Kultur

Glaube, Leben, Literatur

Klaas Huizing, evangelischer Theologe und Autor.
Charlotte von Kirschbaum (1899-1975) war Theologin, engste Mitarbeiterin und Geliebte von Karl Barth. Lange stand sie im Schatten des berühmten Mannes, obwohl ihre Bedeutung für sein Werk nicht zu unterschätzen ist, sagt der Würzburger Theologe Klaas Huizing. Er beleuchtet die Dreiecksbeziehung – Barth war verheiratet – im Roman "Zu dritt". Die gebürtige Ingolstädterin "Lollo", wie Barth sie nannte, wäre am 25. Juni 120 Jahre alt geworden.

Tag des Tagebuchs

Es ist unser Spiegelbild, Geheimnisträger, Alltagsbewahrer und wird in manchen Fällen sogar Weltliteratur – das Tagebuch. Am 12. Juni wird ihm gedacht, denn an jenem Tag im Jahr 1942 bekam Anne Frank ein rot-weiß eingebundenes Büchlein für ihre Notizen zum 13. Geburtstag geschenkt. Warum es sich lohnt, Tagebuch zu schreiben, verrät die Germanistin Beate Schäfer im Radio-Beitrag.

Jüdische Feste

Christen feiern Pfingsten, weil die Jünger Jesu an diesem Tag den Heiligen Geist empfangen haben. Sie waren damals alle nach Jerusalem gepilgert zu einem wichtigen jüdischen Fest: Schawuot. Das Fest feiern Juden bis heute. Dieses Jahr beginnt es am Samstagabend, den 8. Juni 2019, und fällt mit Pfingsten zusammen. Hören Sie rein:

Der "Fondaco dei Tedeschi"

Fondaco dei Tedeschi in Venedig
Im Herzen Venedigs, gleich neben der Rialtobrücke, befand sich über Jahrhunderte hinweg das Zentrum der deutschen Händler: der "Fondaco dei Tedeschi". Über den Fondaco gelangten die Gedanken der Reformation nach Venedig und Italien. Heimlich wurden hier evangelische Gottesdienste gefeiert. Nach langem Dornröschenschlaf ist der prachtvolle Komplex heute wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Reformationsgeschichte

Venedig: »Der Canale dei Maranni, wo die Inquisitoren des Staates die Verurteilten ertränken ließen«: Aquatinta von Giovanni Maria de Pian (1759/64-1800) nach einer Vorlage von Francesco Galimberti (1755-1803).
Gibt es eine Brücke zwischen dem evangelischen Mittelfranken und Venedig? Aktenkundig vielleicht erstmals in der Person des abenteuerlustigen Theologen Johann Georg Renner (1617-1659), den es in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs mit einem General in die Lagunenstadt verschlug. Dort predigte er heimlich in verbotenen evangelischen Gottesdiensten. Bis er aufflog und es zum Skandal kam.

Ausstellung "Sag Schibbolet!"

Mikael Levin, Cafe de la Frontiere
Eine Ausstellung im Jüdischen Museum München zeigt abseits von Grenzklischees wie Mauern und Flüchtlingsbooten, wie Grenzen auch das Innere von Gesellschaften durchziehen. Entstanden ist die Schau in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems im österreichischen Vorarlberg.

Freilichtbühne

"Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete" bei den Kreuzgangspielen Feuchtwangen
Autor
Die Kreuzgangspiele Feuchtwangen zeigen für Kinder und Familien in diesem Jahr das Theaterstück "Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete" - eine Geschichte, die erst postum in Otfried Preußlers (1923-2013) Nachlass gefunden und veröffentlicht worden ist. In Feuchtwangen kann das Publikum nun die zweite Bühnen-Inszenierung der Geschichte sehen. Ob sie gelungen ist, hat Redakteur Timo Lechner für sonntagsblatt.de aufgeschrieben.

Europas Protestanten

Thomaskirche Straßburg
Autor
Die Elsass-Metropole Straßburg ist die einzige protestantisch geprägte Großstadt Frankreichs. Bis 1685 war die kleine Stadtrepublik ganz und gar lutherisch - nach der Annexion der Stadt durch König Ludwig XIV. durften die Evangelischen im Elsass ihrer Konfession treu bleiben. Nur das Münster wurde rekatholisiert - alle anderen Innenstadtkirchen sind wenigstens zur Hälfte evangelisch. Der Historiker Thomas Greif beschreibt das großartige kulturelle Erbe der Straßburger Protestanten.