott der Firma Nestlé

Zuerst hatte die "Augsburger Allgemeine" (Donnerstagsausgabe) über den Beschluss berichtet. Als Grund wurde die "aggressive Wasserpolitik" des weltgrößten Lebensmittelherstellers genannt. Initiator des Boykotts war laut "Augsburger Allgemeinen" der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). "Nestlé betrachtet Wasser als Geschäftsmodell.

Nicht nur aus christlicher, sondern schon aus moralischer Sicht müssen wir darauf aufmerksam machen", sagte Tobias Bacherler, Vorsitzender des Dachverbandes der katholischen Jugendverbände in der Diözese Eichstätt, der Zeitung.

"Aggressive Wasserpolitik"

Er wolle den Boykottaufruf nun ins ganze Bistum tragen: "Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht. Aber im südlichen Afrika sind die Brunnen der Bevölkerung nicht so tief wie die von Nestlé. Deshalb trocknen sie aus und die Menschen müssen am Ende ihr eigenes Grundwasser teuer in Plastikflaschen kaufen. Das kann nicht sein", sagte Bacherler.

In seinem Beschluss fordert der Diözesanrat Nestlé dazu auf, den freien Zugang zu sauberem Wasser als Menschenrecht anzuerkennen, keine Wälder mehr für neue Plantagen zu roden und die Rechte der lokalen Bevölkerung zu wahren.

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