Antisemitismus

Reaktion auf Studie des Jüdischen Weltkongresses

Juden vor dem Brandenburger Tor
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Eine neue Studie zeigt: Antisemitisches Denken nimmt in Deutschland zu. Der Regierungs-Beauftragte Klein zeigt sich alarmiert. Zentralratspräsident Schuster fordert, bei judenfeindlichen Äußerungen klar zu widersprechen, auch im Freundeskreis. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm bezeichnet Antisemitismus als Gotteslästerung.

Nach dem Anschlag von Halle

2019 Kirchentag Hesselberg Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm2
Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat am Freitagabend bei der Lichterkette auf dem Münchner Jakobsplatz rund um die Synagoge Ohel Jakob zum Einsatz gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus aufgerufen.

Antisemitismus

Die Kippa ist eine Kopfbedeckung für männliche Juden.
Nach dem Synagogen-Anschlag in Halle fordert die frühere Zentralratspräsidentin Knobloch Polizeischutz für alle jüdischen Einrichtungen in Deutschland. Die bayerischen Behörden haben am Tag danach schnell reagiert, sagt Innenminister Herrmann. Stimmen aus Religion und Politik im Überblick.

Gebet der Solidarität

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beim Gebet in der Münchner Hautpsynagoge
Mit einem gemeinsamen Gebet in der Münchner Hauptsynagoge Ohel Jakob hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Verbundenheit mit der jüdischen Bevölkerung gezeigt. Antisemitismus und Rechtsextremismus seien kein Kavaliersdelikt, sagte er - und kritisierte besonders eine Partei.

Deutsche Wiedervereinigung

Stadtführer Friedrich Schorlemmer mit Lucas Cranach dem Älteren.
Er war eine prägende Figur in den Jahren der friedlichen Revolution in der DDR. Und auch nach der Wende blieb er ein kritischer Begleiter der deutschen Wiedervereinigung. Der Wittenberger Pfarrer Friedrich Schorlemmer pflegt außerdem seit vielen Jahren eine enge Beziehung zum Evangelischen Bildungszentrum in Bad Alexandersbad.

Antisemitismus

Kampf um Respekt: In den Straßen Wedding wurde er als Jude verprügelt, muslimische Freunde wie Şahin (rechts) hatte Arye (links) nur wenige.
Persisch ist er, deutsch und israelisch. Die Heimatminister dieser Welt bekommen bei so einem Schnappatmung. Die Kurzfassung seines Lebens: von der Straßengang im Berliner Wedding zum Pressesprecher der israelischen Armee. Arye Sharuz Shalicar kennt sich ganz gut damit aus, zwischen allen Stühlen zu sitzen. Sein jüngstes Buch "Der neu-deutsche Antisemit" ist eine Abrechnung mit dem aufflammenden Antisemitismus in Deutschland – knapp 75 Jahre nach dem Ende des Holocaust.

80 Jahre Novemberpogrom

Holocaust Zeitzeuge Walter Joelsen
Weil sein Vater jüdische Wurzeln hatte, wurde Walter Joelsen (Jahrgang 1926) als sogenannter "Halbjude" von den Nazis verfolgt. Im Gedenkgottesdienst zu 80 Jahre Novemberpogrom spricht der 92-jährige Zeitzeuge am 18. November in der Versöhnungskirche der KZ-Gedenkstätte Dachau über seine Erfahrungen.

"Lübecker Märtyrer" vor 75 Jahren

Er war Nationalsozialist und Antisemit, er träumte von einer überkonfessionellen deutschen Kirche, die einem "arischen Jesus" folgen sollte. Und er starb vor genau 75 Jahren zusammen mit drei katholischen (und inzwischen seliggesprochenen) Lübecker Amtsbrüdern als Widerständler gegen das NS-Regime: Der evangelische Pfarrer Karl Friedrich Stellbrink (1894-1943) war ein schillernder und widersprüchlicher Mensch. Seine Biografie wirft bis heute Fragen auf.

80 Jahre nach der Reichspogromnacht

Holocaust Mahnmal Berlin Gedenkstätte Kreuz
"Keine deutsche Identität ohne Auschwitz?" - In Hinblick auf das 80. Gedenken an die Reichspogromnacht trafen sich zu diesem Thema der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Heinrich Bedford-Strohm, der katholische Kardinal Reinhard Marx und Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden. Der sagte, die Wortmeldungen, es müsse auch mal gut sein mit der Erinnerung an die NS-Gräueltaten, würden zwar nicht mehr, aber lauter. Weshalb das stete Erinnern wichtig ist.

Geschichte

Brennende Synagoge in Ludwigsburg - Reichspogromnacht 9./10. November 1938
Der 9. November ist ein "Schicksalstag" der deutschen Geschichte: 1848, 1918, 1923, 1989 – von der Revolution bis zum Mauerfall häufen sich an diesem Datum die historischen Wendepunkte. Nach der Wiedervereinigung war der 9. November als Nationalfeiertag im Gespräch. Doch der 9. November war auch der Höhepunkt der Novemberpogrome 1938: Euphemistisch als "Reichskristallnacht" bezeichnet, markiert dieses Datum den Übergang von der Diskriminierung zur offenen Verfolgung der Juden durch das nationalsozialistische Deutschland, die in einen industriell betriebenen Völkermord mündete.