Stadtklinik mit 130 Betten eröffnet

Augsburg — 
Es ist ein großer Tag für die Augsburger: Die Evangelische Diakonissenanstalt (Diako) hat nach neun Jahren Bauzeit ihre neue Stadtklinik eingeweiht.
Stadtklinik Augsburg Diakonissenanstalt

Mit »großer Hochachtung« gratulierte der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel, am Samstag der Augsburger Diakonissenanstalt zur Einweihung der neuen Stadtklinik. Denn nur wenige diakonische Träger würden sich heute noch an den Kliniksektor herantrauen. Die Gründe dafür, so Bammessel: »Enormer Kostendruck, hohes Investitionsvolumen, schwer berechenbare Einflüsse der Politik, harte Konkurrenz um Fachkräfte.« Der Neubau in Augsburg sei ein Beleg dafür, dass auch die Diakonie bereit ist, ihren Teil zur medizinischen Versorgung beizutragen.

Über 130 Betten verfügt die Stadtklinik der Diako nach Beendigung des dritten und letzten Bauabschnitts. In dem kürzlich fertig gestellten Ostflügel sind zwei Pflegestationen mit je 32 Betten untergebracht. Die akutgeriatrische Station ist dabei nach Angaben des Rektors der Diakonissenanstalt, Heinrich Götz, eine der modernsten in ganz Deutschland: »Mit dieser Station sind wir Vorreiter«, sagte Götz dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auf der Station werden alte Menschen behandelt, die etwa einen Unfall oder einen Schlaganfall hatten.

Die Kosten für den Neubau liegen insgesamt bei etwa 60 Millionen Euro. Rund 40 Millionen Euro übernimmt der Freistaat. Die unweit des Hauptbahnhofs gelegene Klinik löst das alte, 1893 gegründete Diakonissenkrankenhaus ab, das abgerissen wurde. In der neuen Stadtklinik werden laut Diako jährlich etwa 9.000 Patienten von mehr als 50 Fachärzten behandelt. Neben der Geriatrie gehören Innere Medizin, Chirurgie, Urologie und Frauenheilkunde zu den Behandlungsbereichen.

 

Michael Bammessel Diakoniepräsident Bayern
Michael Bammessel Diakoniepräsident Bayern

Immer mehr Senioren - immer weniger Pfleger

Die Personalsituation in den Krankenhäusern bereitet Diakoniechef Bammessel Sorge: »Die Zahl der Patienten in deutschen Krankenhäusern ist in den vergangenen 25 Jahren um über drei Millionen gestiegen. Die Zahl der angestellten Pfleger und Pflegerinnen ist mit etwa 325.000 jedoch nahezu gleich geblieben.« Rechnerisch müsse jeder Pfleger also 15 Patienten mehr versorgen als noch vor 25 Jahren – Patienten, die zudem deutlich älter seien als früher. Auch die Attraktivität der Pflegeberufe müsse dringend verbessert werden, mit einem angemessenen Gehalt und entlastenden Arbeitsbedingungen – wie etwa »einer verbindlichen Personaluntergrenze in den Kliniken in Deutschland«.

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