Judentum

Umgang mit deutscher Geschichte

Briefkasten statt Stolperstein Erinnerung an Juden in Nürnberg
Spuren jüdischer Bürger sind in unseren Städten heute spärlich. Ihre Namen sind vielfach verschwunden oder vergessen. In einem Stadtteil in Nürnberger kleben sie jetzt Erinnerungsschildchen an Briefkästen. Auch weil "Stolpersteine" umstritten sind.

"Kleine Sensation"

Jüdischer Grabstein Nürnberg St. Sebald 2019
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Ein in einer Wand im Eingangsbereich verborgener jüdischer Grabstein aus dem Jahr 1334 ist bei Renovierungsarbeiten am Sebalder Pfarrhof in Nürnberg freigelegt worden. Zusammen mit der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg (IKGN) werde nun überlegt, wie dieses älteste Zeugnis jüdischen Lebens in der Nürnberger Altstadt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.

Lernort in Oberfranken

Rajaa Nadler
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Ein Lernort ist sie schon lange, die Synagoge in Ermreuth bei Gräfenberg. Mit der neu gestalteten Dauerausstellung im dazugehörigen Museum, die am 28. Juli zum 25. Jubiläum der Wiederweihe eröffnet wird, soll dieser Ort aber für Schüler und interessierte erwachsene Besucher aufgewertet werden. Und Leiterin Rajaa Nadler setzt dabei nicht nur auf neue Exponate, sondern auch auf moderne Technik.

Jüdische Geschichte in Deutschland

Dani Mire aus der Hafenstadt Haifa ist Reiseleiter in Israel. Regelmäßig führt er auch Gruppen der Sonntagsblatt-Leserreisen in seiner Muttersprache Deutsch durch das Heilige Land. Doch erst als ihn eine Initiative aus Aalen kontaktiert und zur Stolpersteinlegung für seine engsten Angehörigen nach Baden-Württemberg einlädt, taucht der 67-Jährige tiefer in seine deutsch-israelische Vergangenheit ein.

Ausstellung "Sag Schibbolet!"

Mikael Levin, Cafe de la Frontiere
Eine Ausstellung im Jüdischen Museum München zeigt abseits von Grenzklischees wie Mauern und Flüchtlingsbooten, wie Grenzen auch das Innere von Gesellschaften durchziehen. Entstanden ist die Schau in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems im österreichischen Vorarlberg.

Musik & Glaube

Billy Joel
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Ob Billy Joel am 9. Mai auch mal ein bisschen an Nürnberg denkt? Der US-amerikanische Megastar wird an diesem Tag 70 Jahre alt. Und auch wenn der in der Bronx aufgewachsene jüdische Sänger, Pianist und Songwriter dann vielleicht eher seine Karriere als seine Familiengeschichte Revue passieren lässt – hat sie Joel nie losgelassen. Die Wurzeln Joels lassen sich bis ins frühe 19. Jahrhundert in Mittelfranken nachweisen. Am Schicksal der Familie spiegelt sich die traurige Geschichte der Juden im frühen 20. Jahrhundert in Deutschland wider. In Nürnberg, Ansbach und Colmberg sind die Spuren der Joels immer noch sichtbar.

Jüdische Feste

Dieses Jahr fallen das jüdische Pessachfest und das christliche Ostern zusammen. Am Karfreitagabend beginnt das achttägige Fest mit dem feierlichen Sederabend. Den hat auch Jesus damals kurz vor seinem Tod in Jerusalem gefeiert. Mit seinen Jüngern versammelte er sich zum traditionellen Seder-Mahl, so wie jüdische Familien das bis heute machen.

Osterparadoxie

Erinnerung an Pessach und den "gebundenen Mondkalender" der Juden: Der Vollmond bestimmt den Ostertermin.
Ostern ist immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond? Von wegen! Wer in einen Kalender des Jahres 2019 schaut, sieht: Zwischen dem Frühlingsanfang am 20. März und dem Ostersonntag am 21. April liegen zwei Vollmonde. Wie kann das sein? Hätte Ostern nicht schon am 24. März gefeiert werden müssen? Warum im Jahr 2019 die bewährte Faustregel zur Bestimmung des Osterdatums nicht gilt – und warum das so selten vorkommt wie eine totale Sonnenfinsternis.

Klezmermusik

Sie ist lebendig, herzzerreißend, tanzbar und macht gute Laune: Die Klezmermusik. Jahrelang war sie fast vergessen, inzwischen ist sie sehr beliebt und überall finden Konzerte und Festivals satt. Auch die Brüder Sascha und David Schönhaus der Band Bait Jaffe sind begeistert von den osteuropäischen Melodien. Christoph Lefherz weiß, warum warum ihnen die Musik besonders am Herzen liegt.