23.06.2017
Dialog

Deutsch-Israelische Gesellschaft Oberfranken offiziell gegründet

Für ein positives Israel-Bild hat Günter Beck-Mathieu vor rund einem Jahr die Deutsch-Israelische Gesellschaft Oberfranken gegründet. Das Ziel: Informieren, diskutieren und den Austausch zwischen Deutschland und Israel fördern. Warum Beck-Mathieu das für nötig hält.
Der Zamirchor singt zur Gründung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Oberfranken.
Unter zwei Flaggen: Der Zamirchor sang zur Gründung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Oberfranken.

»Wenn es um Israel geht, dann kochen die Emotionen oft hoch, zum Teil auch Aggressionen«, sagt Günter Beck-Mathieu. Für ihn herrscht in der Öffentlichkeit nur allzu oft ein völlig falsches Bild von Israel vor, und genau dagegen wollte er mit der Gründung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Oberfranken vor einem knappen Jahr etwas unternehmen. Mit einem Festakt in der Bayreuther Zamirhalle wurde die Gründung jetzt auch offiziell gefeiert.

Israel sei ein ganz kleines Land, kleiner als Albanien, es sei aber auch ein High-Tech-Land, das »Silicon Valley des Nahen Ostens«, sagte Beck-Mathieu. Vor allem aber sei Israel ein freies und offenes Land mit vielen unterschiedlichen Kulturen und ein demokratisches Land, »ganz im Gegensatz zur anderen Seite«, wie der Gründungsvorsitzende anmerkte. »Wir wollen ein realistisches Bild von Israel vermitteln und die Menschen zusammenbringen«, sagte Beck-Mathieu. Ein Ziel könnte beispielsweise eine Städtepartnerschaft sein. Es gehöre leider wieder Mut dazu, Partei für Israel zu ergreifen, so der Vorsitzende. »Wir wollen den Mut dazu aufbringen.«

Deutschland und Israel teilen demokratische Werte

Der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Hartmut Koschyk (CSU) gab zu bedenken, dass Deutschland mit Israel die gleichen demokratischen Werte teile. Auch in Israel werde demokratisch um den richtigen Weg zum Frieden gerungen. Die Meinungsfreiheit in Deutschland müsse allerdings dort ihre Grenze haben, wo das Existenzrecht des Staats Israel infrage gestellt wird. Vielmehr sollte das Existenzrecht stets von Europa verteidigt werden.

Es gebe immer noch latente Formen des Antisemitismus, so Hellmut Königshaus, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und langjähriger Wehrbeauftragter des deutschen Bundestags. Natürlich könne man einiges, etwa die Siedlungspolitik, an Israel kritisieren. Doch gab der Präsident auch zu bedenken, dass außer Ägypten und Jordanien sämtliche Nachbarländer den Staat Israel tilgen möchten, die Hamas fordere sogar die Vernichtung Israels. »Israel ist ein Land, das permanent bedroht wird«, so Königshaus. Auch er erinnerte daran, dass Israel Rechtsstaat und Demokratie sei und gleichzeitig auch ein Land, das Menschen vorbildlich in Gesellschaft und Arbeitsleben integriert.

Der offizielle Festakt fand in der Zamirhalle, der Heimstätte des Zamirchors Bayreuth, statt. Die Partnerschaft mit Israel und die Beschäftigung mit dem Holocaust seien wichtige Ziele des Chors, sagte die Gründerin und Leiterin Barbara Baier. »Es ist unser aller Lebensinhalt, an diesem Thema dranzubleiben«, sagte Baier.

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