Antisemitismus

Judentum in Deutschland

Dr. Josef Schuster Präsident Zentralrat der Juden
Seit fast sechs Jahren steht der Würzburger Josef Schuster schon als Präsident an der Spitze des Zentralrates der Juden in Deutschland. Im Gespräch mit dem Sonntagsblatt erläutert er, was ihm seit seinem Amtsantritt gut gelungen ist - und was nicht. Außerdem lobt er die Antisemitismusbeauftragten im Bund und in den Ländern und fordert mehr Zivilcourage ein, gerade auch im Freundeskreis.

Attentat von Halle

Jurist Ronen Steinke Autor
Der Autor Ronen Steinke fordert in seinem neuen Buch "Terror gegen Juden" einen besseren Schutz jüdischer Einrichtungen in Deutschland. Selbst wenn sich Juden bei einer konkreten Bedrohung an die Polizei wendeten, bedeute das nicht, dass ein offizielles Schutzkonzept erarbeitet werde, sagte der Jurist dem Sonntagsblatt.de. "Dabei wäre es Aufgabe der Behörden, bedrohte Minderheiten konsequenter zu schützen", kritisierte Steinke, der auch Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" in München ist.

Attentat von Halle

Ludwig Spaenle
Rund neun Monate nach dem antisemitischen Anschlag in Halle muss sich der Anklagte Stephan B. ab heute vor Gericht verantworten. Sowohl die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, als auch der Antisemitismus-Beauftragte der bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle, fordern eine harte Strafe.

Yom HaShoah

Die Holocaust-Überlebende Leah Hasson lebt heute in Ramat Gan bei Tel Aviv.
Um 10 Uhr am Morgen des Yom HaShoah steht jedes Jahr ganz Israel für zwei Minuten still: Im ganzen Land heulen die Sirenen, die Züge bleiben stehen, ebenso die Autos auf den Autobahnen, die Passanten halten schweigend inne. In diesem Jahr war einiges anders. Die Initiative "Zikaron BaSalon" (Gedenken im Wohnzimmer) und ihre Antwort auf die Frage, wie Holocaust-Gedenken und Zeitzeugengespräche unter den Bedingungen der Corona-Pandemie aussehen können.

Christlich-jüdische Aktion

Woche der Brüderlichkeit 2020
Selbstverständliche Zivilcourage und ein eindeutiges Vorgehen gegen Antisemitismus, Antiislamismus und Rassismus wurden bei der Eröffnungsveranstaltung der christlich-jüdischen "Woche der Brüderlichkeit" in Nürnberg gefordert. Das diesjährige Motto "Tu deinen Mund auf für die anderen" müsse als Grundsatz für alle gelten.

Antisemitismus

"Antisemitismus passte nicht ins Selbstbild der jungen BRD", sagt die Leiterin der Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München, Miriam Heigl, über den Anschlag auf ein jüdisches Seniroenheim im Februar 1970 in München. Zum 50. Jahrestag will man der Opfer gedenken.

Antisemitismus

Brandanschlag auf jüdisches Altersheim in München 1970
Es ist einer der schwersten Angriffe auf die jüdische Gemeinschaft seit 1945: Der bis heute nicht aufgeklärte Anschlag von 1970 in München mit sieben Toten. Aus dem öffentlichen Bewusstsein ist er aber so gut wie verschwunden. Eine Suche nach dem Warum.

Nationalsozialismus

Sandra Martin Don, 06.02.2020 - 06:30
"Buch der Namen" in der Ausstellung des Yad Vashem-Instituts in der Gedenkstätte Auschwitz
75 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur bleibt die Erinnerung an die Opfer lebendig. In Hof haben Schülerinnen und Schüler dafür eine inzwischen preisgekrönte App entwickelt. Jetzt beteiligt sich die Arbeitsgruppe an der Planung für einen besonderen Erinnerungsweg durch die Stadt.

Israel

Auf Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Holocaust wird stets beschworen, dass so etwas wie die Judenvernichtung im nationalsozialistischen Deutschland nie wieder passieren darf. Und dennoch ist auch der Gegenspieler Antisemitismus ständig präsent. Die 56-jährige Antje Naujoks befasste sich schon als junges Mädchen mit dem Thema und hat infolgedessen eine weitreichende Entscheidung getroffen: Obwohl sie selbst keine Jüdin ist, verließ sie Deutschland, um in Israel zu leben.

Judentum

Charlotte Knobloch
Seit 35 Jahren ist Charlotte Knobloch Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Mit 87 denkt sie aber immer noch nicht ans Aufhören. Im Interview erzählt die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden und Vize-Präsidentin des World Jewish Congress, was sie am Alter schätzt, warum sie erst nach Jahrzehnten über die Verfolgung durch die Nationalsozialisten gesprochen hat - und wie sehr ihr der wachsende Antisemitismus zusetzt.

"Der Film wird polarisieren - nur so entsteht ein Diskurs"

Der Münchner Regisseur und Autor Carsten Degenhardt will seinen ersten Langfilm "Finsternis" drehen
"Finsternis" ist der Titel eines Kinofilms, den Carsten Degenhardt verwirklichen möchte. In dem Thriller geht es um den Antisemitismus der Vergangenheit und den Rassismus der Gegenwart. Das Buch ist geschrieben, namhafte Schauspieler stehen bereit. Warum ihm das Projekt so sehr am Herzen liegt, erzählt der Münchner Regisseur und Autor im Interview.