11.08.2017
Reformation

Internationales Jugendcamp in Neukirchen bringt Kulturen zusammen

Neukirchen — 
Tansania, Malaysia, Papua-Neuguinea, Jordanien, Palästina, Syrien, USA, Mexiko, Rumänien, Neuseeland und Deutschland: Insgesamt elf Nationalitäten sind beim internationalen Jugendcamp der Evangelischen Jugend Bayern vertreten. Jeder Kontinent der Erde war in Neukirchen dabei.
Junge Leute beim internationalen Jugendcamp in Neukirchen.
»Reformation reloaded«: Junge Leuten aus elf Nationen kamen in Neukirchen zusammen.

Die Evangelische Jugend Bayern hat Dekanate und ihre internationalen Partnergruppen in die Jugendbildungsstätte nahe Coburg eingeladen. Gekommen sind rund 80 Jugendliche zwischen 13 und 27 Jahren aus den Dekanaten Altdorf, Bad Tölz, Castell und Markt Einersheim sowie Gunzenhausen mit ihren Gästen aus der ganzen Welt. Unterstützt wird das Projekt von der Lutherdekade Bayern und dem Bayerischen Jugendring.

Passend zum Reformationsjubiläum beschäftigen sich die Teilnehmenden mit »Reformation reloaded – here, there, everywhere«. Thema sind Fragen wie: Was macht einen Reformator/eine Reformatorin aus?, oder: Wie können wir heute mit Kreativität, Toleranz und Nachhaltigkeit die Welt verändern? »Ich habe schon mehr über Martin Luther gelernt«, sagt die 16-jährige Annalena aus dem Dekanat Altdorf. »Außerdem nehme ich mit nach Hause, dass ich aufgeschlossener bin. Und mein Englisch hat sich auch schon verbessert.«

Zwei Jahre Planung

In Workshops und Gruppenarbeiten, von der Diskussionsrunde bis zum Upcycling, tauschen sich die Jugendlichen aus – alles in der Campsprache Englisch. »Die größte Herausforderung sehe ich darin, eine Balance zu schaffen, damit die Teilnehmenden weder über- noch unterfordert sind. Wir wollen zusammen etwas schaffen, aber es sollen auch alle mitkommen.« Von Anfang an ist Leo, 24 Jahre, als Ehrenamtlicher mit im Vorbereitungsteam des Jugendcamps.

Fast zwei Jahre lang hat das Team aus Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen die Woche geplant. Jetzt, wo es läuft, findet Leo am besten, »dass sich bisher alle auf alles eingelassen haben. Wir bieten einen kleinen Impuls, und die Gruppe macht dann etwas daraus.« Doch nicht nur in den Arbeitsphasen sind die Jugendlichen engagiert, auch die Pausen werden fürs Miteinander genutzt.

Neue Kulturen kennenlernen

Der 18-jährige Kierren aus Malaysia ist dabei, um neue Kulturen kennenzulernen, und wird nicht enttäuscht. »Am meisten mag ich, wenn sich die Jugendlichen aus den verschiedenen Ländern in den Gruppen mischen. Wir singen Lieder in verschiedenen Sprachen, und sogar wenn wir die Texte nicht verstehen, singen wir gemeinsam. Es macht Spaß! Und ich kann erkennnen, wie jeder sich begeistert, wenn wir die Gruppen mischen.«

»Meeting new friends« und »learning some­thing about other cultures« stehen weit oben auf der Wunschliste der Campbesucher. Die Evangelische Jugendbildungsstätte Neukirchen bei Coburg bietet dafür den geeigneten Rahmen. Geschlafen wird zwar im Gebäude, trotzdem kommt Campfeeling auf, wenn sich die Gruppen in großen Zelten treffen, die auf dem weitläufigen Gelände der Bildungsstätte aufgestellt wurden.

Für Kierren aus Malaysia ist gerade die Nähe zu Orten von Luthers Wirken interessant: »Es ist Reformationsjubiläum, ich möchte die Ort sehen, an denen Luther lebte. Und das Camp bringt uns hierher. Eine einmalige Chance.«

Viel Programm wird geboten

Neben einem Besuch in Coburg steht auch eine Fahrt nach Wittenberg auf dem Programm der Jugendbegegnung. Für Svenja, 20 Jahre, aus dem Dekanat Altdorf ist der Wunsch beim Camp, »neue Kulturen kennenzulernen«, schon erfüllt worden: »Am besten gefällt mir, dass man sich wirklich darüber unterhalten kann, wie es bei den anderen Kulturen ist. Die Malaysier gefallen uns besonders gut. Wenn die so lachen – total süß.«

Am 7. August endete das Treffen in Neukirchen. Anschließend ging es bei den meisten noch in kleinerer Runde im Dekanat mit der Partnergruppe weiter und dann wieder zurück in die Heimatländer.

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