11.07.2016
Bildung

Christliche Publizistik in Erlangen feiert 50. Geburtstag

Die Abteilung Christliche Publizistik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg will Theologen Medienkompetenz lehren. Am 12. Juli wird ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert - unter anderem mit einer Tagung.

Die Tagung im Wassersaal der Orangerie in Erlangen legt den Schwerpunkt auf drei Themenbereiche. Zunächst wird das Fach aus verschiedenen Perspektiven als Teil der Praktischen Theologie verortet. Hierzu referiert unter anderem der Münchner Theologe Christian Albrecht über die Ansprüche einer Evangelischen Publizistik. Im zweiten Teil der Veranstaltung stellen Professoren aktuelle Forschungsthemen vor. Unter dem Titel »We love to entertain you – Religion im Modus der Unterhaltung« wird beispielsweise Hans Jürgen Luibl, Leiter Evangelische Stadtakademie Erlangen, zu Wort kommen.

Abschließend verleiht der Fachbereich Theologie dem SZ-Chefredakteur Heribert Prantl die Ehrendoktorwürde der Theologie. Als Absolvent einer Christlichen Journalistenschule orientierte er sein journalistisches Schaffen stets an theologischen Werten ganz im Sinne des Masterstudienganges Medien-Ethik-Religion. Im Anschluss an die Verleihung hält Prantl den Festvortrag zum Thema »Die Bibel und die Verfassung – was Theologen und Journalisten verbindet«.

Was ist Christliche Publizistik?

Die Abteilung Christliche Publizistik der Erlanger Universität wurde 1966 von Professor Bernhard Klaus gegründet. Sie gehört zum Fachbereich Theologie der Philosophischen Fakultät. Ziel ist es, Theologen Medienkompetenz zu vermitteln. Die Christliche Publizistik stellt hierzu das Verhältnis Medien – insbesondere Journalismus – und Religion in einen wissenschaftlichen Kontext. Derzeitige Forschungsschwerpunkte sind die Analyse der journalistischen Wahrnehmung von Religion(en), das Selbstverständnis und die Praxis der evangelischen Publizistik sowie Handlungs- und Reflexionsfelder im Bereich der Medienethik.

Wichtige Fragen in diesem Kontext sind: Wie reflektiert Theologie die globale Kommunikation und die Vermessung des Menschen durch Daten? Wie bewegen sich die Kirchen in den verschiedenen Räumen der Öffentlichkeit? Wie lässt sich Medienethik aus theologischer Perspektive gestalten? Die Abteilung Christliche Publizistik unterstützt außerdem den Masterstudiengang Medien-Ethik-Religion.

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