"Triff eine Auswahl zum Thema Werbung" lautet die Überschrift eines Pop-ups, das Nutzer*innen von Instagram in den vergangenen Wochen beim Öffnen der App angezeigt wurde. Die Auswahl besteht dabei zwischen einer kostenpflichtigen und dafür werbefreien Version der App und einer weiterhin kostenfreien Nutzung. Um diese zu bekommen, müssen Nutzer*innen jedoch per Klick explizit zustimmen, dass ihre Informationen für personalisierte Werbung genutzt werden dürfen. 

Instagram: Bezahl-Abo

Heißt im Klartext: Wer keine Lust mehr auf Werbung hat, muss künftig mindestens 9,99 Euro pro Monat bezahlen (oder 12,99 Euro, wenn nicht über den Browser, sondern die Smartphone-App bezahlt wird). Wer hingegen kein Geld ausgeben möchte - und das wird wohl der Großteil sein - hat nun schwarz auf weiß, dass Meta die eigenen Daten verwendet und diese für das Unternehmen einen beträchtlichen Wert haben.

Meta: Geld verdienen mit Daten

Dass Meta mit Daten seiner Nutzer*innen Geld verdient, ist dabei natürlich keine Neuigkeit. Neu sind jedoch Richtlinien des europäischen Datenschutzrechts ("Digital Service Act"), die es Unternehmen wie diesem schwieriger machen, das Absaugen von Daten unbemerkt zu tun. So gibt es jetzt deutlich strengere Regeln für die Nutzen von persönlichen Daten für gezielte Onlinewerbung.

Die Preise für das Bezahlmodell gelten bis März 2024, dann wird es laut Meta noch teurer.  Bis dahin gilt der Preis nämlich für alle Konten, die man bei Facebook und Instagram hat - danach ist nur noch ein Konto im Preis enthalten, jedes weitere kostet extra.

Datenerfassung trotz Bezahlung

Wer bereit ist, Geld für die werbefreie Version auszugeben, muss sich jedoch bewusst sein, dass dies nicht das Versprechen beinhaltet, dass Meta die eigenen Daten überhaupt nicht mehr sammelt und/oder benutzt. Laut der "Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen" kann man sich durch das Abo "nicht freikaufen". Meta könne weiterhin erfassen und speichern, "was man auf Facebook und Instagram macht und damit ein umfassendes Nutzer-Profil erstellen." Auch die Aktivitäten auf anderen Internetseiten und welche anderen Apps auf dem eigenen Smartphone installiert sind, könne Meta häufig nachvollziehen. 

Diese Daten könne das Unternehmen für andere Zwecke verwenden, zum Beispiel für die "Personalisierung von Inhalten (also um auszuwählen, welche Beiträge man auf seiner Timeline sieht) oder zu Forschungszwecken", so die Verbraucherzentrale. Die Daten könnten also auch trotz der 9,99 Euro pro Monat kommerziell genutzt werden.

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