Markus Springer

Redakteur | Kultur, Medien, Netzwelten
Markus Springer

Markus Springer ist Redakteur für Kultur, Medien und Netzwelten beim Sonntagsblatt. Zu seinen Leidenschaften zählen Absonderlichkeiten aus der Kirchengeschichte, München und die Marken (Hauptsache Italien) sowie Motorradreisen mit seiner unverwüstlichen BMW G/S 80 (Baujahr 1981).

THEMA-Hefte:

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Kommentar

Bedford-Strohm
Was genau der Nürnberger Pfarrer Matthias Dreher da eigentlich geschrieben hatte? Nur wenigsten machten sich die Mühe, es selbst zu lesen. Gleichwohl wurde der Fall des Pfarrers, der über einen Leserbrief zum Thema Seenotrettung stolperte, weit über die Kirchen hinaus in ganz Deutschland wahrgenommen. Der Vorgang hat den Blick auf die innerkirchliche Diskurskultur gerichtet.

Jubiläum Sonntagsblatt

Vor 75 Jahren, am 6. November 1945, erschien das erste Sonntagsblatt. Ein Neubeginn in einer Zeit, in der Deutschland und – wegen Deutschland – halb Europa in Trümmern lagen. Die 75 Jahre seither waren für Europa eine Erfolgsgeschichte – und auch für das bayerische evangelische Sonntagsblatt. So richtig feiern, wie es dem Anlass angemessen wäre, kann man im Corona-Jahr 2020 leider nicht. Aber ein paar Grußbotschaften haben uns erreicht.

Gesellschaftliche Spaltung

Splitter und Balken. Gemälde von Domenico Fetti, 1619.
So viel Moral wie heute war selten. Und zugleich vertieft sich die gesellschaftliche Spaltung in den westlichen Demokratien zusehends. Gibt es einen Zusammenhang? Ja, denn gerade Menschen, die besonders sensibel sind für die Vorurteile und Fehler von anderen, sind um so blinder für die eigenen Vorurteile und Fehler. Das ist nicht nur eine gefühlte Wahrheit, sondern auch das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie der Cornell University. Ein Kommentar von Markus Springer

Internet-Heiliger

Caro Acutis zu Lebzeiten
Protestanten blicken mit einer Mischung aus ungläubiger Verwunderung und bewunderndem Unglauben auf das, was sich bei den katholischen Geschwistern so tut in Sachen Heilige. Nun wurde in Assisi der erste "­Millennial" seliggesprochen, ein 1991 geborener Jugendlicher aus Mailand, der 2006 an Leukämie starb: Carlo Acutis könnte zum Schutzheiligen des Internets werden.

Donald Trump für Nobelpreis nominiert

Donald Trump
US-Präsident Donald Trump wurde für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen – bereits zum zweiten Mal. Doch das Kuriositäten-Kabinett der Friedensnobelpreis-Nominierungen hat noch mit weiteren Geschichten aufzuwarten: Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs gehörte auch Adolf Hitler zu den Nominierten. Dahinter stand, anders als nun, eine satirische Aktion, die leider unerwünschte Nebenwirkungen hatte.

Fußball-Geschichte

Der ersten Mannschaft des FC Barcelona gehörten 1903 noch drei Kicker aus der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde Barcelona an: die Vereinsgründer Hans Gamper (sitzend Dritter von rechts) und Otto Maier (auf dem Boden) sowie Udo Steinberg (sitzend Zweiter von links).
Wenn Lionel Messi streikt, verdrängt der Fußball sogar Corona aus den Schlagzeilen. Denn einen FCB gibt es, der weltweit noch bekannter ist als der Champions-League-Sieger FC Bayern: Messis FC Barcelona. Was beide FCBs verbindet: Minderheiten spielten bei ihren Anfängen eine prägende Rolle. Bei den Bayern waren es Juden, bei den Katalanen deutschsprachige Protestanten. Die unbekannte evangelische Gründungsgeschichte des FC Barcelona, in der am Rand auch Dietrich Bonhoeffer vorkommt.

Kommentar

Kreuz - Kirche - Menschen
Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus: Bis 2060 wird sich die Zahl der Mitglieder halbieren. Nur noch 10 Millionen Menschen in Deutschland werden dann Mitglied einer evangelischen Kirche sein. Auf diese sich beschleunigende Entwicklung reagieren die Kirchenleitung verblüffend verhalten. Dabei zeichnet sich ein dramatischer Verlust ab. Und zwar für alle, die es mit Europa und seinen Werten halten.

Evangelischer Theologe und Kirchenmusiker

Ulrich Siegfried Leupold, den Dichter des Lieds "Er ist erstanden, Halleluja" (EG 116), das im Evangelischen Gesangbuch steht, kennen nur wenige Menschen. Als "Halbjude" floh er aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Kanada. Über die Geschichte seiner Verfolgung schwieg der evangelische Theologe und Kirchenmusiker bis zu seinem Tod.

Theologie im TV

Lisa Simpson befragt Pastor Bode Wright, warum er einst eine Bibel verbrannte. Die Bücher vor ihm, »Accidental Saints« (Unheilige Heilige) von Nadia Bolz-Weber und »The Universal Christ« (Die Wiederentdeckung des universalen Christus) von Richard Rohr, sind Bestseller zeitgenössischer liberaler Theologie.
Oft herzhaft lustig, nie moralisierend, aber hintergründig und so eben doch hoch moralisch: Es hat Gründe, warum "The Simpsons" die am längsten laufende Fernsehserie in den USA ist. Religion spielt oft eine wichtige Rolle – so wie in den neuesten Folgen: Ein neuer, sehr cooler Pfarrer sorgt für eine Renaissance des Glaubenslebens. Und hat dabei die aus dem Sonntagsblatt bekannten Theologen Nadia Bolz-Weber (»Accidental Saints«) und Richard Rohr (»The Universal Christ«) im Gepäck.

Yom HaShoah

Die Holocaust-Überlebende Leah Hasson lebt heute in Ramat Gan bei Tel Aviv.
Um 10 Uhr am Morgen des Yom HaShoah steht jedes Jahr ganz Israel für zwei Minuten still: Im ganzen Land heulen die Sirenen, die Züge bleiben stehen, ebenso die Autos auf den Autobahnen, die Passanten halten schweigend inne. In diesem Jahr war einiges anders. Die Initiative "Zikaron BaSalon" (Gedenken im Wohnzimmer) und ihre Antwort auf die Frage, wie Holocaust-Gedenken und Zeitzeugengespräche unter den Bedingungen der Corona-Pandemie aussehen können.

Religiöse Feiertage

Hans Leonhard Schäufelein, Abendmahl, 1515, Ulmer Münster.
Nicht Weihnachten, sondern Ostern ist das höchste Fest der Christenheit. Aber wie berechnet sich eigentlich der Ostertermin? Warum finden - wie zuletzt im Jahr 2019 - das jüdische Pessach und Ostern selten, aber immer wieder gleichzeitig statt? Und warum schert die orthodoxe Christenheit genau dann immer aus einem gemeinsamen Ostertermin aus? Ein Streifzug durch die verzwickte österliche Kalendergeschichte.

Buchtipp

Richard Rohr, 1943 in Kansas geboren, ist einer der bedeutendsten christlichen Mystiker und spirituellen Lehrer unserer Zeit. In "Was die Bibel uns zu sagen hat" legt der Franziskanerpater Rechenschaft ab über den eigenen Zugang zur Bibel, über seine "Hermeneutik". Ein lesenswerter und erhellender, ein inspirierter und inspirierender Text – wie alle Bücher Rohrs. Zu seinen Gaben gehört, komplex zu denken und verständlich zu sprechen.

Corona und Verschwörungstheorien

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Klima, Handymasten, Luftverschmutzung, – ein Panoptikum des Unbehagens an der Zivilisation der Moderne kommt in den Kommentaren zum Beitrag von Matthias Pöhlmann hier auf sonntagsblatt.de zu Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus zum Ausdruck. Gänzlich absurd wird es aber, wenn der Arzt, der zum Corona-Test ins Haus kommt, die Verschwörungstheorien gleich selbst mitbringt.